Zusammenfassung: Deutscher Jugend-Rekord, Bestzeiten und weite Sprünge

Drei hochklassig besetzte Wettkämpfe - Meeting in Zeulenroda (25. Mai), Deutschen Hochschulmeisterschaften in Kassel (25 Mai) und das Sparkassen-Meeting in Jena (27. Mai) - brachten eine Vielzahl an Topleistungen. Der Höhepunkt sicherlich der Deutsche Jugend-Rekord der 4x100-Meter-Staffel der U20 aus Erfurt in Jena. Doch es gab weitere herausragende Leistungen, die nicht unerwähnt bleiben sollten.

Paukenschlag zum Auftakt des 21. Nationalen Sparkassen-Meetings in Jena: Die U20-Staffel des LAC Erfurt Top-Team sprintete zum Deutschen Jugend-Rekord. Das Quartett um Nick Przeliorz, Luis Brandner, Hans-Arthur Margraf und Julian Wagner pulverisierte die alte Bestzeit, aufgestellt 1983 vom SC Motor Jena, um vier Hundertstel auf 40,61 Sekunden. Zugleich erfüllte die Staffel die Norm für die U20-Europameisterschaften in Grosseto (Italien; 20. bis 23. Juli). Ein schnelles Rennen lieferte zudem die 4x100 Meter-Staffel der weiblichen U18 ab. In der Besetzung Hannah Reetz, Lea Katzmarski, Helen Eigner und Charlotte Fromm (Startgemeinschaft Erfurter LAC) stand in 47,69 Sekunden eine super Zeit zu Buche.

Nachwuchssprinter Julian Wagner und Luis Brandner sind eine Klasse für sich

Gegenwärtig sorgen zwei Erfurter Nachwuchssprinter mit starken Zeiten für Furore. In Jena steigerte Julian Wagner (LAC Erfurt Top-Team) seine Bestleistung über 100 Meter auf 10,43 Sekunden und schob sich auf Rang zwei der deutschen U20-Bestenliste. Ebenso bestätigte er den bereits Anfang Mai in Erfurt erfüllten Richtwert für die U20-EM. Den über 200 Meter verpasste der junge Erfurter nur knapp um eine Hundertstel. Gefordert sind 21,30 Sekunden, in Jena standen 21,31 Sekunden auf der Anzeige.

Im Vorlauf standen für Luis Brandner (Erfurter LAC) 10,77 Sekunden auf der Uhr. Im Finale der U20 setzte der U18-Athlet noch einen drauf: Sieg in 10,63 Sekunden. Seine alte Hausmarke (10,69 sec) hatte nur sieben Tage Bestand. Er verbesserte sie um sechs Hundertstel und erbrachte abermals den Leistungsnachweis für die U18-Weltmeisterschaften in Nairobi (Kenia; 12. bis 16. Juli).

Tiffany Eidner mit schnellen Zeiten, Tim Stegemann im Sturzpech

Sie ist blau - und sie ist schnell. Die Bahn in Jena nutzte Tiffany Eidner (Bad Lobenstein TC) über 100 und 200 Meter zu schnellen Zeiten. Sie gewann beide Rennen in 11,85 und 23,90 Sekunden. Letzteres mit etwas zu viel Rückenwind (2,1 m/s), erlaubt sind 2,0 m/s. Über 3000 Meter Hindernis erfüllte U20-Athletin Kira Reinhardt (LAC Erfurt Top-Team) in 11:00,42 Minuten die DM-Norm für Erfurt (8./9. Juli). Bei den Männern lag Tim Stegemann (LAC Erfurt Top-Team) bis zum vorletzten Hindernis auf Siegkurs. Ein Sturz am Wassergraben kostete wertvolle Zeit, so dass Martin Grau (LSC Höchstadt) ihn auf der Zielgeraden abfing. Dennoch durfte sich Tim Stegemann in 8:39,95 Minuten über eine neue Bestzeit freuen.

Rebekka Schubert erstmals über 6-Meter-Marke, Alina Schönherr mit vielversprechendem Saisoneinstieg

Erstmals die Marke von sechs Meter übersprang Rebekka Schubert (LC Jena), die im letzten und sechsten Versuch mit reichlich Windunterstützung einen Satz von 6,02 Meter in die Grube setzte. An die Spitze der deutschen U18-Bestenliste setzte sich Joscha Bretschneider (LV Einheit Greiz) in 55,16 Sekunden über 400 Meter Hürden. Ein starkes Rennen lieferte Laura Kaufmann (LG Ohra Energie) über 400 Meter ab. Sie gehört zum älteren U18-Jahrgang und setzte sich mit 55,15 Sekunden an die Spitze der Bestenliste. Zur WM-Norm für Nairobi fehlen ihr noch 15 Hundertstel. Alina Schönherr und Lena Posniak (LAC Erfurt Top-Team) nähern sich der WM-Norm (2:08,00 min) über 800 Meter Stück für Stück: 2:10,29 und 2:10,47 Minuten standen auf der Anzeige. Für Alina Schönherr war es das erste Saisonrennen.

Constanze Dietzsch pulverisiert Bestzeit über 100 Meter

Wenn es läuft, dann läuft es: So wie bei Constanze Dietzsch (TSV Zeulenroda), die vor heimischer Kulisse beim Zeulenroda Meeting einen starken Eindruck über 100 Meter hinterließ. Die U23-Athletin heftete sich im Vorlauf einfach an die Fersen von Deutschlands Topsprinterinnen Gina Lückenkemper (LG Olympia Dortmund) und Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge) und stürmte zu einer neuen Bestzeit (11,73 sec). Im Finale standen 11,88 Sekunden auf der Uhr. In 10,81 Sekunden sprintete Malte Stangenberg (LC Jena) in der U20-Konkurrenz auf dem fünften Platz. Der U18-Athlet verpasste die WM-Norm um sechs Hundertstel.

Richtig gut unterwegs war U20-Mehrkämpfer Tom Greiner (LAC Erfurt Top-Team), der in Einzeldisziplinen seine Form testete und persönliche Bestleistungen wie im Weitsprung (6,99 m), 110 Meter Hürden (14,71 sec) und Diskus (39,20 m) erzielte.

Erste Formtests in Kassel

Bei den deutschen Hochschul-Meisterschaften in Kassel belegte Kugelstoßerin Luise Weber (ASV Erfurt/Uni Erfurt) mit 14,85 Meter den fünften Platz. Die 15 Meter sind in Reichweite. Verletzungsbedingt musste Sebastian Keiner (LAC Erfurt Top-Team) auf die Hallensaison verzichten. In Kassel wählte er zum Einstieg die Unterdistanz (800 Meter), die er als Dritter in 1:51,93 Minuten abschloss. Außer der Wertung startete Marcel Kornhardt (ASV Erfurt) im Dreisprung. Bei seinem weitesten Versuch (15,20 Meter) blies der Wind etwas zu kräftig.