Mönchengladbach Tag 3: Iris Opitz beendet Masters-DM mit Weltrekord

W60-Sprinterin Iris Opitz hat mit einem Weltrekord über 200 Meter für einen grandiosen Schlusspunkt der Deutschen Masters-Meisterschaften in Mönchengladbach gesorgt. Die 60-Jährige steigerte ihre eigene deutsche W60-Bestzeit sowie den Weltrekord auf 27,30 Sekunden. Darüber hinaus triumphierten Anja Schüpel und Andy Dittmar. Mit vier weiteren DM-Medaillen schloss Marion Stedefeld die nationalen Titelkämpfe ab.

Erst bei den Mitteldeutschen Meisterschaften in Haldensleben sorgte Iris Opitz (LAV Elstertal Bad Köstritz) für einen überraschenden Moment, als die W60-Sprinterin über 200 Meter in 27,68 Sekunden unter der Weltrekordmarke und ihrer eigenen deutschen W60-Bestleistung blieb. Zum Abschluss der Deutschen Masters-Meisterschaften dominierte sie das Rennen über 200 Meter in 27,30 Sekunden und war damit deutlich schneller als zuletzt in Haldensleben. „Ich war so ein bisschen im Flow, wo du am Ende eigentlich gar nicht mehr weißt, was du gemacht hast. Du kommst ins Ziel, schaust auf die Anzeige und bist einfach nur überrascht. Ich konnte es in dem Moment selbst nicht fassen und freue mich total darüber“, sagte Iris Opitz, die nach ihren zwei grandiosen Auftritten über 100 und 200 Meter noch über 400 Meter startete. Die Stadionrunde bleibt für sie „ausbaufähig“. Dennoch gab es in neuer Jahresbestzeit von 68,02 Sekunden Silber.

Vier Medaillen zum DM-Abschluss für Marion Stedefeld

Ebenfalls sehr erfolgreich verliefen die DM-Tage für Marion Stedefeld (SV Concordia Großengottern), die am Abschlusstag noch weitere vier Medaillen erkämpfte. Hinter der überragenden 200-Meter-Siegerin Iris Opitz lief Marion Stedefeld in 29,80 Sekunden auf den zweiten Platz. Für die Stadionrunde benötigte sie 68,60 Sekunden, die ihr den dritten Platz bescherten. Eine weitere Silbermedaille erlief sie sich über 80 Meter Hürden in 13,58 Sekunden. Im Weitsprung standen weitengleich mit der Zweitplatzierten Birgit Burzlaff (Sportfreunde Neukieritzsch 1921) 4,38 Meter im Protokoll. Die Thüringerin hatte den schlechteren zweiten Versuch, womit sie Bronze holte. In ihrer Paradedisziplin, dem Hammerwerfen, trumpfte Anja Schüppel (ASV Erfurt) groß auf. Sie gewann die Konkurrenz in der W35 mit 41,50 Metern. Nach zwei Mal Gold über 800 und 1.500 Meter startete Franziska Brünner (LC Jena) abschließend noch über 400 Meter in der W45. Obendrauf gab es noch Silber in neuer Saisonbestzeit von 66,37 Sekunden.

Rang fünf für Marcus Brieger (SV Lerchenberg Altenburg; 36,26 m) im Diskuswurf der M35. Zwei Starts standen für Martin Hohmann (Erfurter LAC) am Abschlusstag in der M40 noch auf dem Programm. Als Dritter beendete er die 200 Meter in 24,11 Sekunden. Im Weitsprung gab es mit 5,65 Metern den vierten Platz. Ebenfalls Platz vier ersprang sich Sandro Kubitza (Erfurter LAC) mit 5,41 Metern in der M45. Für Anke Seise (SV Concordia Großengottern) endeten die Titelkämpfe über 400 Meter in neuer Saisonbestzeit von 76,36 Sekunden als Elfte in der W55.

Für eine besondere Geschichte sorgte Kugelstoß-Weltrekordhalter Andy Dittmar (BIG Basketball in Gotha). Eigentlich wollte der M50-Athlet erstmals in dieser Saison die 18-Meter-Marke angreifen. Doch heftige Unwetter in seiner Heimatstadt Gotha setzten seinen Keller unter Wasser, sodass er bis kurz vor der Abfahrt mit Aufräumarbeiten beschäftigt war. Erst am Morgen entschied er sich, die rund 400 Kilometer nach Mönchengladbach zu fahren, seinen Wettkampf zu bestreiten und anschließend sofort wieder die Heimreise anzutreten. Unter diesen Voraussetzungen waren seine 17,58 Meter dennoch eine beeindruckende Leistung – der Vorsprung auf den Zweitplatzierten betrug mehr als zwei Meter. „Ich war noch nie so platt. Ohne Beine und Kopf woanders“, resümierte der 52-Jährige kurz nach seinem Wettkampf.

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