Zeulenroda: Tom Mäusebach setzt auf Geduld und Zeit

In der Zeulenrodaer Leichtathletik hat Peter Fleißner seine Spuren hinterlassen. Ziemlich große sogar. Für das schönste Abschiedsgeschenk zum Ende der Sommersaison sorgte sein Schützling Serina Riedel. Die damalige U18-Siebenkämpferin verabschiedete ihre Trainer mit der Verteidigung ihres deutschen Mehrkampftitels wie einer neuen deutschen U18-Bestleistung in den Ruhestand. Mit Tom Mäusebach tritt an seine Stelle ein ebenso zielstrebiger wie engagierter Trainer, der nun wiederum seine Spuren hinterlassen möchte.

Allerdings teils ausgebremst aufgrund der Pandemie-Auswirkungen. Momentan ist Serina Riedel die einzige Athletin aus seiner 15-köpfigen Trainingsgruppe, die regelmäßig bei ihm trainieren kann. Ihr Status als Nachwuchs-Bundeskaderathletin macht es möglich. Ein sehr großes Privileg. „Ich habe bis auf zwei, drei Athleten die anderen seit 19 Wochen nicht gesehen“, macht Tom Mäusebach deutlich. Im Hauptberuf Berufsschullehrer, im Ehrenamt Trainer. Lange Tage keine Seltenheit.

Schlüssel zum Erfolg heißt Geduld

Parallel zu seinem eigentlichen Job schreibt er Trainingspläne. Fünf sind es momentan. Er schickt sie raus, immer sonntags. „Manch einer meldet sich zurück, gibt Feedback. Von anderen habe ich bis heute nichts gehört“, gibt er sich nachdenklich, ob der momentan schwierigen Situation. Eine sieht er regelmäßig – Serina Riedel. Die Nachwuchs-Siebenkämpferin startet in ihr erstes U20-Jahr. Verbunden mit einigen Veränderungen. Die Hürden werden höher, der Speer (600 gr.) und die Kugel (4 kg) schwerer. „Wir haben im technischen Bereich ein bisschen gearbeitet. Angesichts des Wetters konnten wir manch technische Disziplin nicht so vorantreiben, wie wir gern wollten“, berichtet Tom Mäusebach.

Erfolge sind keine Selbstläufer. Auch für eine Serina Riedel nicht. Sie müssen sich tagtäglich aufs Neue im Training hart erarbeitet werden. Noch dazu jetzt mit dem Wechsel in die neue Jugendklasse. Gleichzeitig können die kleinen wie großen Erfolgsmomente den nötigen Kick für die kommenden Aufgaben geben. Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg ist Geduld. Darauf setzt verstärkt Tom Mäusebach bei seinen Athleten. „Für Serina ist es das erste Jahr in der U20. Ich erwarte nicht, dass alles technisch perfekt ist. Wir geben den Athleten die nötige Zeit, die sie brauchen. Anderseits braucht es Geduld.“

Im Training wie in der kommenden Freiluftsaison. Momentan befindet sich das Trainer-Athleten-Duo in der speziellen Wettkampfvorbereitung. Bevor der Saisonstart erfolgt, sorgte ein viertägiger Kaderlehrgang in Kienbaum für ein wenig Abwechslung. „Darauf hat sie sich riesig gefreut. Ich sehe diese vier Tage als besonders wichtig an. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, dass sie fährt und an diesem Lehrgang teilnimmt“, sagt Tom Mäusebach. Um die „Blase“ klein zu halten, blieben die Heimtrainer außen vor.

Erste Planungsphase bis Anfang Juni

Betreut wurde Serina Riedel vor Ort von Nachwuchs-Bundestrainer Kai Dockhorn (Siebenkampf, Frauen). Mit ihm wurden intern die Leistungsziele für die Sommersaison abgestimmt. International gibt es gleich zwei Höhepunkte: die U20-EM in Tallinn (Estland; 15. bis 18. Juli) wie die U20-WM in Nairobi (Kenia; 17. bis 22. August). Wohin ihre Reise führt, das entscheidet sich beim Mehrkampf-Meeting in Bernhausen (5. Juni). „Das ist die erste Phase. Bis zum Quali-Wettkampf in Bernhausen habe ich konkret geplant. Danach schauen wir, was möglich ist und reagieren auf die entsprechende Situation“, sagt Tom Mäusebach.

Erleichtert kann er schon vor dem Saisonstart sein. Zumindest in einem Punkt: „Sie ist gesund geblieben. Das haben wir bisher geschafft. Dementsprechend zuversichtlich schauen wir auf die Sommersaison. Sie wird hoffentlich umfangreicher als die im Vorjahr.“ Einsteigen wollte Serina Riedel beim Wurfauftakt in Jena (30. April), dieser wurde zu Wochenbeginn abgesagt. Weiterhin ist sie für die offenen Mitteldeutschen Mehrkampf-Meisterschaften in Halle (8./9. Mai) gemeldet. Tom Mäusebach spürt bei seiner Athletin, der „Appetit“ auf Wettkämpfe ist da. „Den Athleten fehlt einfach das Miteinander und sie haben richtig Lust, sich endlich wieder messen zu können.“ -sam-