Das Märchen geht weiter: Im Vorjahr überraschte Maria-Lena Carniel in ihrem ersten Jahr als Geherin mit dem deutschen U18-Meistertitel. Jetzt war sie am zurückliegenden Wochenende sogar schneller als ihre Trainerin Julia Henze im 3.000 Meter Bahngehen unterwegs und verbesserte den Hallen-Landesrekord auf 14:48,23 Minuten. Bei den Männern über 1.500 Meter lief Roman Freitag auf den dritten Rang. Zeno-Rafael Musso wurde für die wichtigen Wettkämpfe im Winterwurf geschont.
Von der Langstreckenläuferin zur Geherin: Dieser Wechsel gelang bei Maria-Lena Carniel (Eisenacher LV) eindrucksvoll. Ihr größter Erfolg der deutsche U18-Meistertitel in Koblenz. Für ihr zweites Jahr hat sich die Mihlaerin ehrgeizige Ziele gesteckt. „Man hat schon seine Ansprüche, die nicht gerade geringer geworden sind.“ Kurzfristig: „In der Halle möchte ich nochmal meine Bestzeit toppen und bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Jugend U20 ist das Ziel eine Medaille.“ Langfristig: „Für den Sommer möchte ich schon gern einen internationalen Start in Angriff nehmen. Vielleicht kann ich mich für das EYOF empfehlen. Ansonsten stehen die Deutschen Jugendmeisterschaften im Fokus.“
Einen ersten guten Eindruck hinterließ sie beim Auftakt bei den Thüringer Hallenmeisterschaften in Erfurt. Im 3.000 Meter Bahngehen holte sie sich den ersten Titel des Jahres in 14:48,23 Minuten. Mit dieser Zeit toppte sie den alten Hallen-Landesrekord ihrer Trainerin Julia Henze, den sie im Februar 2015 in 14:51,25 Minuten aufgestellt hatte. „Es ist sehr schön, dass sie diesen Landesrekord jetzt hat, den sie sich auch verdient erarbeitet hat“, zeigte sich Julia Henze stolz über ihren Schützling. Es wäre durchaus noch eine schnellere Zeit möglich gewesen. Um die ging es Maria-Lena Carniel letztlich auch, denn aus dem Sommer hatte sie eine Bestzeit von 14:35,21 Minuten stehen. „Ich habe mich gar nicht so sehr auf den Landesrekord fokussiert, eher auf eine Zeit, die ich mir selbst vorgenommen habe und heute im Endeffekt nicht erreicht habe, weil die Beine viel zu schnell dich gemacht haben und ich auch viel zu schnell angegangen bin.“
Ein verhängnisvoller Fehler
Bei ihrem ersten Hallenwettkampf der Saison schwebte ihr eine Zeit unter 14:30 Minuten vor. Damit hätte sie ihr alten Bestzeiten aus der Halle und dem Sommer deutlich unterboten. Sie wusste auch schnell, wo ihr Fehler in diesem Rennen lag. „Das wird mir nicht nochmal passieren“, sagte sie bestimmt. Was war passiert? Sie hatte sich schnell an die Fersen ihrer männlichen Trainingspartner wie Matti Schmidt (Erfurter LAC) und Nick Joel Richardt (SV Halle) gehangen.
Ein verhängnisvoller Fehler. „Ich bin die ersten vier Runden auf einer Pace angegangen, die ich nicht richtig stemmen konnte. Wenn ich die Zeit, die ich mir vorgenommen habe, durchgegangen wäre, dann wäre es eine richtig gute Zeit geworden. Ich habe aus der Panik heraus reagiert und konnte das Rennen einfach nicht einschätzen, weil es seit Zittau im Oktober mein erstes Rennen war und seit der DM in Koblenz mein erster 3.000er im Bahngehen.“



