Im ersten Doppelpack-DM-Wochenende dürfte der Fokus auf den Talenten in der Jugend U18 liegen. Für sie ist der Saisonhöhepunkt zugleich der entscheidende Qualifikationswettkampf für die U18-Europameisterschaften in Rieti (Italien; 16. bis 19. Juli). Bei der Ticketvergabe möchten auch einige Thüringer Athleten ein Wörtchen mitreden.
Auf der kürzeren Sprintstrecke haben es Tim Wehner (LC Jena) und Jakob Wald (SSV Erfurt Nord) in das sehr konkurrenzstarke Feld von 73 Teilnehmern geschafft. Beide haben angesichts ihrer Meldeleistungen von 10,94 bzw. 11,01 Sekunden das Potenzial für das Halbfinale. Weiterhin sehr gut gemeldet ist Tim Wehner über die 110 Meter Hürden, nämlich als Zweiter mit 14,04 Sekunden. Da könnte, wenn alles zusammenpasst, so gar eine Zeit von unter 14 Sekunden möglich sein. „Ich wünsche mir, dass er sich für eine tolle Saison, die harte Arbeit und das echt gute Ankommen belohnt. Er weiß, was er kann“, sagt sein Trainer Max Otto Strobel, der mit Yannik Althaus (Gothaer LAC) noch einen weiteren Kurzhürdler am Start hat. „Dass er gleich in seinem ersten U18-Jahr eine DM sieht, freut mich sehr. Für ihn gilt es, Erfahrungen zu sammeln, die guten Leistungen zu bestätigen und ein, zwei saubere Läufe zu zeigen.“
Colin Schäfer und Felix Messerer mit Finalambitionen
Sein erstes und einziges Rennen über 400 Meter Hürden bestritt Colin Schäfer (Erfurter LAC) in diesem Sommer bei den Landesmeisterschaften in Arnstadt. Mit seinen 54,74 Sekunden schob er sich auf Rang zwei der Besten- und Meldeliste. „Es ist definitiv alles offen. Das große Ziel ist der Finaleinzug. Ich denke, er kann auch ein Wörtchen bei der Medaillenvergabe mitsprechen“, sagt sein Trainer Tobias Schneider. Ebenfalls ein Finalkandidat ist Felix Messerer (Erfurter LAC), der als Siebter gemeldet ist. „Er hat noch viel Potenzial, seine Bestzeit zu steigern“, blickt sein Trainer Rico May voraus. DM-Premiere für Luca Toni Zaremba und Jann Ziesak (beide LC Jena), die von Max Otto Strobel betreut werden. „Sie haben im Vorfeld echt viel an ihrem Rhythmus gearbeitet. Bei ihrer ersten DM sollen sie Erfahrungen sammeln und ihre Bestzeit angehen.“
Im 5.000 Meter Bahngehen ist Alexander Schwarz (ASV Erfurt) mit bereits erfüllter EM-Norm favorisiert (wir berichteten). Sein Trainingspartner Paul Alberto Gutierrez Müller (Erfurter LAC) kann bei der Medaillenvergabe ebenfalls ein Wörtchen mitreden. Ein großer Erfolg dürfte für Tim Nega (SSV Schiller-Gymnasium Eisenberg) die erneute DM-Teilnahme im Hochsprung sein. Vielleicht gelingt ihm eine weitere Steigerung seiner bisherigen Bestleistung von 1,91 Meter. Im Dreisprung konnte sich Luca Lion Gloger (WSSV Suhl 1990) im Verlauf der Saison auf einen neuen Hausrekord von 13,48 Meter steigern. Belohnt wurde dies mit dem DM-Ticket. Für ihn wird es darum gehen, Erfahrungen zu sammeln und in dem Bereich seiner Bestweite zu springen. Als Fünfter und Zehnter stehen Loris Ritter und Paul Bastian Morgenroth (beide Erfurter LAC) in der Meldeliste. Ein Platz im Finale der besten Acht dürfte das Ziel sein.
