Mit Tobias Ulbrich (LG Region Landshut) und Hanna Gröber (LAV Stadtwerke Tübingen) siegten am Sonntag (19.04.2026) bei den zum zweiten Mal im thüringischen Breitungen ausgetragenen Deutschen Meisterschaften im Berglauf die Favoriten. Thüringer Läuferinnen und Läufer nutzten den Heimvorteil und holten mehrere Medaillen. Für das beste Ergebnis sorgte Gloria Herold vom Race-Team Erfurt, die auf der 7,2 Kilometer Strecke nach 34:40 Minuten als zweite Frau ins Ziel kam und sich die Silbermedaille in der weiblichen Jugend U20 sicherte.
263 Finisher erreichten auf den zwei Strecken bei widrigen Bedingungen das Ziel auf dem Pleß. Wegen Gewitter und Starkregen hatte der Veranstalter die Starts um 45 Minuten verschoben. Der Regen ließ dann zum Glück nach, aber der Untergrund war aufgeweicht und schlammig. Auf einigen Downhill-Passagen mussten die Läufer daher besonders aufpassen. Die 13 Kilometer-Strecke wies 750 Höhenmeter bergauf und 430 Höhenmeter auf. Das war auch für die Bergspezialisten wie den Sieger Tobias Ulbrich anspruchsvoll. „Anders als erwartet, aber definitiv hart genug“, sagte er im Ziel dem MDR. Unterwegs wechselte die Führung mehrfach. Kurz vor dem Ziel konnte sich der 26-Jährige, der zum ersten Mal in Thüringen an den Start ging, etwas absetzen und siegte in 50:37 Minuten mit vier Sekunden Vorsprung vor seinem Verfolger Dominik Notz (LAV Stadtwerke Tübingen). Die Bronzemedaille holte sich rund 60 Sekunden später Maximilian Zeus von der LG Regensburg.
Marcel Bräutigam mit "gebrauchten Tag"
Der aussichtsreichste Thüringer Starter Marcel Bräutigam vom GutsMuths-Rennsteiglaufverein, der vor neun Jahren an gleicher Stelle Dritter geworden war, erwischte einen „gebrauchten Tag“. Dabei wäre er in der Form für eine Medaille gewesen und lag zunächst auch aussichtsreich im Rennen. Magen- und Luftprobleme machten ihm aber zu schaffen und auch das Schuhwerk passte an dem Tag nicht ganz. Am Ende kam er nach 53:50 Minuten als Gesamtzehnter und Dritter seiner Altersklasse M35 ins Ziel. Über Bronze konnten sich auch der aus dem thüringischen Forschengereuth stammende und für den SV Bergdorf-Höhn startende Hannes Hittinger (12. in 55:01 min) und der Junior (U23) Felix Höfer (13. in 55:12 min) vom Erfurter LAC freuen.
Bei den Frauen gab es einen Dreikampf zwischen Hanna Gröber, Laura Hottenrott (Düsseldorf Athletics) und Nadine Hübel (TV Dipperz), die zunächst vor der späteren Siegerin lagen. Bergab holte Hanna Gröber die beiden ein und konnte sich etwas absetzen. Am Ende siegte sie souverän in 57:49 Minuten mit 1:01 Minute Vorsprung auf die Marathon-Spezialistin Laura Hottenrott, die erst kurzfristig für die Meisterschaft nachgemeldet hatte. Die viermalige Rennsteiglaufsiegerin Nadine Hübel folgte acht Sekunden dahinter auf dem Bronzerang und war überrascht, dass es so gut lief. „Ich wollte eigentlich nur mal die Form testen.“ Mit dem starken Meisterschaftsergebnis geht die Fuldaerin beim Rennsteiglauf am 9. Mai nun wieder als Favoritin auf die Halbmarathonstrecke.
Schnellste Thüringerin war die ehemalige Skiläuferin Antonia Horn vom gastgebenden Lauftreff Breitungen, die als 7. nach 1:03:51 Stunden ins Ziel kam. Als 20. konnte sich Christina Fünfstück vom SV Sömmerda in 1:13:56 Stunde über Bronze in der W35 freuen. In der W45 startete Franziska Brünner (LC Jena). "Mein Berglauf-DM-Debüt verlief trotz Regen, Schlamm und Gewitterverzögerung besser als gedacht", resümierte sie nach ihrem Rennen. Sie holte in der Altersklassenwertung in 1:19:18 Minuten die Silbermedaille. Gold ging an die 23. Anke Härtl vom GutsMuths-Rennsteiglaufverein, die in 1:17:30 Stunde souverän in der W60 gewann. Die Silbermedaille in der Mannschaftswertung für den GMRLV konnten die Senioren Stefan Bayer, Martin Wahl und Manfred Walther auf der 7,2 Kilometer-Strecke sichern.
Gloria Herold beim "Aufgalopp" DM-Zweite
Dass sie im Berglauf national eine Klasse für sich ist, bewies Julia Ehrle (LG Farbtex Nordschwarzwald) über 7,2 Kilometer. Die U20-Weltmeisterin des Vorjahrs zog den Konkurrentinnen vom Start weg auf und davon. Im Ziel lief sie mit 30:57 Minuten einen Vorsprung von fast vier Minuten heraus und musste nur drei U20-Läufern den Vortritt lassen. „Die Strecke war superschön und abwechslungsreich. So hat das Rennen großen Spaß gemacht, zumal ich immer Läufer um mich herum hatte“, sagte Julia Ehrle nach ihrem dritten U20-DM-Titel des Jahres. Hinter der Schwarzwälderin gewann die Thüringerin Gloria Herold (Race Erfurt; 34:40 min) die Silbermedaille. "Wir haben diese Meisteschaften als Aufgalopp und Vorbelastung vor den Deutschen Meisterschaften über 5.000 Meter in Celle genutzt. Mit der Silbermedaille von Gloria und Bronze durch Felix sind wir sehr zufrieden", sagte Landestrainer Enrico Aßmus zu den Leistungen von Gloria Herold und Felix Höfer. Bronze ging an Hannah Lösel (Eintracht Frankfurt; 35:06 min).
Ein großer Dank geht an das Organisatorenteam vom Lauftreff Breitungen und die Kampfrichter. „Breitungen hat seinen Ruf als Berglauf-Mekka damit erneut eindrucksvoll unterstrichen. Wir können Berglauf-DM“, freute sich der Cheforganisator Jan Matthes. Bei dieser Wetterlage hätte die Meisterschaft in den Alpen wahrscheinlich gar nicht stattfinden können.




