Tampere: Finals bei der U20-EM ohne Thüringer Beteiligung

Für die U20-Europameisterschaften im finnischen Tampere wurden mit Leni Hanselmann (800 m), Lena Benne (Speerwurf) und Karl Geburek (3.000 Meter Hindernis) drei Thüringer Nachwuchs-Athleten nominiert. Die jeweiligen Finals sollten ohne Thüringer Beteiligung stattfinden.

Bei ihrem Debüt im Nationaldress kämpfte Speerwerferin Lena Benne (LC Jena) in der Qualifikation mit technischen Problemen. Mit 44,09 Metern stand ein ähnliches Ergebnis zu Buche wie bei den Deutschen Jugendmeisterschaften, doch mit einer Bestleistung von knapp über 50 Metern hatte sie sich doch ein wenig mehr erhofft. "Eigentlich habe ich mich gut gefühlt, aber technisch war das überhaupt nicht gut", gab sie sich selbstkritisch. "Das ärgert mich sehr." 

Leni Hanselmann verpasst Bestzeit und Finale knapp

Sie hatte insgeheim auf drei Runden über 800 Meter gehofft. Statt drei waren es zwei: Leni Hanselmann (Erfurter LAC) kämpfte in ihrem Rennen bis zum letzten Meter, in 2:07,39 Minuten kam sie als Vierte ins Ziel und verpasste ihre Bestzeit nur um sechs Hundertstel. "Es war meine Taktik, die erste Runde noch nicht ganz so schnell anzugehen. Auf der Zielgeraden hat es ganz gut funktioniert, noch ein paar Läuferinnen einzusammeln. Aber davor war ich noch zu weit hinten, auf der Gegengeraden war ich noch innen und konnte nicht raus. Die Platzierung ist ganz gut, ich wäre aber gern schneller gelaufen." Nach dem Hindernis-Start bei der U18-EM im Vorjahr ist es nun ihr erster internationaler Start über 800 Meter. "Ich habe schon immer beides gemacht. Als ich Hindernis gelaufen bin, habe ich den 800 immer ein bisschen hinterhergetrauert." Umso schöner, dass es nun auf dieser Strecke mit dem EM-Einsatz geklappt hat. 

„Sie war als 30. gemeldet, sollte am Ende 15 werden und hat wirklich viele hinter sich gelassen, die besser gemeldet waren. Sie hat fast noch ihre persönliche Bestzeit angegriffen. Am Ende fehlte eine halbe Sekunde zum Endlauf, wo nur acht reinkommen. Fast ein bisschen schade, dass es dann noch so eng wurde, dass man hätte träumen dürfen“, resümierte ihr Trainer Enrico Aßmus, der nach ihrem Verletzungspech von einer Top-Saison sprach. Sie schaffte es bei der U20-DM mit Bronze und der Norm zum internationalen Höhepunkt, belohnte sich im Team mit der Jugendstaffel über 3x800 Meter mit dem Titel und schaffte es fast noch zu einer neuen Bestzeit bei ihrem Auftritt in Tampere. „Sie hat sich sehr teuer verkauft. Damit sind wir auch super zufrieden.“

Schlechte Position am Wassergraben kostet Kraft 

Weniger zufrieden war Karl Geburek (AV Erfurt). In 9:05,08 Minuten wurde er in diesem Rennen Zehnter. Seine Bestzeit steht bei 9:01,40 Minuten. „Meine PB bin ich mit einem Sturz gelaufen, insofern wäre da schon deutlich mehr drin gewesen“, gab der Thüringer zu bedenken. „Ich habe mich vorher ganz okay gefühlt, aber dann gemerkt, dass die schon ordentlich schnell angehen. Und ich hatte ein, zwei Mal eine schlechte Position am Wassergraben. Da musste ich abbremsen, was ordentlich Kraft gekostet hat.“

Auch sein Trainer Enrico Aßmus hatte auf einen Einzug in das Finale gehofft und sich ein wenig mehr versprochen. „Ich hatte ihm schon eine Zeit von 8:55 Minuten zugetraut. Ich glaube, die Form dafür hatte er und das wäre das Finale gewesen.“ Schließlich sah er keinen optimalen Lauf seines Schützlings, der ausreichte, um das erhoffte Ziel zu erreichen. „Dafür hat er einfach zu viele Körner auf den ersten dreieinhalb Runden insbesondere am Wassergraben gelassen. Das summiert sich in der Folge. Er hat sich dann auch nicht wirklich gut positioniert. Das Rennen war gleichmäßig schnell. Von daher war die Aufgabe nicht so schwierig, ins Finale zu kommen. Aber er hat in der letzten Runde alle Körner schon aufgebraucht hat und sich nur noch so ins Ziel gerettet.“ Dennoch kann Karl Geburek auf eine erfolgreiche Saison mit Gold in der Jugendstaffel über 3x1.000 Meter, DM-Silber über 3.000 Meter Hindernis sowie Bronze bei der Hallen-DM über 1.500 Meter zurückblicken.

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