Der Monat Juli steht im Zeichen von einigen Deutschen Meisterschaften. Beginnend mit den Altersklassen U18 und U23 (3. bis 5. Juli) im Wattenscheider Lohrheidestadion. Aus Thüringer Sicht gibt es einige Hoffnungsträger mit Medaillenchancen sowie U20-Athleten, die in der höheren Altersklasse starten. Mit der Chance auf ein WM-Ticket startet Gloria Herold über 5.000 Meter.
Ob Uelzen oder Celle, Anton Saar (Erfurter LAC) kehrte von den Deutschen Meisterschaften stets mit einer Medaille zurück. Anfang Mai sogar als Deutscher U23-Meister über 10.000 Meter. Nun folgen die 5.000 Meter auf der Bahn. „Die Konkurrenz ist gut, es wird für ihn nicht ganz so einfach. Dennoch ist das Ziel ein Podestplatz“, blickt sein Trainer Enrico Aßmus voraus. Eine neue Bestzeit über 3.000 Meter Hindernis konnte Karl Geburek (ASV Erfurt) beim Anhalt-Meeting 2026 in Dessau mit 8:49,81 Minuten realisieren. Gemeldet ist er als Dritter. „Diesen Platz gilt es zu verteidigen. Silas Zahlten und Noah Cais sind die Favoriten auf Gold und Silber“, sagt Enrico Aßmus, der mit Felix Höfer und Fabio Schönfeld (beide Erfurter LAC) weitere Athleten über die Hindernisse ins Rennen schickt. Für beide geht es darum, ihre Saisonbestzeiten anzugreifen.
Steigerungspotenzial
In dieser Saison hat Finn Friedrich (WSSV Suhl 1990) schon 2,06 Meter übersprungen. In diesen Höhenbereich sollte er wieder gehen, um eine Top-Platzierung zu erreichen. „Für ihn ist es gerade schwierig, weil in dieser Woche wichtige Theorieprüfungen in seiner Polizeiausbildung stattfinden. Ich hoffe, dass er am Wochenende den Kopf frei genug hat“, hofft sein Trainer Rico May, der mit Cedric Spieß (Erfurter LAC) ein weiteren Hochspringer an den Start schickt. „Für ihn lief es in dieser Saison gar nicht gut. Wir wollen versuchen, dass wir die bisherigen 2,00 Meter weiter steigern können.“ Auf den letzten Drücker noch auf den DM-Zug sprang Nils Ferber (LC Jena) im Weitsprung mit einer neuen tollen Bestleistung von 7,21 Metern auf. „Er befindet sich gerade in den Endzügen seiner Ausbildung. Wir versuchen nochmal diese Weite zu bestätigen.“
Bei den Halleschen Werfertagen gelangen Josh Anhalt (LC Jena) die ersten Würfe über 70 Meter. Mit 71,73 Metern rangiert er im oberen Feld der Meldeliste. Das oberste Ziel dürfte der Einzug ins Finale der besten Acht sein. Eine Steigerung seiner Jahresbestweite dürfte Pascal Künne (LAV Elterstal Bad Köstritz) anstreben, für ihn stehen bisher 61,95 Meter in der Leistungsdatenbank. Dem jüngeren U20-Jahrgang gehört Zeno-Rafael Musso (Eisenacher LV) an. Sein Trainer Tobias Schrock hat ihn höher gemeldet. „Er ist aktuell gut drauf und vernünftig in Form. Es soll für ihn ein Reinschnuppern sein. Es geht darum, Erfahrungen bei den Älteren zu sammeln und sich der großen Konkurrenz zu stellen.“
Formtest für U20-DM
Richtig stark unterwegs waren in dieser Saison die Zwillingsschwestern Emily und Clara Seidel (beide LC Jena). Beide haben sich jeweils über 200 und 100 Meter Hürden qualifiziert. „Emily hat sich in beiden Disziplinen toll gesteigert. Da wollen wir versuchen, die persönliche Bestleistung anzugreifen“, sagt ihr Trainer Rico May. Bei Clara Seidel sind die Starts ein guter Leistungstest auf dem Weg zu den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Hannover (28. bis 30. August). Gute Chancen auf das Ticket für die U20-Weltmeisterschaften in Eugene (USA; 5. bis 9. August) hat Gloria Herold (Race Erfurt) über 5.000 Meter. Die Norm hat die U20-Europameisterin im Berglauf bereits erfüllt. Jetzt gilt es den zweiten Platz hinter Julia Ehrle (LG farbtex Nordschwarzwald) zu verteidigen. Im Hinblick auf DM-Medaillen erwartet sie starke Konkurrenz mit Vanessa Mikitenko, Pia Schlattmann und Carolina Schäfer. Eine Verbesserung ihrer Bestzeit dürfte U20-Läuferin Helena Manzke (Erfurter LAC) anpeilen.
Magdalena Huhn und Aurora Klotz (beide LC Jena) sind beides noch U20-Athletinnen. Auf ein Weiterkommen ins Halbfinale, darauf hofft ihr Trainer Rico May bei den Hürdensprinterinnen. Ebenso wie auf gute Läufe. Ihr Saisonhöhepunkt wartet am darauffolgenden Wochenende mit den Deutschen U20-Meisterschaften. „Dafür gilt es sich in Form zu bringen.“ Mittendrin im Feld der Langhürdlerinnen befindet sich Philina Alexandra Denisow (Erfurter LAC). Für sie werden es die letzten Rennen sein. „Ich hoffe bei ihr auf einen schönen Abschluss mit einer neuen Bestleistung“, sagt ihr Trainer Tobias Schneider.
Sprungsicherheit finden
Im Frühjahr kam Anna Amalia Riechel (LG Ohra Energie) zum ersten Mal in die Trainingsgruppe von Rico May nach Jena. Aus der Halle stehen 1,77 Meter als Hausrekord im Hochsprung zu Buche. In Bebra übersprang sie zuletzt 1,74 Meter. In diesen Höhenbereich gilt es nun weiter vorzudringen. Mit Dreispringerin Aspasia Winkler (LC Jena) startet eine weitere U20-Athletin von Rico May in der höheren Alterskonkurrenz. „Bei ihr hat es in einigen Wettkämpfen noch nicht so gut geklappt. Es gab viele ungültige Versuche. Wir wollen Sicherheit für die U20-DM finden und das mit ein paar guten und sicheren Versuchen.“
Als U20-Athletin hat sich Laura Berger (ASV Erfurt) mit einer neuen Bestmarke von 46,65 Metern für die höhere Alterskonkurrenz im Diskuswurf empfohlen. Sie wird versuchen, ihre bisherige Bestleistung nochmals anzugreifen. Das gilt ebenso für Fabienne Schäfer (ASV Erfurt), die dem jüngeren U20-Jahrgang angehört, und im Hammerwurf an den Start geht. Sie steigt mit ihrer Winterwurf-Bestleistung von 50,86 Metern in den Ring. Als Vierte ist U20-Speerwerferin Lena Benne (LC Jena) gemeldet. Für sie geht es darum, sich losgelöst von den drei älteren Konkurrentinnen, der Marke von 50 Metern weiter anzunähern. Als Jahresbestweite hat sie 49,74 Meter stehen.
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