Erstmal Pause. Mitte Mai beendete Nachwuchs-Geherin Nika Helene Illing bei den Offenen Berlin-Brandenburgischen Meisterschaften im Straßengehen im Britzer Garten mit einer neuen Bestzeit über 10 Kilometer den nächsten Wettkampfblock. Zuvor hatte sie bereits mit starken Zeiten über 5 Kilometer in Kelsterbach und Podebrady auf sich aufmerksam gemacht. Noch fehlen zur internationalen Norm 25 Sekunden, um erneut ins DLV-Dress zu schlüpfen. Erfüllen soll sich der USA-Traum Anfang Juli bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid.
Wenn Nika Helene Illing (LSV 1971 Ilmenau) auf die vergangenen Monate zurückblickt, war es eine Saison wie im Höhenflug. Die 18-Jährige ging von einer Bestzeit zur nächsten. Sei es über 5 Kilometer oder wie zuletzt bei den Offenen Berlin-Brandenburgischen Meisterschaften im Straßengehen im Britzer Garten sogar über 10 Kilometer (48:54 min). Dazu gab es in der Hallensaison einen deutschen Meistertitel im 3.000 Meter Bahngehen, der zweite folgte im April beim Straßengehen in Kelsterbach über 5 Kilometer. „Ich realisiere nach und nach schon, was ich da in den letzten Monaten erreicht habe. Es ist schon krass und man freut sich, dass es so super gelaufen ist“, sagt die U20-Geherin.
Bestzeit in Podebrady
Bei den Deutschen Meisterschaften im Straßengehen in Kelsterbach habe sie sich körperlich nicht allzu gut gefühlt. Dennoch stand eine neue Bestzeit von 24:43 Minuten. Beim internationalen Geher-Meeting in Podebrady lief es über 5 Kilometer nochmals um einiges besser - 23:40 Minuten standen auf der Uhr. „Die Stimmung war super. Die Temperaturen waren richtig angenehm. Ich konnte mich in einer Dreier-Gruppe reinhängen, in der wir uns gut abgewechselt haben“, berichtet Nika Helene Illing, die ihren Moment im Ziel als „ziemlich fertig“ beschrieb. Mehr ging an jenem Tag einfach nicht. Belohnt hat sie sich im Nachgang für ihre bisherigen Erfolge nicht. „Für mich ist der erste Platz oder der Titel schon Belohnung genug“, sagt sie schmunzelnd.
Die 5 Kilometer sind auch eben jene Strecke, die bei den U20-Weltmeisterschaften in Eugene (USA; 5. bis 9. August) im Programm stehen. Als Richtwert sind 23:15 Minuten gefordert. Gemessen an ihrer bisherigen Bestzeit aus Podebrady fehlen dafür noch 25 Sekunden. „Das ist schon viel – fünf Sekunden auf einen Kilometer gerechnet, die ich schneller sein muss“, betont sie und hofft, die Norm bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid (3. bis 5. Juli) abhaken zu können. Nur die ersten beiden mit erfüllter Norm erhalten das WM-Ticket. „Ja, die Zeit ist schon ordentlich. Dennoch denke ich, dass ich das schaffen kann, wenn ich einen guten Tag erwische.“ Das Wetter muss ebenfalls mitspielen. Am wohlsten fühlt sie sich bei Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad.
Erstmals im DLV-Dress bei der Team-EM in Podebrady
Um ihr großes Ziel zu erreichen, wird jetzt ein größerer Trainingsblock eingelegt. Inklusive Trainingslager in Oberhof (16. bis 24. Juni), um sich optimal auf die nationalen Titelkämpfe vorzubereiten. Auf dem Programm stehen unter anderem Einheiten im Gehen sowie Dauerläufe. „Das ist echt schön mit dem Trainingslager, weil du dich in dieser Zeit ganz auf das Training konzentrieren kannst“, weiß Nika Helene Illing. Schließlich will sie sich ihren USA-Traum erfüllen. Wenn es klappt, dann wäre dies bereits ihr zweiter Einsatz im DLV-Dress. Bereits im vergangenen Jahr trug sie es. Nämlich bei den Team-Europameisterschaften in Podebrady. Sie hat Luft geschnuppert – und will jetzt mehr. „Das war damals schon ein anderes Gefühl. Ich war noch nie so aufgeregt, wie an diesem Tag.“
Unterstützt wird sie ihrem Weg von ihrer Trainerin Julia Henze, einer ehemaligen Geherin, die als Landestrainerin in Erfurt tätig ist. „Sie kann sich super gut in jeden von uns reinversetzen. Sie weiß, einfach, was jeder von uns vor dem Wettkampf braucht. Sie macht das einfach gut, und unterstützt uns sehr.“ Wenn es zeitlich passt, dann sind die Eltern und Geschwister von Nika Helene Illing bei Wettkämpfen dabei. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften werden sie ihrer Tochter von der Tribüne aus die Daumen drücken. „Ich finde es schön, meine Eltern dabei zu haben. Obwohl man im Wettkampf auf sich fokussiert ist, hört man sie trotzdem, wenn sie einen anfeuern.“ Mitgehen wird an jenem DM-Tag noch etwas – nämlich das gute Gefühl. „Ich will gar nicht darüber nachdenken, sondern will das gute Gefühl einfach von Wettkampf zu Wettkampf mitnehmen. Das ist gut für den Kopf.“ Bisher hat das super geklappt. Warum also nicht auch bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid.




