Erfurt: Robin Müller in bestechender Wettkampfform

Zwei fabelhafte Rennen, zwei fabelhafte Zeiten: Für Robin Müller hätte das neue Jahr nicht besser beginnen können. Bei den Thüringer Hallenmeisterschaften in Erfurt triumphierte der Schleizer über 1.500 und 3.000 Meter mit zwei Hallen-Bestzeiten sowie Normen für die Hallen-DM in Dortmund.

Völlig ausgepumpt lag Robin Müller (LC Top Team Thüringen) auf der roten Tartanbahn in der Hartwig-Gauder-Halle in Erfurt und schnappte im Ziel nach Luft. Es dauerte nicht allzu lange, da rappelte er sich wieder auf und ging auf wackligen Beinen zu seiner Freundin. Er holte sich die ersten Glückwünsche für ein wirklich packendes Rennen über 1.500 Meter ab, das er in neuer Hallen-Bestzeit von 3:49,31 Minuten für sich entschied. „Die 1.500 Meter haben sich wie ein schöner Steigerungslauf angefühlt“, sagte Robin Müller, der zuvor von Trainer Enrico Aßmus die tatktische Marschroute auf dem Weg bekam. „Es war ausgemacht, dass wir in 31er Zeiten loslaufen sollten. Die erste Runde war gleich ein bisschen ruhiger, aber das ist wiederum für die letzten Meter besser. Gerade für mich, weil ich länger in meinem Bereich bleiben kann und mich wohlfühle.“

Marschroute abgesteckt

Angesprochen war auch, dass er drei Runden vor Schluss die Spitzenposition übernimmt. Das hatte ebenfalls gut funktioniert, von wo er sich auf dem Weg zum ersten Sieg über 1.500 Meter machte. „Ich habe mich im Laufe des Rennens immer besser gefühlt. Als ich gemerkt habe, da geht es um was, konnte ich noch beschleunigen, aber trotzdem kontrolliert“, erklärte der 21-Jährige, der sich mit seinem ersten Rennen der Saison sehr zufrieden zeigte. Gleichwohl spürte er noch reichlich Potenzial. „Ich denke, die erste Runde mit dem ruhigen Angang hat eine Sekunde gekostet. Bei gleichem Aufwand, bei einem guten Meeting und guter Konkurrenz ist durchaus eine Zeit von 3:45 Minuten drin. Für mich gerade nach dem ersten Rennen geht das noch vielen gerade in der Tempohärte. Da kann es schon sein, dass man erst im vierten Rennen sein Potenzial ganz ausschöpft.“

Geplant ist der nächste Start über 1.500 Meter beim Erfurt Indoor (31. Januar). Mit seiner Zeit dürfte Robin Müller einen Startplatz im A-Lauf mit erstklassiger Konkurrenz sicher haben und den Angriff wagen, auf eine noch schnellere Zeit. Nach seinem glänzenden Auftakt folgte die Doppelbelastung am Folgetag mit einem Start über 3.000 Meter. Um gut zwischen den zwei Läufen zu regenerieren, ging es am Samstagabend für ein paar Sekunden in ein Eisbad. „Das hat Nils [Anmerk. Schumann] für uns angemeldet. Gut für die Regeneration ist viel Schlafen, Trinken und Essen“, klärte der Hindernis-Spezialist auf.

Die Marschroute für den Lauf am Sonntag über 3.000 Meter gab es noch nicht im Detail, aber er konnte so viel sagen, dass die ersten 1.000 Meter in 2:45 Minuten losgehen sollten und „wir wollen eine Zeit von 8:13 Minuten laufen“. Das ist nämlich exakt die Norm für die Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund (21. bis 23. Februar) und der Antrieb für die Hallensaison, dort über diese Strecke zu starten. Diese Norm unterbot er auf eindrucksvolle Art und Weise in 8:03,08 Minuten. Seine alte Hallen-Bestmarke verbesserte um etwas mehr als zwölf Sekunden. Mit dieser herausragenden Leistung unterstrich er seine fabelhafte Wettkampfform. Es sollte zugleich das einzige Rennen vor der Hallen-DM über diese Strecke bleiben. „Es wird noch ein paar scharfe Einheiten geben, man lässt die Wettkämpfe sacken, die man jetzt noch macht - das ist dann die Hauptvorbereitung“, sagte Robin Müller.

U23-EM als großes Ziel für den Sommer

Der Hauptfokus liegt auf dem Sommer mit dem internationalen Höhepunkt der U23-Europameisterschaften in Bergen (Norwegen; 17. bis 20. Juli). „Das ist das Riesenziel und das Allerwichtigste, dass da die Form stimmt. Deshalb machen wir die Hallensaison, um Wettkampferfahrung zu sammeln und Tempohärte zu generieren.“ Ebenfalls ein wichtiges Kriterium auf diesem Weg ist die Gesundheit. Im vergangenen Jahr erlebte er nach einem richtig guten Start ein Auf und Ab in seinen Leistungen. In der wichtigen Hauptsaison fiel er krankheitsbedingt aus. „Das kriegst du dann auch zum Ende der Saison nicht mehr aufgefangen. Das darf mir dieses Jahr nicht nochmal passieren. Das Wichtigste ist, dass ich gesund bleibe“, betonte Robin Müller, der die U23-EM stets in den harten Trainingseinheiten als großes Ziel vor Augen hat.

„Gerade auch jetzt im Winter, wo man viele Einheiten in der Kälte machen muss, weil für ein Trainingslager in der Wärme noch keine Zeit ist, ist es wichtig ein Ziel zu haben und daran zu denken.“ Vor ihm liegen noch einige Monaten. Der grandiose Auftakt wie sein dritter Sieg beim Erfurter Silvesterlauf sollten ihm Zuversicht und Mut geben, dieses Ziel im Sommer dann als Hindernisläufer zu erreichen.