Vaterstetten: „Kampfsau“ Serina Riedel: „Ich will einen geilen Wettkampf abliefern“

„Mach´s noch einmal“, möchte man ihr zurufen. „Mach´s noch einmal“, wie zuletzt bei den Mitteldeutschen Mehrkampfmeisterschaften in Halle/Saale. An diesem Ort schraubte die U18-Siebenkämpferin Serina Riedel (TSV Zeulenroda) jüngst ihre Bestmarke auf 5.773 Punkte. Doch so ein Siebenkampf ist kein Selbstläufer. Vieles kann, muss aber nicht passieren. Bisher überzeugte Serina Riedel bei jedem ihrer Starts mit Konstanz. Und genau auf jene muss die 17-Jährige auf den am Freitag (13 Uhr) beginnenden Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Vaterstetten (21. bis 23. August) vertrauen. Letztmals an ihrer Seite: ihr Trainer Peter Fleißner.

In dieser Konstanz sind Ausreißer natürlich immer willkommen. Gerade auch um die Konkurrenz auf Abstand zu halten. Für Spannung ist gesorgt, denn mit Marie Dehning (LG Celle-Land) hat in diesem Sommer eine zweite Athletin die 5.700-Punkte-Marke überboten. In der jüngsten Vergangenheit lieferten sich beide schöne und packende Duelle. Während sich Serina Riedel im Vorjahr den U18-Titel im Siebenkampf in Ulm erkämpfte, verwies sie Marie Dehning auf den zweiten Platz. In der Halle drehte sich das Blatt.

Konkurrenz als Anreiz

In Vatertstetten werden die Karten wieder neu gemischt. „Die Konkurrenz ist stark. Da ist Marie, wie auch Kajsa Zimmermann, die bei den Mitteldeutschen den Wettkampf abgebrochen hatte. Und es kann immer wieder Überraschungen geben“, macht Serina Riedel deutlich. Aber es ist genau jene Konkurrenz, die Serina Riedel als Anreiz braucht. „Wenn eine meiner Konkurrentinnen mich zum Beispiel im Weitsprung übertrifft, dann sehe ich das für mich als Anreiz. Wenn ich muss, dann kann ich mich auch steigern und werde zur Kampfsau.“

Dass sie nicht immer zur „Kampfsau“ werden muss, bewies sie zuletzt bei einem Abendsportfest in Hannover. Im Rahmen eines viertägigen Trainingslagers steigerte sie ihre Weitsprung-Bestleistung auf 6,17 Meter. Annelie Jürgens, ehemalige Sprung- und Sichtungstrainerin beim TLV und jetzige Landestrainerin Sprung beim Niedersächsischen Leichtathletik-Verband, nahm sich ihrer an. „Vor ihrem Weggang haben wir in Jena sehr gut zusammengearbeitet. In diesen Tagen in Hannover hat sie bei mir an kleineren Stellschrauben gedreht“, berichtet Serina Riedel von der Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus.

Ohne Druck in die nationalen Titelkämpfe

In Vaterstetten hat sie wegen der Corona-Sicherheitsmaßnahmen nur ihren Trainer Peter Fleißner um sich. Ein letztes Mal. Er verabschiedet sich dann in den wohlverdienten Ruhestand. Reichlich emotionale Momente sind vorprogrammiert. Nur teilen wird schwierig. Ihre Eltern sitzen nicht wie gewöhnlich im Stadion, sie stehen wohl als moralische Unterstützung am Stadionzaun. Rein dürfen sie nämlich nicht. Zuschauer sind wie schon bei der Aktiven-DM in Braunschweig nicht erlaubt. Doch an all die Einschränkungen will sie aktuell nicht denken.

Auch sonst gibt sie sich wenige Tage vor ihrem Start beim nationalen Höhepunkt recht entspannt. Aufgeregt sei sie nicht. „Das ist für mich ein Wettkampf wie jeder andere auch“, sagt Serina Riedel, die zwar als Titelverteidigerin in der Jugend U18 startet, sich aber nicht unter Druck setzen lassen möchte. „Ich habe mir selbst kein Ziel gesetzt. Ich möchte einfach nur Spaß haben, einen geilen Wettkampf abliefern und zeigen, was ich kann.“ Einfach wie zuletzt bei den Mitteldeutschen, als die „Kampfsau“ in ihr erwachte und sie sich zur neuen Bestmarke kämpfte.

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