Hindernis-Ass Til Stephan wird das Wattenscheider Lohrheidestadion in sehr guter Erinnerung behalten. Nach seiner Bronzemedaille über 3.000 Meter Hindernis bei den Deutschen U20-Meisterschaften pulverisierte er am Samstag bei seinem DM-Debüt bei den Aktiven seine Bestzeit und verbesserte den U20-Landesrekord. Knapp die Medaillen verpassten Robin Müller als Vierter über 3.000 Meter Hindernis und Speerwerfer Thomas Röhler.
Enrico Aßmus erinnert sich noch ganz genau an den Moment, als Philipp Reinhardt 2013 bei den U20-Europameisterschaften in Rieti (Italien) den U20-Landesrekord über 3.000 Meter Hindernis auf 8:55,64 Minuten verbessert hat und als Vierter nur knapp das Podest verpasste. Etwas mehr als 13 Jahre später kann Enrico Aßmus davon berichten, dass diese Marke Geschichte ist. Bei seinem DM-Debüt bei den Aktiven hat sein Schützling Til Stephan (Erfurter LAC) diese Rekordzeit um 2,37 Sekunden unterboten. Zugleich pulverisierte er seine eigene Bestzeit um 7,70 Sekunden auf 8:53,27 Minuten, womit er erstmals unter der Marke von neun Minuten blieb und Rang zehn belegte. Ebenfalls zu einer neuen persönlichen Bestzeit lief Karl Geburek (ASV Erfurt) in 8:49,50 Minuten als Achter.
Mit der drittschnellsten Zeit seiner Karriere lief Robin Müller (LG Ohra Energie) in 8:29,02 Minuten als Vierter knapp am Podium vorbei. Im Großen und Ganzen zeigte sich Enrico Aßmus mit den Leistungen seiner Schützlinge zufrieden. „Alle Drei unter den Top 10 – das hätte ich vorher so genommen. Die persönlichen Bestleistungen von Til und Karl finde ich auch gut. Für Robin war Bronze greifbar. Da schauen wir schon mit einem weinenden Auge drauf. Wir versuchen dann am kommenden Wochenende beim Meeting in Oordegem [Belgien; 1. August] eine neue Bestzeit zu rennen“, resümierte Enrico Aßmus aus dem Trainergespann mit Nils Schumann. Die 5.000 Meter beendete Anton Saar (Erfurter LAC) in 14:23,96 Minuten als Zwölfter.
"Solider Wettkampf" von Thomas Röhler
Speerwerfer Thomas Röhler (LC Jena) lag bis zum sechsten und letzten Versuch auf Medaillenkurs, bis ihn Max Dehning (LG Offenburg) mit einem Wurf auf 79,33 Meter noch vom Podiumsplatz verdrängte. Selbst hatte sich der 34-Jährige bis zur fünften Runde auf 79,12 Meter gesteigert und bis dahin auf dem dritten Platz gelegen. „Der Wettkampf war sehr solide. Ich habe mir wirklich mehr vorgenommen. Ich hatte auch einen Wurf dabei, bei dem ich ein gutes Gefühl hatte, der dann leider doch nicht so weit geflogen ist“, sagt der Speerwurf-Olympiasieger von 2016 gegenüber leichtathletik.de und haderte auch mit den Bedingungen. „Wir hatten leider einen sehr zerrissenen Wettkampf. Ich glaube, wir waren zweieinhalb Stunden da draußen. Das ist nicht cool fürs Speerwerfen.“
Im Hinblick auf die Europameisterschaften in Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August), Thomas Röhler hatte die Norm zum Saisonauftakt in Nairobi mit 83,33 Metern erfüllt, ist noch ein wenig Zeit. „Ich denke, dass ich jetzt insgesamt demütig und zufrieden mit dem Fortschritt sein sollte. Im Training funktioniert es schon besser. Bis zur EM ist es noch ein Stück Zeit und wir schauen mal, wie es dort laufen wird. Technisch sind es immer Kleinigkeiten, die verbessert werden können.“ Für seinen Vereinskollegen Josh Anhalt reichten 63,74 Meter nicht für den Endkampf.
In Fünf-Zentimeter-Schritten ging es im Hochsprung voran. Makellos der Einstieg von Finn Friedrich (WSV Suhl 1990) über 1,95 Meter. Auch die 2,00 Meter meisterte er im ersten Versuch. Bei 2,05 Meter brauchte der Schützling von Rico May drei Versuche, ehe die Latte liegenblieb. Es folgten 2,10 Meter, die Finn Friedrich noch nie übersprungen hat – und auf diese Höhe er weiterhin warten muss. Seine Freiluft-Bestleistung steht bei 2,07 Meter, in der Halle floppte er schon über 2,09 Meter. Ein Lauf wurde es für Sebastian Lehmann (LG Ohra Energie) über 400 Meter Hürden, für ihn standen nach dem Halbfinale 53,87 Sekunden im Protokoll.



