Sprungtalent Max-Ole Klobasa reist selbstbewusst und locker nach Halle

Zu seinen Vorbildern zählen Max Heß und Christian Taylor. Er selbst ist ebenfalls Dreispringer - und steht noch ganz Anfang seiner Laufbahn. Max-Ole Klobasa (LC Jena), 16 Jahre - und mit 14,38 Meter Führender der U18-Bestenliste. Bei den Mitteldeutschen Meisterschaften in Chemnitz, zu Monatsbeginn, flog er auf die neue Hallen-Bestmarke. Der Schützling von Rico May startet bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften (24./25. Februar) in Halle. Als der noch jüngere Jahrgang will er die ältere Konkurrenz (U20) etwas ärgern.

Wenngleich er in zwei Disziplinen, 60 Meter und Dreisprung, die Norm erfüllt hat, der Fokus liegt beim Hop, Step, Jump. "Die 60 Meter sind für mich mehr eine Vorbelastung für den Dreisprung", erklärt das Sprungtalent aus Eisenberg. Richtig ernst wird es für ihm am zweiten Wettkampftag (10.30 Uhr). Das Befinden vor seinem DM-Start ist alles andere als entspannt. "Ich bin aufgeregt, meine Erwartungen sind hoch", sagt er mit fester Stimme. Noch dazu fühlt er sich toptfit.

 

Spannender Kampf um DM-Podestplätze

Zwei Thüringer ganz vorn: Beim Blick in die Jahresbestenliste der U20 liegt Max-Ole Klobasa hinter Colin Sauerbrei (1. TSV Bad Salzungen; 14,99 m) auf dem zweiten Platz. "Colin ist ziemlich weit weg. Er ist zwei Jahre älter, an ihm orientiere ich mich erstmal nicht. Das Ziel ist es, sich an denjenigen zu orintieren, die hinter mir liegen und mit denen ich konkurrieren kann", sagt Max-Ole Klobasa. Und hinter ihm ballt sich die Konkurrenz. Zehn Springer haben die 14-Meter-Marke bereits geknackt. Der DM-Titel scheint vergeben. Dahinter ist ein spannender Kampf um die Podestplätze zu erwarten.

Der Silberplatz, das wär´s - und das nicht ohne Hintergedanken. Insgeheim erhofft sich Max-Ole Klobasa,  den zweiten Platz der Jahresbestenliste (U20) halten zu können. Wenngleich er weiß, dass er noch zum jüngeren Jahrgang zählt. "Ich weiß, dass es rein theoretisch möglich ist. Ich versuche locker zu bleiben und mein Besten zu geben." Als Bonus winkt noch ein besonderes Ticket. Der Erst- und Zweitplatzierte dieser Meisterschaften wird nämlich für den U20-Länderkampf in Nantes (Frankreich; 3. März) nominiert.

Im Hinterkopf ist diese zusätzliche Chance für ihn immer präsent. "Es ist für mich das große Ziel, das Deutschland-Trikot zu bekommen und zu tragen. Es ist die erste Chance für mich, es zu schaffen. Dafür muss ich Zweiter werden." Auch wenn eine Nominierung lockt, Druck will er sich keinen auferlegen. So wie vor einigen Monaten: Im Sommer schockte er die versammelte Konkurrenz bei der Internationalen Junioren-Gala in Schweinfurt, als er auf 14,49 Meter flog. "Für mich kam die Weite völlig unterwartet. Wir hatten uns 14 Meter als Saisonziel gesetzt. Bis zur Junioren-Gala hatte dies nicht geklappt, dann platzte der Knoten", beschreibt er seinen Glücksmoment. Sein bisher erfolgreichstes Jahr krönte er zusätzlich mit den Vize-Titel bei den Jugendmeisterschaften in Ulm.

 

Mit längerem Anlauf zu mehr Weite?

Die Freiluftergebnisse gaben Selbstvertrauen. In der Halle lief es nach einem mäßigen Start nun in Richtung Höhepunkt immer besser. Nichts ungewöhnliches bei Max-Ole Klobasa, der auch im Wettkampf erst in den letzten Durchgängen auf Touren kommt.  Die 14,38 Meter aus Chemnitz standen im sechsten und letzten Versuch im Protokoll. Glaubt er an eine Steigerung in Halle? "Im Moment weiß ich nicht, was drin ist. Bisher bin ich aus dem verkürzten Anlauf gesprungen. Bei der DM nehme ich den längeren Anlauf. Ich denke, es ist schon mehr möglich."

Zum Dreisprung kam er eher zufällig. Zuvor hatte er alles mal ausprobiert. Bis zu dem Tag, als er aus Spaß mal die technisch sehr anspruchsvolle Disziplin ausprobierte. "Als ich gleich im ersten Wettkampf die DM-Norm für die U16 gesprungen bin, bin ich dran geblieben und es geht immer weiter." Was macht für ihn die Faszination Dreisprung aus? Es sind für ihn mehrere Faktoren: Anlauf, Geschwindigkeit und drei Sprünge. "Es ist der Anreiz, alle drei Sprünge schön zu springen." So wie bei einem seiner Vorbilder Christian Taylor. "Er springt mit Abstand am schönsten", findet Max-Ole Klobasa.

 

Vor seinen Wettkämpfen holt er sich oft Anschauungsunterricht bei den Besten der Welt. Auf der Videoplattform "Youtube" gibt es genügend Material. "Man kann sich viel von ihnen abschauen. Anschließend versuche ich es im Wettakmpf umzusetzen." Gerade die Sprungtechnik ist nicht bei jedem Dreispringer gleich. Am Ende zählt nicht nur der ästhetische Aspekt, sondern auch die Weite.