Sömmerda: Mitteldeutsche als geglückte Generalprobe vor Jugend-DM

Ein schwärmender Kugelstoßer, ein schneller Saisonabschluss, DM-Normen sowie eine vernünftige Generalprobe vor der Jugend-DM: Die Mitteldeutschen Meisterschaften der Frauen und Männer in Sömmerda hatten am Sonntag allerlei zu bieten. Die Bedingungen top, die Leistungen ebenso. Die Thüringer sammelten 20 Medaillen, davon vier Titel.

TLV-Präsident Heinz-Wolfgang Lahmann eröffnete die Mitteldeutschen Meisterschaften in Sömmerda. „Wir sind dankbar, dass wir mit dem Sömmerdaer Team einen Ausrichter für die Meisterschaften gefunden haben“, sagte Heinz-Wolfgang Lahmann und richtete dem Team seinen großen Dank für die tolle Organisation aus. An seiner Seite konnte er den sächsischen Präsidenten Tassilo Lenk begrüßen. Ebenso wie Bürgermeister Ralf Hauboldt. „Ich freue mich, dass die Auswahl auf den Standort Sömmerda gefallen ist. Wir bieten optimale Bedingungen und freuen uns, das eine solche Meisterschaft hier stattfinden können“, sagte er. Die Runde komplettierte TLV-Leistungssportkoordinator Axel Siegfried, Thomas Gentzel als Vorsitzender der Wettkampfkommission und Wolf-Dietrich Roehr vom ausrichtenden SV Sömmerda.

Top Kugelstoßanlage, Luis Brandner steigert Saisonbestzeit

Etwas abseits der Rundbahn machten sich die Kugelstoßer für ihren Auftakt bereit. Mit dabei Kugelstoß-Altmeister Andy Dittmar (BIG Gotha), der angesichts der Anlage ins Schwärmen geriet. Er komme gern nach Sömmerda. „Die Anlage liegt etwas abseits. Sie gehört für mich zu den Top 5 in Deutschland“, sagte der 47-Jährige, der sich gut fühlte und schon nach dem zweiten Versuch auf 17,62 Meter merkte: „Hier geht heute was.“ Die 18 Meter nicht unmöglich. Der vierte Versuch nochmals weiter als der zweite, aber ungültig. „Ich weiß, das es geht.“ Nur fehle ihm das Training. Also tastet er sich jetzt von Wettkampf zu Wettkampf an die anvisierte 18-Meter-Marke heran. Die nächste Chance bietet sich ihm beim Arena Meeting des TSV Zella-Mehlis (24. Juli). Danach geht es für zwei Wochen in den Ostsee-Urlaub.

Für den nächsten Höhepunkt sorgten die Sprinter. Im ersten von zwei Vorläufen steigerte Luis Brandner (Top Team Thüringen) seine Saisonbestleistung auf 10,39 Sekunden. Etwas Pech hatten die Teilnehmer wie Benedikt Wallstein (Gothaer Leichtathletik Centrum) oder Lukas Peter (LC Jena) im zweiten Lauf. Die neuen Bestzeiten von 10,75 und 10,80 Sekunden finden keinen Einzug in die Bestenlisten, der Rückenwind blies mit 2,9 Meter pro Sekunde zu kräftig. Im Finale sogar leichter Gegenwind. Es gewann Luis Brandner (10,47 sec). Große Freude bei Luke Ortmann (LC Jena), der als Sechster in 11,27 Sekunden die Norm für die Jugend-DM in der U18 unterbot.

Saisonabschluss für Lukas Peter, Finn Friedrich stark im Hochsprung

Über die 200 Meter trumpfte nochmals Lukas Peter auf. Der Langhürdler absolvierte in Sömmerda seinen letzten Saisonwettkampf und beschloss ihn mit 21,78 Sekunden. Dies war im Übrigen gleichzeitig eine Premiere, im Freien war er die 200 Meter noch nie gelaufen. Die 100 Meter zuletzt 2017. „Das hat sich einfach zum Ende der Saison angeboten. Nach Koblenz haben wir gesagt, das war der Abschluss über 400 Meter Hürden. Danach hatte ich noch Lust auf zwei kürzere Distanzen. Ich habe nicht viel erwartet, mit den Läufen bin ich sehr zufrieden. Das war ein schöner Saisonabschluss“, resümierte der Zweite der U23-DM über die lange Hürde. Erstmals unter der Marke von 23 Sekunden blieb Friedrich Dietz (Erfurter LAC) als Fünfter in 22,95 Sekunden, der unter der U18-Norm für die Jugend-DM blieb.