Mehr Windglück für die Sprinter
Über 100 Meter schielt Malina Fromm (Erfurter LAC) noch auf die EM-Norm von 11,90 Sekunden. Bisher waren ihre guten Zeiten oftmals vom Winde verweht. Dennoch hat sie sich in diesem Sommer auf 11,93 Sekunden steigern können. „Ich würde mich freuen, wenn sie es ins Finale schafft oder eine neue Bestzeit von 11,90 Sekunden läuft. Im Kampf um die EM-Plätze geht es wirklich sehr eng zu“, beschreibt ihr Trainer Tobias Schneider die Situation. Ebenso hofft er bei ihr auf ein wenig mehr Windglück. Angepeilt ist ein Doppelstart: 100 und 200 Meter. Wie auch bei Luise Schüffler (Erfurter LAC), deren Strecke eher die 200 Meter sind. „Auf denen hat sie sich gut entwickelt. Die Hoffnung liegt auf einer Zeit unter 25 Sekunden“, sagt Tobias Schneider, dessen Schützling keine Sportschule besucht, aber regelmäßig zum Training nach Erfurt kommt. „Sie ist unheimlich fleißig und sehr gewillt. Eine schöne Entwicklung, die sie genommen hat.“
Über 800 Meter liegt Smilla Bauer (Erfurter LAC) in Schlagdistanz zur U18-EM-Norm, die bei 2:09,00 Minuten liegt. Ihre Bestzeit steht bei 2:09,29 Minuten. Das gilt ebenso für Lucie Schmied (SV Empor Bad Langensalza) über 2.000 Meter Hindernis. Sie reist mit einer Bestzeit von 6:59,40 Minuten an. Für Rieti sind 6:55,00 Minuten gefordert. „All unsere Athleten haben nochmal gut in Oberhof trainiert. Von daher sind sie gut vorbereitet“, blickt Enrico Aßmus aus dem Trainergespann mit Nils Schumann voraus. Darüber hinaus ist Lucie Schmied noch über 3.000 Meter gemeldet. Ein Doppelstart könnte es auch bei Kimberly Deidersen (SV 1899 Mühlhausen) werden. Sie hat sich über 1.500 Meter und 2.000 Meter Hindernis qualifiziert und wird versuchen, ihre bisherigen Bestzeiten anzugreifen.
Eine schwierige Saison liegt hinter Hürdensprinterin Helena Wagner (LC Jena). Umso mehr freut sich ihr Trainer Max Otto Strobel, dass sie sich für die nationalen Titelkämpfe qualifiziert hat. „Sie soll ihre Teilnahme genießen und Spaß haben, damit sie mit neuem Schwung in die neue Saison gehen kann und das dann hoffentlich ohne Verletzung.“ Mit Victoria Keksel (Gothaer LAC) startet eine weitere Hoffnungsträgerin: Die 16-Jährige hat über 400 Meter Hürden bereits die EM-Norm erfüllt (wir berichteten). Im 5.000 Meter Bahngehen könnte Lilly Fenner (ASV Erfurt) um eine Medaille mitgehen.
Marlene Otto mit starkem Leistungssprung
14 Hochspringerinnen sind gemeldet. Eine davon ist Elisabeth Lehnen (FSV 1950 Gotha), die sich mit 1,70 Meter qualifiziert hat. Sie kann befreit aufspringen und vielleicht gelingt es ihr sogar, in diesem sehr engen Feld, ihre Bestleistung zu steigern. Noch rechtzeitig in Position hat sich Marlene Otto (LC Jena) im Dreisprung geschoben. Mit 12,53 Metern gelang ihr die EM-Normerfüllung. „Sie liegt auf Platz drei. Das wird sehr eng werden“, weiß auch ihr Trainer Rico May, der bei ihr auf das Finale der besten Acht hofft. Ihre letzte DM im Hammerwurf wird Mia Lina Tümmler (SV Sömmerda) absolvieren. „Sie ist eine Kandidatin für den Endkampf“, meint ihr Trainer Tobias Schrock, der sie an den Wintersport verliert. „Sie geht zum Bobfahren und wechselt nach Oberhof. Sie soll Pilotin werden.“
Des Weiteren werden die Deutschen Meister im 5.000 Meter Bahngehen in der Jugend U20 ermittelt. In der männlichen Jugend hat Felix Aßmus (Erfurter LAC) gute Chancen auf Edelmetall. Mit Titelambitionen startet Nika Helene Illing (LSV 1971 Ilmenau) in die weibliche U20-Konkurrenz. Sie hat zudem noch die Norm für die U20-Weltmeisterschaften in Eugene (USA; 4. bis 9. August) im Visier (wir berichteten).
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