In den vergangenen fünf Tagen waren die DLV-Talente bei den U20-Weltmeisterschaften in Eugene (USA) im Einsatz. Zum deutschen Aufgebot zählten mit Gloria Herold, Helena Guttke und Nika Helene Illing drei Thüringer Athletinnen.
Zwölfeinhalb Runden auf der Bahn, bei trotz früher Stunde schon hohen Temperaturen: Der Wettkampf war für die Geherinnen am Samstag nicht nur eine körperliche, sondern auch eine mentale Herausforderung. Das Feld zog sich schnell auseinander, die Favoritinnen setzten sich ab. Nika Helene Illing (LSV 1971 Ilmenau) reihte sich auf dem ersten Kilometer ganz am Ende des Feldes ein und konnte auf der zweiten Hälfte noch einige Kontrahentinnen einsammeln.
Mit einer sauberen Technik arbeitete sich die 18-Jährige, der eigentlich das Straßengehen und die längeren Distanzen besser liegen, auf dem letzten Kilometer vor bis in die Top 25. In 23:37,35 Minuten fehlten ihr etwa 20 Sekunden zu ihrer Bestzeit von den Deutschen Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid. Ihren ersten WM-Einsatz konnte Nika Helene Illing trotz der großen Anstrengung genießen. „Ich wollte mir eigentlich eine Gruppe suchen, mit der ich mitgehen kann. Aber das war schon ein bisschen schwierig. Ich habe versucht, mich immer an die Athletinnen ranzuhängen, die vor mir waren. Ich bin nicht wirklich zufrieden mit der Zeit. Aber für die Hitze war es schon in Ordnung. Es ist ein cooles Erlebnis, bei einer WM zu starten und die ganze Nationalmannschaft um sich rum zu haben, anders als bei Geher-Weltcups“, sagte Nika Helene Illing gegenüber leichtathletik.de
Helena Guttke ärgert sich, Gloria Herold findet Rennen " sehr cool"
Zum Auftakt der U20-WM waren bereits Gloria Herold über 5.000 Meter und Helena Guttke (Beide Race Erfurt) über 800 Meter im Einsatz. Im ersten Rennen über 800 Meter war mit Ziva Remic aus Slowenien eine weitere große Favoritin am Start. Die noch 16-Jährige ist amtierende U18-Europameisterin und U20-Vize-Europameisterin. Sie entschied das taktische Rennen in 2:09,86 Minuten für sich. Helena Guttke lag lange gut im Rennen um die Halbfinal-Plätze, musste dann aber am Ende abreißen lassen. "Ich habe in der Kurve zu viel investiert, als ich außen vorbei musste", bilanzierte sie nach Rang sieben in 2:11,26 Minuten. "Ich ärgere mich, ich wäre gern besser gelaufen."
Die beiden DLV-Langstrecklerinnen verkauften sich beim ersten Aufeinandertreffen mit der Weltelite teuer. Es war anfangs eine Achtergruppe, die sich absetzte. Julia Ehrle (LG farbtex Nordschwarzwald) führte dahinter die erste Gruppe der Verfolgerinnen an, Gloria Herold die zweite. Auf den letzten zwei Runden konnte Julia Ehrle das Tempo dann noch einmal verschärfen und sich innerhalb der Verfolgerinnen-Gruppe die Poleposition erkämpfen. In 16:09,53 Minuten wurde sie Neunte und damit zweitbeste Europäerin. Lediglich die Schwedin Carmen Cernjul, in 15:22,18 Minuten starke Fünfte, landete vor ihr. Auch Gloria Herold konnte zufrieden sein: Für die Erfurterin wurden auf Platz 15 16:13,75 Minuten gestoppt. Damit schraubte sie ihre Bestzeit wie den eigenen Landesrekord um etwas mehr als drei Sekunden nach unten.
„Ich fand das Rennen sehr cool. Man hat schon gemerkt, dass zwischen nationalen und internationalen Rennen ein großer Sprung ist. Man hat immer eine Gruppe gehabt, die mit einem läuft. Dadurch konnte man auch mal im Windschatten laufen. Solch eine Tempoverschärfung kennt man nicht von nationalen Wettkämpfen. Meine Renntaktik hat sich eher im Rennverlauf entwickelt. Die Stimmung ist toll, man hat jede Runde auch deutsche Zurufe gehört“, resümierte Gloria Herold.
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