Erfurt: Ein Auftakt mit Hallen-Weltrekord

Zwei Tage, zwei Meisterschaften: Die Thüringer Hallenmeisterschaften im Einzel, Gehen, 3.000 Meter und Mehrkampf am zurückliegenden Wochenende in Erfurt waren landesoffen ausgeschrieben. Demzufolge tummelten sich auch Athleten aus anderen Landesverbänden in der Hartwig-Gauder-Halle. Für den Glanzpunkt sorgte der Gothaer Andy Dittmar, der Kugelstoßer-Weltmeister stieß Hallen-Weltrekord.

Nicht nur in der Jugend wie der Elite sind Normen für die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften erforderlich. Auch bei den Masters gibt es in den jeweiligen Altersklassen Mindestleistungen, um an den Deutschen Hallenmeisterschaften in Frankfurt (2./3. März) teilzunehmen. Der Weg dorthin noch weit. So gaben die Titelkämpfe größtenteils eine erste Standortbestimmung. In Erfurt gab es in einigen Altersklassen mehr Meldungen, in anderen weniger: In der M35 war Ronny Tischer (LV Gera) fast allein unterwegs, so dass die Titel über 60 (7,78 sec) und 200 Meter (26,72 sec) nur über ihn gingen. Im Kugelstoßen wurde er mit 10,06 Meter Zweiter hinter Andreas Wolfram (TSV Zeulenroda; 10,54 m). Sprint-Double für Martin Hohmann (Erfurter LAC) in der M40 über 60 (7,73 sec) und 200 Meter (24,53 sec).

Laufbereich: Marcel Krieghoff und Daniel Greiner geben Ton an

Im Laufbereich kommt man an zwei Namen nicht vorbei: Daniel Greiner (SV Sömmerda), der Langstreckenspezialist nahm die 800 Meter in Angriff und siegte in 2:19,89 Minuten. Marcel Krieghoff (sc impuls erfurt) siegte souverän über 1.500 Meter in 4:18,82 Minuten, tags drauf folgten noch die 3.000 Meter, die er ebenfalls in einer schnellen Zeit von 9:17,64 Minuten für sich entschied. Für Karsten Klose (KSSV Victoria Weimar/Schöndorf) gab es zwei Landestitel: Hochsprung (1,63 m) und Weitsprung (5,71 m). Das Kugelstoßen gewann Stephan Vogel (LAV Elstertal Bad Köstritz; 11,80 m). Einen Vierkampf absolvierte Stefan Zimmermann (LG Ohra Energie) bestehend aus 60 Meter, Kugelstoßen, Weitsprung und 800 Meter, wo er 1.809 Zähler sammelte.

In der M45 war die Konkurrenz ebenfalls sehr überschaubar: Michael Krauße (Saalfelder LV) gewann über 200 Meter (26,93 sec) und 400 Meter (59,37 sec). Jens Schwotzer (KSSV Victoria Weimar/Schöndorf) setzte sich über 1.500 Meter in 4:42,96 Minuten durch. Über 3.00 Meter ging der Sieg an Christoph Kroll (LTV Obereichsfeld) in 10:24,33 Minuten. In der M50 gewann Ludwig Döring (SV Sömmerda) den Hürdensprint in 9,43 Sekunden. Vier Disziplinen absolvierte er am Folgetag und holte sich den Titel mit 1.886 Zählern. Für den Glanzpunkt sorgte Andy Dittmar. Der Gothaer Kugelstoßer wuchtete die 6-Kilo-Kugel exakt zweimal auf 18,02 Meter und verbesserte den Hallen-Weltrekord um vier Zentimeter (wir berichteten). Oliver Hamsch-Friske (USV Erfurt) absolvierte in der M55 die zwei Hallenrunden in 60,92 Sekunden. Auf den 3.000 Metern war Bruno Wenzel (sc impuls erfurt) in 11:08,52 Minuten der Schnellste.

In der M55 war Jens Peter (LTV Obereichsfeld) sogar noch schneller in 10:26,34 Minute unterwegs. In seinem letzten Jahr in der M65 zeigt Detlef Döpping (Gothaer LAC) das er durchaus mit den jüngeren Aktiven seiner Altersklasse noch gut mithalten kann. So gab es für ihn drei zweite Plätze über 60 Meter (8,89 sec), 200 Meter (29,00 sec) und Weitsprung (4,38 m) sowie der Sieg über 60 Meter Hürden (10,83 sec). Das allein würde schon für einen Vierkampf reichen. Doch das reichte ihm nicht, er trat am Folgetag im Mehrkampf nochmals an und gewann die Konkurrenz mit 1.532 Punkten.

