Hildburghausen: Rolf Trier - Ein Leben für die Leichtathletik

Erinnerung an unseren Sportfreund und Kampfrichter Rolf Trier, der am 26. Mai 2026 im Alter von 86 verstorben ist.

Rolf Trier war 60 Jahre in der Leichtathletik als Kampfrichter mit großer Leidenschaft, hohem Engagement und immer selbstlos im Ehrenamt tätig. Er war durch sein Wirken und Auftreten nicht nur ein Vorbild für Jugendliche und Erwachsene im Bereich der Leichtathletik, sondern auch in anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.

Seine Kampfrichtergrundausbildung in der Leichtathletik begann er 1960 in Suhl. Ein Jahr später folgte die Qualifizierung zum Starter und danach schloss sich die Ausbildung als Obmann an der Sportschule in Greiz an. Im gleichen Jahr 1962 absolvierte Rolf Trier auch die Ausbildung als Gehrichter und zwei Jahre später wurde er als Schiedsrichter an der Sportschule Rabenberg in Sachsen ausgebildet.

Der erste große Höhepunkt in seiner ehrenamtlichen Kampfrichterlaufbahn war sein internationaler Einsatz beim Länderausscheid DDR-BRD für die Olympiateilnahme 1964 in Jena. Im Zeitraum zwischen 1966 und 1989 kam Rolf Trier bei zahlreichen DDR-Spartakiaden zum Einsatz. Ein herausragendes Ereignis war der Einsatz als Kampfrichter beim Länderkampf der Junioren in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg. Zur letztmalig durchgeführten DDR-Leichtathletik-Meisterschaft 1989 in Dresden war er im Kampfrichterstab tätig. Auch nach der Wiedervereinigung blieb Rolf der Leichtathletik als Kampfrichter treu. Im Jahr 2012 wurde er bei den Europameisterschaften der Senioren in Zittau als Kampfrichter eingesetzt. Bis zu Beginn der 2020er-Jahre war Rolf noch regelmäßig zusammen mit seiner Frau Marion, die im Jahr 2025 verstarb, bei den zahlreichen Leichtathletikveranstaltungen in Thüringen und in Mitteldeutschland Jahr für Jahr im Einsatz.

Neben seiner Kampfrichtertätigkeit war Rolf Trier ab dem Jahr 1965 auch als Ausbilder für interessierte junge Menschen aktiv. Diese Tätigkeit hat er über mehr als vier Jahrzehnte mit viel Engagement und Herzblut gemeinsam mit seinen Sportfreunden durchgeführt.

Rolf hat höchste Anerkennung, Respekt und Vertrauen bei seinen Kampfrichterkolleginnen und -kollegen wie auch bei den Trainern, Übungsleitern, Aktiven und allen, die mit der Leichtathletik in den verschiedensten Bereichen hauptberuflich und ehrenamtlich verbunden waren und sind, erfahren. Durch seine hohe Fachkompetenz und seine Zuverlässigkeit war er in eine Vorbildrolle hineingewachsen, die seinesgleichen sucht. Er hat über Jahrzehnte junge Menschen erfolgreich und nachhaltig für die Leichtathletik begeistert.

Sein bescheidenes und korrektes Auftreten über mehr als sechs Jahrzehnte hatte Vorbildwirkung für die Ehrenamtsarbeit in den Thüringer Leichtathletikvereinen und des Landesverbandes.

Rolf Trier wurden zahlreiche Auszeichnungen in seinem Leben zuteil. Die Überreichung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch den Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow im Januar 2024 war für ihn ein ganz besonderer Höhepunkt in seinem Leben für die Leichtathletik.

Der Thüringer Leichtathletik-Verband ist Rolf Trier für sein großes Engagement und seine Verdienste als Kampfrichter zu großem Dank verpflichtet und wird ihm immer ein ehrendes Gedenken bewahren.