Sondershausen: Stadionrekord-Spektakel auf dem Göldner

Das gibt es wohl auch nicht allzu oft: Gleich 15 neue Stadionrekorde gingen am Freitagabend beim Internationalen Nordthüringer Leichtathletik-Meeting in Sondershausen in die Statistik ein. Insbesondere die Sprinter zündeten ein wahres Stadionrekord-Feuerwerk, das Zuschauer wie das Organisationsteam in absolute Begeisterung versetzte.

Die Begeisterung kannte am Freitagabend auf dem Sondershäuser Göldner keine Grenzen. Das lag vornehmlich an den nationalen wie internationalen Topathleten, die mit neuen Stadionrekorden wie Bestleistungen nicht geizten. Es ging teilweise wie am Fließband zu. Kaum stand ein neuer Stadionrekord, fiel dieser bereits im nächsten Rennen. Dafür sorgten vornehmlich die Sprinter. Bei den Frauen drehte die Jamaikanerin Kemba Nelson bereits im Vorlauf mit 10,99 Sekunden mächtig auf. Im Finale ging kein Weg an der Vorlaufschnellsten vorbei, sie setzte sich in 11,07 Sekunden durch. Gefolgt von Sina Mayer (LAZ Zweibrücken), die in neuer Bestzeit von 11,18 Sekunden die B-Norm für die Weltmeisterschaften in Tokio (Japan; 13. bis 21. September) erfüllte.

Heiko Gussmann empfielt sich für WM-Ticket

Bei den Männern ging letztlich der neue Stadionrekord an den Ghanaer Benjamin Azamati, der das Finale in 10,02 Sekunden für sich entschied. Bereits die Vorlaufzeiten versprachen einen packenden Endlauf. Ihr Potenzial deutete da ein jamaikanisches Trio – Sachin Dennis (10,16 sec), Sandrey Davidson (10,07 sec) und Odaine Mc Pherson (10,06 sec) – mit an. Einen starken Eindruck hinterließ zudem Heiko Gussmann (Sprintteam Wetzlar). Mit einer Vorlaufzeit von 10,11 Sekunden empfahl er sich mit bestätigter B-Norm für die Weltmeisterschaften. Aufgrund der starken Konkurrenz erhoffte sich Felix Jahn (LC Jena) nochmals eine schnelle Zeit über 100 Meter. Nach seinem Sieg in der Vorwoche in Rhede auf seiner Paradestrecke über 200 Meter in 21,10 Sekunden, gingen für ihn über 100 Meter nun 10,73 Sekunden in die Ergebnisliste ein.

Über 400 Meter verbesserte Williams Christopher Morales aus Kanada den Stadionrekord auf 44,95 Sekunden. Auf Rang zwei folgte Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg). Der deutsche Meister lief in 45,11 Sekunden deutsche Jahresbestleistung und bestätigte nochmals die B-Norm für Tokio. Das Rennen über 800 Meter gewann Ibrahim Abass Chuot aus Katar in 1:44,90 Minute – ebenfalls neuer Stadionrekord. Der Marokkaner Hafid Rizqy hieß der Sieger über 1.500 Meter. Er schraubte den Stadionrekord auf 3:35,95 Minuten herunter.

Hinderniss-Ass Robin Müller mit Bahnabschluss

Bei den Deutschen Meisterschaften in Dresden lief Robin Müller (LC Top Team Thüringen) sein letztes Saisonrennen über die Hindernisse. Auf dem Göldner startete er über 1.500 Meter. Seine Endzeit 3:45,89 Minuten. „Bis 1.000 Meter hat er ein ordentliches Rennen gemacht und sich taktisch klug verhalten. Dann hat man bei ihm gemerkt, dass einfach die Frische nach den ganzen vielen Wettkampfhöhepunkten nicht mehr vorhanden ist. Dementsprechend hat er sich dann noch tapfer ins Ziel gearbeitet. Von der Zeit hätten wir uns sicherlich eine bessere erhofft. Damit ist für ihn die Bahnsaison beendet“, resümierte Enrico Aßmus aus dem Trainergespann mit Nils Schumann. Zum Abschluss wird der 22-Jährige noch die Deutschen Straßenlauf-Meisterschaften in Siegburg (7. September) angehen.

Für einen glänzenden Auftakt hatten bereits die DLV-Sprintstaffeln gesorgt. Das erste Quartett um Yannick Wolf (Cologne Athletics), Marvin Schulte (ASV Köln), Julian Wagner (TV Wattenscheid 01) und Lucas Ansah-Peprah (Hamburger SV) lieferten in 38,32 Sekunden einen erfolgreichen wie letzten WM-Test ab. Weitere DLV-Sieg gab es über 110 Meter Hürden durch den deutschen Meister Gregory Minoue (TV Kalkum-Wittlaer) in 13,63 Sekunden. Im Hochsprung setzte sich der deutsche Meister Gillian Ladwig mit 5,50 Metern durch.

Für weitere Stadionrekorde sorgte die Langsprinterin Andrea Miklós in 51,27 Sekunden über 400 Meter sowie im Hürdensprint Franziska Schuster (TSV Bayer 04 Leverkusen). Letztere nahm ihren Sieg als „kleine DM-Revanche“ und hatte sich für Sondershausen aber nochmal „einen Knaller“ gewünscht. Dieser blieb ihr in dieser Saison verwehrt. In Sondershausen stoppte die die Uhr nach 12,93 Sekunden, womit sie abermals die B-Norm für Tokio unterbot.

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