Theo Schwabe erhält Werner-Bache-Sportmedienpreis

Bereits zum elften Mal prämierte der Landessportbund Thüringen am Mittwochabend in der Zalando-Loge des Steigerwaldstadions Erfurt die besten öffentlichkeitswirksamen Ideen und Werke des Thüringer Sports mit dem Medienpreis. Ausgezeichnet wurden in den Rubriken „Sport im Netz“ und „Sport und Geschichte“ die beste Online-Kommunikation (Internetseite und Soziale Medien) und die besten Jubiläumsschriften. Letztere mussten im Zeitraum des 1. Juli 2015 bis 15. Juli 2017 erschienen sein.

 

Theo Schwabe wird mit Werner-Bache-Sportmedienpreis geehrt


Zudem wurde im Rahmen der Veranstaltung der freie Südthüringer Sportjournalist Theo Schwabe als „verdiente Persönlichkeit des Thüringer Sportjournalismus“ mit dem 500 Euro dotierten Werner-Bache-Sportmedienpreis geehrt. Den Preis hatten der Landessportbund Thüringen, der GutsMuths-Rennsteiglaufverein, der Thüringer Skiverband und der Thüringer Sportjournalistenclub 2016 in Gedenken an den 2014 verstorbenen Pressewart des Thüringer Skiverbandes, Werner Bache, ins Leben gerufen und möchte damit die Leistung der Thüringer Sportjournalisten würdigen. Der 72-Jährige ist seit 1990 fast jedes Wochenende bei den Thüringer Sportveranstaltungen unterwegs und berichtet insbesondere vom Wintersport und den Laufveranstaltungen der Leichtathletik.

 

Wir gratulieren recht herzlich zu dieser Auszeichnung!

 

 

 

Anlässlich seines 70. Geburtstag erschien folgendes Porträt auf der TLV-Seite:


70 Jahre und kein bisschen langweilig: Wer einen Blick in den Terminkalender von Theo Schwabe erhaschen kann, der sieht nur wenige weiße Flecken. Unterwegs zu sein, bedeutet für den Jubilar mit den unterschiedlichsten Menschen aus Sport, Kultur und Gesellschaft in Kontakt zu kommen. Ihre Geschichten schreibt Schwabe auf, schickt sie dann vorwiegend an die in Thüringen ansässigen Zeitungen zur Veröffentlichung. „Im Sport und für das Lokale unterwegs zu sein, das hält mich fit. Das Schreiben füllt mich aus“, sagt Schwabe, der in Dietzhausen einem Ortsteil der kreisfreien Stadt Suhl lebt.

Zur Geschichte der Leichtathletik in Thüringen entstanden nach der Wiedergründung des Thüringer Leichtathletik – Verbandes zwei interessante Broschüren „75 Jahre Leichtathletik in Thüringen“ und „20 Jahre danach“. Eine 3. Broschüre ist in Arbeit. Sie soll die Erfahrungen der Kreisverbände und der Vereine beinhalten. Theo Schwabe hat sich eingebracht, seine Handschrift ist unverkennbar.

Dem Sport hat er sich seit vielen Jahren verschrieben. Ob Wintersport, Tischtennis, Boxen, Laufen oder die Leichtathletik in der Halle oder im Stadion, es gibt wohl keinen Thüringer Sportler, den Schwabe nicht kennt und über den er noch nicht berichtet hat. Es gibt eine Sportart, die ein wenig aus der Masse heraussticht. Die große Leidenschaft bei Schwabe für die Leichtathletik kommt nicht von ungefähr. „Ich war an der Sportschule in Erfurt und habe Leistungssport betrieben. Meine Disziplin war das Hammerwerfen“, sagt Schwabe, der 1944 in Schlesien geboren wurde. Mit drei Jahren kam er nach Badra und wuchs am Fuße des Kyffhäusers auf.

Auf die Sportschule wechselte er mit 16 Jahren. Nach dem Abitur 1963 zog es ihn nach Jena und Berlin zum Lehramtsstudium. Seine Fächerkombination: Sport und Geografie. Dem Lehrerberuf ging er bis 1980 nach, es folgten Sportweiterbildungen als Referent. „Ich war von Rostock bis Zwickau unterwegs, um im Bereich methodische Reihen im Weitsprung, Hochsprung und Kugelstoßen an Schulen zu lehren.“

Ende der 90er Jahre suchte die Neue Presse in Coburg freie Mitarbeiter. Schwabe ergriff die Chance. Zugleich arbeitete er auch wieder als Lehrer in Suhl. „Nach der Wende war ich kurz wieder als Lehrer tätig, weil ich aber aus dem Beruf zu lange raus war, habe ich die Arbeit wieder aufgegeben.“ Stattdessen arbeitete nur noch als Freier für die Zeitung und produzierte Seiten für den Sport. Schwabe war fast bei jedem Wettkampf dabei. Das Engagement entging auch Gudrun Löffler, die heutige Ehrenpräsidentin des Thüringer Leichtathletik-Verbandes (TLV), nicht. „Sie sprach mich an, ob ich nicht Interesse hätte, im Verband die Pressearbeit zu übernehmen.“ Schwabe stimmte dem Vorschlag zu, gewählt wurde er 1994 auf dem Verbandstag in Gera. Seitdem schrieb und beschäftigte er sich noch mehr mit den Thüringer Leichtathleten.

Unter seiner Regie wurde 1995 die Verbandszeitung des TLV ins Leben gerufen. Immer im Rhythmus von vier Monaten erschien das Heft mit allem Wissenswerten. „Die Produktion hat immer viel Zeit in Anspruch genommen. Es gab Statistik, Sportlerporträts, Berichte von Wettkämpfen, Geburtstage oder Jubiläen. Das Heft war schon nicht schlecht“, sagt Schwabe. Das Aus kam leise, vor eineinhalb Jahren erschien die letzte Ausgabe. Das Bedauern war groß, der Aufwand und der Streß für jedes Heft enorm.

Das Schreiben hat er nicht aufgegeben. Schwabe reiste weiter quer durch die Bundesrepublik und berichtete über die Athleten, die an kleinen und großen Wettkämpfen wie beispielsweise den Deutschen Meisterschaften teilnahmen. Sein Herz schlägt nicht nur für die Stadionleichtathletik. Ebenso auch für die Laufszene, über die er bereits zu DDR-Zeiten berichtete. „Ich bin früher fast zu jedem Lauf gefahren“, sagt der Jubilar. In den zurückliegenden Jahren reiste er nicht mehr ganz so viel. „Ich betreue relativ viele Läufe bei uns in der Gegend. Ich kenne fast jeden Läufer. Es fällt auf, wenn ich mal nicht da bin“, sagt Schwabe mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Sport ist die eine große Leidenschaft, das Kabarett die andere. „Wenn ich mal den Fernseher anstelle, dann nur, wenn Kabarett läuft. Ansonsten schaue ich nicht fern. Ich lese lieber oder höre Radio.“ Live auf der Bühne verfolgt er Kabarettisten wie Eckart von Hirschhausen, Dieter Nuhr oder Hagen Rether noch viel lieber. Dafür nimmt er Fahrten nach Erfurt, Coburg oder Bamberg gern auf sich. Wenn er mal nicht mit Block, Kugelschreiber und Kamera loszieht, dann fordern ihn Haus und Garten – und seine beiden Enkelkinder. Langweilig wird es im Leben von Theo Schwabe auch nach seinem 70. Geburtstag nicht zugehen.