Zeulenroda-Triebes: Premiere im Schnee

Die Sitzschalen mit reichlich Schnee bedeckt, das Stadion in eine weiße Pracht gehüllt: Beste Bedingungen für das 1. Zeulenrodaer Wintermeeting. Richtig gelesen – Wintermeeting. Dafür schnallten sich Tom und Jannis Mäusebach keinesfalls die Skier unter die Füße und drehten ein ein paar Runden auf der eingeschneiten Tartanbahn. Stattdessen kam der Schneeschieber zum Einsatz. Für die erste Disziplin an der Weitsprunggrube. Es entstand ein Video, dass in den sozialen Netzwerken schon für zahlreiche Schmunzler sorgte.

Als Leichtathletiktrainer des TSV Zeulenroda bekam Tom Mäusebach in den vergangenen Tagen einige Nachrichten von seinen Athleten, die angesichts der momentanen Trainingssituation über Motivationsprobleme klagten. „Wir befinden uns seit Dezember im Lockdown. Die Athleten, wenn sie nicht über einen Bundeskaderstatus verfügen, dürfen nur daheim trainieren. Das ist für uns alle keine einfache Situation“, macht er deutlich. Und so entwickelte sich in Windeseile eine winterliche Leichtathletik-Premiere. „Zwischen Idee und fertigem Video lagen nicht einmal 48 Stunden.“

Doch was hatte er sich ausgedacht? Eine Premiere - das 1. Zeulenrodaer Wintermeeting. Als er seinem Bruder Jannis von der Idee erzähle, war dieser sofort Feuer und Flamme. „Er hatte richtig Bock auf das Filmprojekt. Innerhalb von einer guten dreiviertel Stunde war die Bahn vor der Weitsprunggrube freigeschoben. Und dann haben wir die Idee einfach umgesetzt.“ Die Sandgrube blieb in weiß gehüllt. Ausgestattet mit Wettkampfklamotten standen beide abwechselnd am Anlauf. Sogar ein kleiner Hang wurde für eine Sequenz mit eingebaut.

„Wir sind schon zwei verrückte Typen“, sagt Tom Mäusebach lächelnd. „Für diesen Zweck habe ich sogar nochmal meine Spikes aus dem Schrank geholt und nach der Aktion dort auch wieder verstaut. Unser Gedanke war, dass wir mit dieser Geschichte, den Leuten einfach ein Lächeln auf die Lippen zaubern wollten.“ Das schien gelungen zu sein, was die Reaktionen bewiesen. Ihr Video veröffentlichten sie in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram. „Mich haben Athleten angeschrieben, sie haben sich für die Aktion bedankt, sprachen von einer coolen Aktion.“ Aus dem hohen Norden meldete sich beispielsweise die ehemalige Siebenkämpferin Julia Mächtig-Klepp.

Die erste Folge weckte natürlich gewisse Begehrlichkeiten. Ebenso wie große Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken und darüber hinaus. Ob es eine Fortsetzung zur Winter-Premiere geben wird, ließ Tom Mäusebach offen. „Uns ist wichtig, dass sich keiner verletzt. Es geht einfach um den Spaß im Schnee.“ Und mit diesem Spaß haben sie für reichlich Freude am anderen Ende der Bildschirme gesorgt.

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