Zeulenroda: Abitur in der Tasche, Kopf frei für Ulm und Cali

Endlich geschafft! Stolz hält Serina Riedel ihr Abiturzeugnis in den Händen. Sie lächelt, sie wirkt erleichtert. „Ich bin glücklich und zufrieden. Es ist vorbei.“ Vorbei die Paukerei für die Prüfungen, vorbei der Stress der vergangenen Wochen. Befreit von der schulischen Last hat die Mehrkämpferin nun den Kopf frei, um die nächsten sportlichen Aufgaben wie die Deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm (15. bis 17. Juli) und ihren Saisonhöhepunkt, die U20-Weltmeisterschaften in Cali (Kolumbien; 1. bis 6. August), anzugehen.

Das Abitur hat sie in der Tasche. Obendrauf gab es zwei weitere Auszeichnungen für die 19-Jährige. Serina Riedel (TSV Zeulenroda) erhielt zum vierten Mal in Folge das Heike-Drechsler-Stipendium. „Ich sollte diese Auszeichnung beim Heike-Drechsler-Pokal erhalten. Aufgrund des schlechten Wetters wurde diese Veranstaltung abgesagt. Also waren wir in Gera ein bisschen Kaffeetrinken. Wir saßen in einer kleinen Runde von acht Leuten zusammen und sie hat von ihren früheren Wettkämpfen berichtet, ihren Verletzungen und wie sie sich wieder zurückgekämpft hat. Das war richtig cool mit ihr ein wenig zu plaudern“, berichtet die junge Siebenkämpferin.

Dem nicht genug bekam sie im Rahmen der feierlichen Zeugnisausgabe den „Pierre-de-Coubertin-Schülerpreis“. Zu ihrer Überraschung aus den Händen ihres Trainers Tom Mäusebach. „Ich wusste nicht, dass er kommt und dann auch noch eine Rede hält. Das ist eigentlich nicht so meins, allein vor 300 Leuten auf der Bühne zu stehen und die Auszeichnung zu bekommen. Aber ich habe mich sehr über diese Auszeichnung gefreut. Das ist schon ein sehr cooler Preis“, sagt sie lächelnd. Nur eine Woche nach der Abiturfeier liegt die volle Konzentration auf der Jugend-DM in Ulm. Geplant ist ein Doppelstart über 100 Meter Hürden und Weitsprung. „Ich möchte einfach einen schönen Wettkampf abliefern, und vielleicht fällt im Weitsprung sogar eine Medaille ab.“

Zur Abwechslung ins Kanu

Im Weitsprung möchte sie dabei gern an ihre guten Serien aus den vorherigen Wettkämpfen anknüpfen und ihre 6-Meter-Serie weiter fortsetzen. Sie ist mit der drittbesten Leistung gemeldet. Gelingt ihr erneut ein Sprung um die 6,20 Meter, ihre Bestleistung steht bei 6,33 Meter, kann es mit einer Medaille durchaus klappen. Sie reist mit sehr guten Erinnerungen nach Ulm. Gelang ihr doch 2019 bei den Deutschen Jugend-Mehrkampf-Meisterschaften der Titelgewinn in der U18, im Weitsprung stand eine Weite von 6,03 Meter im Protokoll. „Man kann dort auf jeden Fall fliegen.“ Fliegen will sie auch über die Hürden – und das am liebsten schnell und unter 14 Sekunden.

Das Training lief jetzt ganz normal weiter. Auf dem Programm standen in Vorbereitung auf Ulm die Hürden und der Weitsprung. Am morgigen Donnerstag steht ein Wechsel der Sportart an, es geht auf das Wasser zum Kanufahren. „Wir sind mittlerweile eine richtig schöne große Gruppe mit zehn bis 15 Leuten geworden. Da macht das Training richtig Spaß und die Stimmung ist ebenfalls gut“, zeigt sie sich von der Dynamik innerhalb der Trainingsgruppe begeistert. Als kleine Abwechslung kommt die Kanutour gerade recht. Nur nicht kentern, sondern einfach im gleichmäßigen Rhythmus paddeln und die Aussicht vom Wasser genießen. Und nach dieser Tour kann sie sicherlich noch entspannter und gelöster in das DM-Wochenende starten. -sam-