Thomas Röhler will Zukunft der Leichtathletik aktiv mitgestalten

München. Der Jenaer Thomas Röhler ist einer von acht Mitgliedern der europäischen Athletenkommission. Dieser Tage wurde der Speerwurf-Olympiasieger von teilnehmenden Athleten bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in München für den Zeitraum von 2022 bis 2026 gewählt.

Herr Röhler, Welche Motivation haben Sie sich innerhalb von European Athletics zu engagieren?

Thomas Röhler: Gerade in gesellschaftlich dynamischen Zeiten bedarf es aus meiner Sicht der aktiven Mitarbeit von AthletenInnen um bestehende Verbandsstrukturen an Entwicklungen gerade junger Generationen anzupassen. Die European Championships haben einmal mehr bewiesen, dass Leichtathletik in Europa begeistern kann, dennoch sollten die emotionalen Erlebnisse der letzten Tage nicht über anstehende Hausaufgaben in den Verbänden hinwegtäuschen. Als Athletensprecher im Team freut es mich aktiv und strukturwirksam in den Entwicklungsprozess unserer Sportart eingreifen zu können. Neben der öffentlichen Diskussion halte ich die aktive Partizipation in Entscheidungsprozessen von Athleten, Wirtschaft und Medien als Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft der olympischen Sportarten.

Was ist Ihr Ziel und was möchte Sie bewirken?

Thomas Röhler: Kurz gesagt wünsche ich mir, dass auch in 5 bis 10 Jahren noch Kinder und Jugendliche den Traum einer Olympiamedaille in der Leichtathletik mit Freude und sicherer Perspektive im Sinne der Anerkennung und Finanzierung verfolgen können. So hoffe ich durch meine Arbeit einen kleinen Beitrag zu einem gesunden Leistungsstreben durch Sport in unserer jungen Gesellschaft beizutragen. Eine Gesellschaft ohne Vorbilder im Sport halte ich persönlich für wenig erstrebenswert. 

Werden Sie gleichzeitig für World Athletics (WA) agieren?

Thomas Röhler: Die Erfahrungen meiner Arbeit bei World Athletics, für welche ich von 2018 bis 2022 in ähnlichem Tätigkeitsfeld agieren durfte, werden definitiv auf europäischer Ebene helfen. Aktiv werde ich für WA nicht sein, da mein Mandat regulär nach vier Jahren endet. Mich freut es, mit European Athletics noch näher an den Heimatmarkt Europa/Deutschland zu rücken. Ein enger Austausch mit der DLV-Athletenvertretung Nadine Hildebrand ist definitiv angedacht, um wertvolle Impulse auch in Deutschland wirksam werden zu lassen.  

Sind Sie überhaupt noch aktiv, oder werden Sie sich nur noch sportpolitisch engagieren?

Thomas Röhler: Wer mein tägliches Sportlerleben in den Sozialen Medien verfolgt, wird wissen, dass ich definitiv weiterhin aktive sportliche Ziele verfolge. Trotz verletzungsbedingter Rückschläge halte ich am Ziel Paris 2024 und möglicherweise darüber hinaus fest. Trainingsfortschritte motivieren täglich, dennoch muss man festhalten, dass die anhaltende Comeback-Phase definitiv eine der größten mentalen, als auch körperlichen Herausforderungen meiner Sportlerlaufbahn bedeutet. Sportpolitsches Engagement bedeutet Zeit- und Energie Aufwand, ganz klar, aber mir war und ist es stehts die sprichwörtliche Extrameile wert, um nachhaltig wirksame Spuren durch das eigene Handeln in und neben den Stadien dieser Welt zu hinterlassen. -Pressemitteilung/sam-

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