Zeulenroda: Ein unbeschreibliches Gefühl

Sie steckt voller Elan: Serina Riedel ist bereit für Tallinn - und ihrem Debüt im Nationaltrikot. „Die Vorfreude ist riesig. Ich habe ein wenig Respekt vor dem Flug, aber ich freue mich auf den Wettkampf und die Zeit in Tallinn“, sagt die U20-Siebenkämpferin des TSV Zeulenroda. Das positive Gefühl ist zurück, Rückenwind für Tallinn gab zuletzt ein Testwettkampf in Bernburg.

Sie hat ihr Jahresziel erreicht: Serina Riedel durfte sich über eins der drei Siebenkampf-Tickets für die U20-Europameisterschaften in Tallinn freuen. Ausschlaggebend war ihre Normerfüllung schon zu Saisonbeginn, als sie bei den Mitteldeutschen Mehrkampfmeisterschaften in Halle/Saale die Norm überbot. Beim Mehrkampf-Meeting in Bernhausen und zugleich Qualifikations-Wettkampf für die U20-EM erwischte sie keinen guten Tag. „Ich habe jedes Jahr einen Wettkampf dabei, der nicht so gut läuft“, weiß sie aus Erfahrung. Dieser ist nun abgehakt.

Mit positivem Schwung nach Tallinn

Umso mehr freut sie sich jetzt auf ihr internationales Debüt. Und das hört man ihr regelrecht an. Sie lacht, ist aufgekratzt. „Tallinn kann richtig gut werden. Ich habe mich einfach auch im Training besser gefühlt, als noch vor meinem Start in Bernhausen.“ Eine fast zweiwöchige „Auszeit“, die Rückkehr ihrer Trainingsgruppe und ein Testwettkampf in Bernburg brachten das positive Gefühl zurück. Während des zweiten Lockdowns durfte sie als Bundeskaderathletin trainieren. Ein Privileg.

Dessen ist sie sich bewusst. Aber die langsame Rückkehr der kompletten Trainingsgruppe brachte nochmal neuen Schwung. „Sie geben mir Halt und stehen komplett hinter mir. Das war und ist mir sehr wichtig“, sagt Serina Riedel. Sportlich brachte sie Bernburg zurück in die Spur, wo sie mit zwei neuen Bestleistungen im Hürdensprint (14,61 sec) und mit der Kugel (12,39 m) glänzte. Im Weitsprung standen 6,13 Meter im Protokoll. „Der Wettkampf war echt gut und richtig schön. Er hat mir gezeigt, wir sind auf dem richtigen Weg. Das war richtig befreiend.“

Vorfreude auf ersten internationalen Start

Mit diesem Gefühl stieg sie nun am Dienstag in den Flieger. Ihre Erwartungen hält sie klein. Es ist ihr erstes U20-Jahr. „Mir wurde im Vorfeld von vielen gesagt, ich soll Spaß haben und mir keinen Streß machen. Selbst möchte ich die Top 10 erreichen. Das ist mein Ziel. Ich starte dort mit den besten Mädchen Europas - und ich bin eine von ihnen.“ Sie streift sich dann erstmals das Nationaltrikot über, für sie ein „unbeschreibliches Gefühl“. Aufgeregt sei sie nicht. Dafür andere Familienmitglieder umso mehr. „Meine Mama ist aufgeregter als ich. Mein Papa ist richtig stolz auf mich. Er hat gesagt, ich soll einfach mein Ding machen.“ Und das gleich an den ersten beiden Wettkampftagen.

Das sieht Serina Riedel keinesfalls negativ. „Ich finde es gut, dass wir gleich am Anfang dran sind, so können wir uns die kommenden Wettkämpfe entspannt anschauen und die anderen anfeuern.“ Freuen tue sie sich auf alle Disziplinen des Siebenkampfs. Ein Ticken noch mehr auf den Weit- und Hochsprung. „Im Training hat der Hochsprung richtig gut geklappt.“ Ebenso wie auf die abschließenden 800 Meter, wo sie versuchen will, nicht nur mitzulaufen. Sie verspürt richtig Lust und Freude auf diesen Siebenkampf. Mit diesem Gefühl kann es eigentlich nur gut werden. -sam-

Live-Ergebnisse

Donnerstag: 100 Meter Hürden (ab 9:40 Uhr) II Hochsprung (10:40 Uhr) II Kugelstoßen (15.20 Uhr) II 200 Meter (ab 17.10 Uhr)

Freitag: Weitsprung (11:45 Uhr) II Speerwurf (13:45 Uhr/15 Uhr) II 800 Meter (ab 16:35 Uhr)