Torun: Kugelstoßer Andy Dittmar begeistert mit M50-Weltrekord

Es war die Schlagzeile am zweiten Tag der Hallen-Europameisterschaften der Masters in Torun: Gothas Kugelstoß-Ass Andy Dittmar wird mit M50-Weltrekord Europameister. Er steigerte seinen eigenen Weltrekord in der M50 auf 18,22 Meter. Die Erfurterin Anja Schüppel nahm gleich einen kompletten Medaillensatz im Winterwurf mit nach Hause. Im Fünfkampf überzeugte Marion Stedefeld mit Rang zwei. Erfolgreich auf der Bahn: Rudolf König mit vier Sprint-Medaillen.

Die überragende Leistung aus deutscher Sicht lieferte am zweiten Wettkampftag der Masters-Hallen-EM in Torun (Polen; 27. März bis 2. April) Andy Dittmar (BIG Basketball in Gotha). Der Kugelstoßer war nach Fußproblemen rund um die Deutschen Meisterschaften auf den Punkt wieder topfit und krönte seinen EM-Titel mit neuem M50-Weltrekord von 18,22 Meter, die er im fünften Versuch erzielte. Der Weg dorthin hatte am Mittag zunächst etwas holprig begonnen, da die Kugelstoßanlage nur auf Weiten bis 17,30 Meter ausgelegt war und der Ring erst nach Intervention des deutschen Teammanagements verschoben wurde.

„Torun ist immer eine Reise wert. Die Stadt ist cool, die Arena sehr schön“, sagte Andy Dittmar. „Ich war richtig fit, hatte im Vorfeld nach der Fußgeschichte dosiert trainiert.“ Nach einem sehr weiten ersten Versuch, den er nicht im Ring halten konnte, sicherte er in Runde zwei mit 16,43 Meter erstmal den Titel ab, ehe es über 17,07 und 17,33 bis zum Weltrekord von 18,22 Meter ging. 

Damit steigerte Andy Dittmar seinen eigenen Rekord um sieben Zentimeter. „Zum Endkampf habe ich mich fast wieder komplett neu warmgemacht. Dann habe ich gemerkt, mein Puls kommt wieder, ich wusste, da geht noch was. Und bei dem Stoß im fünften Versuch habe ich gestoßen und gleich gejubelt, ohne zu gucken, wie weit der Stoß ist. Ich hatte das Gefühl im Mittelfinger, dass da das letzte Prozent rausgegangen ist.“

Anja Schüppel holt erste Thüringer Medaille - zwei weitere folgen

Die erste Thüringer Medaille ging auf das Konto von Anja Schüppel (ASV Erfurt). Im Diskuswurf der W35 gab es für sie zum Auftakt in die internationalen Hallen-Titelkämpfe mit Winterwurf von 33,52 Metern die Bronzemedaille. Silber folgte am zweiten Tag. Erfolgreich war sie mit dem Hammer, den sie auf 44,62 Meter beförderte. Komplettiert hat sie ihre Medaillensammlung mit dem Titel im Gewichtwerfen. Mit 15,08 Metern aus dem dritten Versuch gelang ihr als einzige Teilnehmerin eine Weite über 15 Meter.

Im Straßengehen der W45 über 5 Kilometer erreichte Yvonne Bonneß (ASV Erfurt ) in 29:19 Minuten den vierten Platz. In der Teamwertung durfte sie sich über den Titel freuen. International noch der W55 angehörig ist Marion Stedefeld (SV Creaton Großengottern), die im Fünfkampf an den Start ging. In der Summer aller fünf Disziplinen – 60 Meter Hürden (10,47 sec), Hochsprung (1,38 m), Kugelstoßen (8,18 m), Weitsprung (4,29 m) und 800 Meter (2:48,88 min) - gelang ihr der Sprung auf das Treppchen. Mit 3.832 Punkten holte sie Silber. Ebenfalls mit einer Silbermedaille kehrte Manuela Hartung (LC Jena) nach Hause. Diese erreichte sie in der Teamwertung über 8 Kilometer im Crosslauf der W55. Im Einzel kam sie in 39:15 Minuten als Zehnte ins Ziel. Weiterhin startete sie über 800 Meter. Belegte dort in 2:44,48 Minuten ebenfalls Rang zehn. Im Kugelstoßen startete Carmen Hildebrandt (Eisenacher LV), die nicht ihr volles Leistungspotenzial ausschöpfen konnte. Mit 10,94 Metern landete sie auf dem siebten Platz.

Rudolf König rasant über 60 und 200 Meter, Geher glänzen mit Podestplätzen

Er gehört zu Thüringens schnellsten Masters-Sprintern: Rudolf König (Saalfelder LV). In der M70 stellte er dies einmal mehr in Torun unter Beweis. Zwei Medaillen gab es über 60 und 200 Meter. Auf der kürzeren Sprintstrecke gab es in 8,38 Sekunden die Bronzemedaille. Über zwei Runden führte ihn der Weg bis ins Finale über 200 Meter. Nach Vorlauf (28,72 sec) und Halbfinale (27,88 sec) folgte im Finale die nächste Steigerung auf 27,82 Sekunden. Als Lohn gab es die zweite Bronzemedaille. Nicht nur im Einzel rasant unterwegs, auch im Team zeigte er seine Stärke. Zunächst mit der 4x200-Meter-Staffel, die in der M70 vor den Briten (2:00,67 min) und den Finnen (2:02,41 min) den ersten Platz in 1:56,20 Minuten belegte. Silber gab es abschließend mit der Mixed-Relay Staffel über 4x200 Meter. Hinter den schnellen Briten (2:07,71 min) als neuen Europarekordhalter kam das DLV-Team in 2:12,37 Minuten als Zweiter ins Ziel.

Die Geher waren einmal mehr sehr erfolgreich: Allen voran Reinhard Langhammer (ASV Erfurt). Am zweiten Tag gab es für ihn die erste Medaille im 3.000 Meter Bahngehen. In der M70 musste er nur dem Tschechen Miroslav Fliegl (17:22,41 min) und Claudio Penolazzi aus Italien (18:36,15 min) den Vortritt lassen. Er belegte in 18:45,96 Minuten Rang drei. Im Straßengehen über 5 Kilometer wurde es in 30:57 Minuten der zweite Platz. In der Teamwertung gab es für das deutsche Team Rang drei. In der M60 kam Dick Gnauck (ASV Erfurt) im 5 Kilometer Straßengehen in 32:30 Minuten als Siebter ins Ziel. In der Teamwertung wurde es Silber.

Eine weitere Silbermedaille erwarf sich Karsten Friedrich (TSV Zeulenroda) mit dem Diskus. In der M45 erreichte er gleich im ersten Versuch seine Tagesbestweite von 42,97 Metern. Die Sprintfelder sind erwartungsgemäß immer stark besetzt. So auch in der M40. Martin Hohmann (Erfurter LAC) kam im ersten von acht Vorläufen über 60 Meter zum Einsatz. Für die nächste Runde sollten ihm 7,62 Sekunden nicht reichen, er kam auf Rang 31. Dafür liefen die 200 Meter besser. Im Vorlauf erreichte er in 24,27 Sekunden mit einem großen Q das Halbfinale. Dort konnte er sich zwar auf 24,03 Sekunden steigern, diese Zeit sollte aber nicht für ein Finalticket reichen. Im Gesamtklassement wurde es Rang 13.

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