Ungünstiger Zeitpunkt: Nachwuchs-Speerwerfer Josh Anhalt musste pausieren

Es sind Zahlen, Werte, die eine Momentaufnahme widerspiegeln. Bei den Halleschen Werfertagen standen für Nachwuchs-Speerwerfer Josh Anhalt lediglich zwei Weiten im Protokoll. Der Nordhäuser im Dress des LC Jena ließ seinen Speer zum Auftakt auf 57,87 Meter segeln, Rang zwei in der U18-Konkurrenz. Das war aber keine Weite, mit der er hätte zufrieden sein können. Seine Bestmarke steht seit dem Vorjahr bei 63,62 Meter.

Sechs Versuche, ein Wert oder ein X, zieren pro Durchgang das Ergebnisprotokoll. Es spiegelt lediglich die Leistung in einem kleinen Zeitfenster, dem Wettkampf, wider. Was es aber nicht macht, es erzählt nicht die Geschichte dahinter. Dafür braucht es oftmals den Athlet selbst, den Trainer oder auch die Eltern, die einen auf die Reise der vergangenen Wochen mitnehmen. Womöglich wäre für Josh Anhalt zum Saisonauftakt eine noch größere Weite drin gewesen, wenn ihn nicht eine 14-tägige Quarantäne aus der direkten Wettkampfvorbereitung gerissen hätte. Eine Mitschülerin am Jenaer Sportgymnasium wurde positiv auf das Coronavirus getestet.

„Ich bekam einen Anruf und musste ihn an dem Tag gleich aus Jena abholen. Er hat die zwei Wochen daheim verbracht und trainiert“, berichtete sein Vater Jons. Trainiert im kleinen Rahmen, so gut wie es halt ging. „Wir haben im Haus einen kleinen Kraftraum eingerichtet, so dass er im Kraftbereich weiter arbeiten konnte. Das hat sich im Winter schon gut bewährt. Im Garten habe ich ihm eine Kleinigkeit aufgebaut, damit er das Cross-Fit-Programm, das normalerweise die Trainingsgruppe immer freitags in Jena durchführt, in abgeschwächter Form machen konnte. Was nicht ging, war das Werfen“, führte Jons Anhalt weiter aus.

Vor der zweiwöchigen Quarantäne hatte Josh Anhalt gerade erst mit dem Wurftraining begonnen. Eine Woche um genau zu sein. Dann folgte das abrupte Ende. Die Quarantäne endete dann zwei Tage vor dem Saisonauftakt bei den Halleschen Werfertagen. „Für die Umstände ging es. Feinheiten fehlten noch wie Anlaufabstimmung, Wurfhaltung und Lockerheit. Das Einwerfen verlief gut. Zu Beginn des Wettkampfs hat sich zu viel Druck aufgebaut, dadurch ging die Lockerheit verloren“, resümierte Trainer Harro Schwuchow im Beisein von Jons Anhalt.

Seit Montag befindet sich Josh Anhalt wieder im normalen Trainingsbetrieb. Auch das Wurftraining läuft wieder. Und das lässt auf eine Leistungssteigerung am kommenden Freitag hoffen. Im Vorprogramm des 23. Internationalen Anhalt-Meetings in Dessau greift Josh Anhalt erneut zum Speer und will zeigen, dass er es besser kann als zuletzt in Halle/Saale. Das Werfen komme schließlich mit den Wettkämpfen. Und dafür bietet Dessau sicherlich einen tollen Rahmen – und Raum für eine neue Geschichte. -sam-