Auf der Unterdistanz verbesserte Robin Müller (Erfurter LAC) seine Zeit über 800 Meter auf 1:55,98 Minuten, er wurde Dritter. In dem schnellen Rennen konnte sich Oscar Friske (Erfurter LAC) auf 1:57,73 Minuten steigern. Über 1.500 Meter gewann Tim Lungmuß (Erfurter LAC; 4:04,62 min) Bronze. Seine zweitbeste Leistung im Hochsprung erzielte Finn Friedrich (WSSV Suhl 1990) mit 1,96 Meter. Für ihn gab es Silber, Rang vier für Cedric Spieß (Erfurter LAC; 1,95 m).

David Krivan erstmals über 7 Meter, Vernünftige Generalprobe vor Jugend-DM in Rostock

Im Weitsprung bestätigte Benedikt Wallstein mit 7,30 Meter seine persönliche Bestmarke. Er holte sich den Titel vor David Krivan (LC Jena), der seine Bestmarke um satte 33 Zentimeter auf 7,14 Meter steigerte. Der eine haderte etwas, der andere könnte glücklicher nicht sein. „Der Weitsprung war okay. Da war mehr drin als 7,30 Meter“, merkte Benedikt Wallstein an. Gerade der sechste und letzte Versuch deutete sein weiteres Potenzial an. Nur war dieser ungültig. Über 100 Meter lief auch noch nicht alles zusammen. Im Vorlauf war der Start perfekt, der Wind passte nicht. Im Endlauf passte der Start nicht, dafür der Wind. „Es war dennoch in allem eine vernünftige Generalrpobe. Das lässt auf eine gute Jugend-DM hoffen“, sagte der U18-Athlet, der noch am selben Tag mit einem Teil der Trainingsgruppe ins einwöchige Trainingslager nach Kienbaum fuhr.

Paula Barthel mit zwei Normen für Jugend-DM

Neue Bestleistung für Floyd Mewes (Erfurter LAC): Im Dreisprung standen nach der zweiten Runde 13,77 Meter im Protokoll. Im Speerwurf kratzte Constantin Nitsch (LAV Elstertal Bad Köstritz) als Zweiter mit neuer Bestmarke von 51,96 Meter an der 52-Meter-Marke. Große Freude bei Paula Barthel (LC Jena), die über beide Sprintdistanzen unter der U20-Norm für die Jugend-DM blieb. Über 100 Meter gab es Platz zwei (12,36 sec) und über 200 Meter den vierten Platz in 25,33 Sekunden. Die Sprintstaffel des SV Sömmerda mit Lena Mickley, Kim Zierenner, Leony Römhild und Lea-Celine Schleicher holte in 54,56 Sekunden den Titel.

Ihre Vielseitigkeit bewies Clara Seidel (LAV Elstertal Bad Köstritz) über 200 Meter (26,90 sec), Hochsprung (1,60 m) und Weitsprung (5,21 m). Auf der Unterdistanz startete Eileen Seebon (Erfurter LAC), die über 800 Meter in 2:18,96 Minuten Dritte wurde. Rang drei für Anastasia Tronicek (Erfurter LAC; 4:56,87 min) über 1.500 Meter. Dahinter platzierte sich Amelie Bretschneider (Erfurter LAC) mit einer neuen Bestzeit von 4:57,74 Minuten. Fünfte wurde Katrin Puth (LV Gera; 5:04,16 min). Im Hürdensprint kam Felicitas Becker (KSSV Victoria Weimar/Schöndorf) in 16,12 Sekunden als Vierte ins Ziel, im Weitsprung stellte sie als Dritte ihre Bestleistung von 5,32 Meter ein. Im Dreisprung ging der Titel an Marie Herre (Erfurter LAC; 12,35 m) vor Caroline Adler (Erfurter LAC; 11,69 m). -sam-

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