TTT – Top Team Thüringen geht an den Start

Nach vier Jahren ist Schluss: das LAC Erfurt Top Team gibt es nicht mehr. Es wurde formal umgewandelt in das Top Team Thüringen. Dazu gab es am 5. November eine Mitgliederversammlung. „Wir haben eine Satzungsänderung beschlossen. Sie ermöglichte uns, den Namen LAC Erfurt Top Team abzulegen und die Struktur zu schaffen, das Top Team Thüringen zu werden – und eine neue Stufe zu starten. Zuvor stimmte der Verbandsrat dieser Änderung zu“, erklärte Frank Jacoby.

Der ehemalige Vereinsvorsitzende des LAC Erfurt Top Teams zeigte sich erleichtert über diesen wichtigen Schritt, der angesichts wachsender Herausforderungen fast unumgänglich war. Angeführt sei die immer härter werdende Konkurrenz zwischen den Sportarten, der demografische Wandel, die Corona-Situation mit weitgreifenden Veränderungsprozessen, öffentlich „ausgereizte“ Haushalte und eine veränderte Sponsorensituation.

Eine spezielle Rolle übernimmt der Thüringer Leichtathletikverband (TLV), er ist Mitglied im Top Team Thüringen und erhält 50 Prozent der Stimmenanteile. Der TLV besitzt das Vorschlagsrecht für den Vorsitzenden. Dem neuen Vorstand gehört TLV-Leistungssportkoordinator Axel Siegfried als Vorsitzender an. Die Leistungszentren Erfurt und Jena haben das Vorschlagsrecht für je einen sportlichen Leiter. Für Erfurt ist es Enrico Aßmus, die Jenaer halten sich den Posten noch offen. „Das ist nach der aktuellen Satzung möglich. Das Leistungszentrum kann jederzeit einen Kandidaten entsenden“, sagte Frank Jacoby. In der Startphase hat sich Thomas Gentzel bereiterklärt, den Posten des Schatzmeisters zu übernehmen. Als Beisitzer fungieren Harro Schwuchow sowie Karl Riethmüller und Michael Gerlach.

Eine weitere Besonderheit betrifft die Mitgliedschaft: Die Athleten sollen die Mitgliedschaft und das Startrecht für das Top Team Thüringen haben, aber auch weiterhin Mitglied ihres Heimatvereins bleiben. Entscheidet sich ein Athlet für die Doppel-Mitgliedschaft, so wird er laut Frank Jacoby, für das Top Team Thüringen beitragsfrei gestellt. Wer die sportlichen Gesichter hinter dem künftigen Top Team Thüringen sein werden, dazu laufen seit zwei Wochen detailierte Verhandlungen mit den Athleten. „Wir haben positive Signale von Julian Reus und Martin Grau bekommen“, berichtet Frank Jacoby. Bis Ende November müssen die Gespräche realisiert werden, dann endet die Wechselfrist.

Die Kriterien für die Aufnahme in das Top Team Thüringen legt der Vorstand fest. Offen sei es für alle Bundeskader. „Es geht ab dem qualifizierten Jugendbereich los, wo wir für die Athleten eine Heimstätte schaffen wollen“, macht Frank Jacoby deutlich und verweist darauf, dass es durchaus eine attraktive Option sein kann. „Es wäre schon eine tolle Vorstellung, wenn alle Erfurter und Jenenser Topathleten unter einem Dach starten.“ Nach wie vor liege das Hauptaugenmerk auf der Nachwuchsarbeit. Die Athleten für das Top Team Thüringen sollen vorrangig aus dem eigenen Nachwuchs rekrutiert werden. „Sie sollen hier in Thüringen bleiben und nicht wechseln. Dafür gilt es die entsprechenden sportlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu stabilisieren und zu verbessern.“

„Stärken stärken“, macht Frank Jacoby deutlich. Die Verantwortlichen setzen auf Schlüsselwörter wie beispielsweise Heimatverbundenheit, Trainerteam und Sichtungsarbeit. Frank Jakoby macht im Gespräch keinen Hehl daraus, dass es genauso Skeptiker für das neue Konzept gibt. „Diese müssen wir mit Qualität überzeugen. Stillstand wäre falsch.“