Rudolf König und Heribert Krebs dominieren in ihren Altersklassem

In der M70 ist Rudolf König (Saalfelder LV) das Maß der Dinge: Souverän seine Auftritte über 60 und 200 Meter in 8,62 und 28,95 Sekunden. Im Kugelstoßen standen 11,79 Meter zu Buche. Erst Einzel, dann Mehrkampf – Rudolf König war an beiden Tagen ordentlich gefordert. Der Vierkampf brachte ihm einen weiteren Landestitel mit 1.528 Zählern ein. In der M75 dominierte Heribert Krebs (TSV Zella-Mehlis). Er gewann die 60 Meter (12,36 sec), 400 Meter (101,52 sec) sowie den Hochsprung (1,20 m). Zweiter wurde er im Kugelstoßen mit einer Weite von 8,07 Metern. Auch er nahm zum Abschluss den Vierkampf am Sonntag mit und sammelte 858 Punkte. Auf der langen Sprintstrecke sowie über 800 Meter startete Hartmut Erdmann (1. SC 1911 Heiligenstadt) in der M80, der sich den Titel über 400 Meter in 97,31 Sekunden und den zweiten Platz erlief über 800 Meter in 3:40,89 Minuten.

Christin Heinke (SV Concordia Großengottern) hatte in der W40 gleich doppelten Grund zur Freude: Sie gewann den Hürdensprint in 11,45 Sekunden sowie den Weitsprung mit 4,11 Metern. Im Hochsprung siegte Sabine Noé KSSV Victoria Weimar/Schöndorf) mit übersprungenen 1,50 Meter im dritten Versuch. Starke Konkurrenz für die W45 auf der langen Sprintstrecke und der Hallenrunde: Natalia Moussa (SV Sömmerda) siegte souverän über 200 Meter in 27,72 Sekunden, Franziska Brünner (LC Jena) wurde in 66,71 Sekunden Zweite über 400 Meter. Im 3.000 Meter Bahngehen siegte Yvonne Bonneß (ASV Erfurt) in 19:27,43 Minuten. In der W50 ging der Kugelstoß-Titel an Nicole Müller (KSSV Victoria Weimar/Schöndorf; 11,69 m).

Iris Opitz mit Sprint-Double in der W55

In der W55 scheint die Konkurrenz rar für Iris Opitz (LAV Elstertal Bad Köstritz), die sich in ihrem letzten Jahr der W55 befindet. Sie zeigte sich wahnsinnig imponiert vom Auftritt eines Felix Jahn (LC Jena), der bei den Männern über die Hallenrunde einen starken Auftritt hinlegte. Diesen Schwung wollte sie gern mitnehmen und kam in 28,35 Sekunden als Siegerin ins Ziel. Damit war sie nur eine Hundertstelsekunde langsamer wie bei ihrem Saisoneinstieg vor Weihnachten in Chemnitz. Über 60 Meter standen 8,50 Sekunden auf der Uhr, 8,46 Sekunden hatte sie zum Einstieg in Chemnitz auf die Bahn getrommelt.

Manuela Hartung (LC Jena) siegte über 800 und 1.500 Meter in 2:41,49 und 5:47,97 Minuten. Im Hürdensprint setzte sich Marion Stedefeld (SV Concordia Großengottern) in 10,50 Sekunden erfolgreich durch. Für die Doppel-Weltmeisterin ist es ebenfalls das letzte Jahr in der W55. Nach ihren Einzelstarts startete sie am Folgetag im Vierkampf, den sie mit 1.708 Zählern abschloss. Für Carmen Hildebrandt (Eisenacher LV) wurde es ein Trainingswettkampf, ihr Trainingsrückstand war durch eine Operation an der linken Hand sowie Urlaub noch zu groß. So gab es vorwiegend im technischen Bereich Schwachstellen, an denen nun im Training weiter gearbeitet wird. Mit 11,11 Metern war sie zum Auftakt aber nicht vollends unzufrieden.

Ergebnisse THLM Samstag

Ergebnisse THLm Sonntag