Im Sindelfinger Glaspalast startet am Freitag die Titeljagd bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften (20. bis 22. Februar). Für den Thüringer Leichtathletik-Verband haben 31 Nachwuchs-Athletinnen und – Athleten gemeldet. Starten werden nur 28. Ben Arthur Burkhardt, Gloria Herold und Jakob Hüttner sind verletzt. Gute Medaillenchancen gibt es über die 800 Meter mit Andor Rik Schumann, Helena Guttke und Cäcilia Weimann. Zudem gibt es einige Athleten mit Final-Ambitionen.
Ein Quartett mit je zwei Athleten aus Erfurt und Jena startet über 60 Meter: Am besten platziert ist Matthes Liek (Erfurter LAC) mit einer Meldezeit von 6,87 Sekunden. „Er hatte eine sehr gute Hallensaison. Er stand im vergangenen Jahr im Finale, das Ziel wird es sein, erneut den Endlauf zu erreichen. Entscheidend ist die Tagesform“, sagt sein Trainer Tobias Schneider, der ihn ein bisschen stärker über 200 Meter einschätzt. Er ist dort mit seinen 21,86 Sekunden ebenfalls sehr gut positioniert. „Er hatte die letzten Tage nochmals sehr gut trainiert. Ich denke, er kann das Finale erreichen.“ Und das in seinem zweiten U18-Jahr. Ebenfalls einer der Jüngeren ist Ole Jannis Gratz (Erfurter LAC), der in der Hallensaison über 60 Meter Hürden für Furore sorgte und nur knapp über der deutschen U18-Bestleistung blieb. Qualifiziert hat er sich über 60 Meter flach, wo er angesichts seiner Vorleistung von 7,05 Sekunden ein Kandidat für das Halbfinale sein könnte. Ebenso wie Felix Wolff (LC Jena), der mit einer Zeit von 7,00 Sekunden anreist. Mit 7,06 Sekunden gemeldet ist Tim Wehner (LC Jena).
Andor Rik Schumann hat ersten Hallentitel im Visier
Felix Wolff steht vor einem Doppelstart. Erstmals blieb er über 200 Meter unter 22 Sekunden, er lief 21,93 Sekunden. „Ziel in beiden Disziplinen wird sein, in den Bereich seiner persönlichen Bestleistung zu laufen, wenn nicht sogar darüber hinaus“, blickt sein Trainer Rico May voraus. Ein weiterer Schützling von ihm ist Felix Messerer (Erfurter LAC). Er hatte zu Beginn der Hallensaison bzw. im Dezember mit muskulären Problemen zu kämpfen. „Wir sind froh, dass er wieder dabei ist. Er ist ein typischer 400 Meter, 400 Meter Hürdenläufer. Deswegen ist seine Quali über 200 Meter ein guter Zusatz in dieser Hallensaison. Für ihn geht es darum, sich zu zeigen und ein gutes Ergebnis abzuliefern“, sagt Rico May.
Für Colin Schäfer (Erfurter LAC) ist die Normerfüllung über 400 Meter bereits ein großer Erfolg. Eventuell gelingt ihm nochmals eine Verbesserung seiner bisherigen Bestzeit von 50,28 Sekunden. „Jugend-Leichtathlet des Jahres“ Andor Rik Schumann (Race Erfurt) startet über 800 Meter. Auf seiner Paradestrecke hatte er zuletzt beim Erfurt Indoor eine neue Hallen-Bestzeit aufgestellt. Für ihn geht es um den Hallentitel. Nach dem es im vergangenen Jahr mit dem Titelgewinn unter dem Hallendach nicht geklappt hat, soll sich dieser nun erfüllen. Step-by-Step geht es bei Jordan Lux (Erfurter LAC) wieder aufwärts. „Er war nach Silvester länger krank. Die große Herausforderung wird für ihn sein, ins Finale zu kommen“, sagt Enrico Aßmus aus dem Trainergespann mit Nils Schumann.
Max Arnold mit Final-Chance
Die 1.500 Meter nehmen Til Stephan und Severin Niklas Benischke (beide Erfurter LAC) in Angriff. „Wir hoffen, dass Severin nach langer Verletzungspause den Vorlauf übersteht und in den Endlauf kommt. Bei Til peilen wir eine Top-8-Platzierung an“, sagt Enrico Aßmus. Auf der längsten Meisterschaftsstrecke (3.000 m) wollen Aaron Lautenschläger (Erfurter LAC) und Leonard Kaufmann (LG Ohra Energie) ihre bisherigen Bestleistungen angreifen. Eine tolle Saison absolvierte bisher Max Arnold (LC Jena), der sich über 60 Meter Hürden und im Weitsprung für die Titekämpfe qualifiziert hatte. Über 60 Meter Hürden wäre das Finale im Bereich des Möglichen. Bisher stehen für ihn 8,04 Sekunden zu Buche. „Um ins Finale zu kommen, müsste er noch ein bisschen über sich hinauswachsen“, sagt Rico May. Im Weitsprung konnte sich Max Arnold auf 7,01 Meter verbessern. Das Ziel bei den Weitspringern ist der Endkampf.
Als zweitbester U18-Athlet ist Tim Wehner (LC Jena) über 60 Meter Hürden gemeldet. Für ihn ist es die erste Deutsche Jugend-Hallenmeisterschaft in der U20. „Die höheren Hürden sind eine wichtige Sache in der Entwicklung von Hürdensprintern“, macht Rico May deutlich. Für seinen Schützling geht es bei dieser DM vorrangig um das Lernen. Wenngleich er ihm den nächsten Schritt mit dem Einzug ins Halbfinale durchaus zutraut. Bei den Kugelstoß-Spezialisten stößt Lenny Dittmar (BiG Gotha) am Freitagabend. Vor und nach dem Wettkampf dreht sich bei ihm dann alles wieder um Basketball. Dennoch hält er bei den Kugelstoßern und seiner bisherigen Bestweite von 15,87 Metern sehr gut mit. Nicht mehr viel fehlt zu den 16 Metern. Das dürfte sein Ziel für den Wettkampf-Auftakt am Freitag sein.
Top-Duo Helena Guttke und Cäcilia Weimann erwartet gute Konkurrenz
In der weiblichen Jugend U20 startet mit Malina Fromm (Erfurter LAC) eine junge U18-Athletin aus der Trainingsgruppe von Tobias Schneider über 60 Meter. Ihre Bestzeit steht bei 7,68 Sekunden. „Malina hat zuletzt nochmal sehr gut trainiert. Für sie wird es dennoch schwer. Man muss schauen, ob es für das Halbfinale reicht. Wenn sie ihre Bestzeit drücken könnte, dann wäre das ein toller Erfolg und würde uns in Richtung Sommer optimistisch stimmen.“ Weiterhin dabei ist Tabea Schuchert (SV Concordia Großengottern), die angesichts der schnellen Konkurrenz versuchen wird, ihre Bestzeit von 7,79 Sekunden anzugreifen.
Luise Schüffler (Erfurter LAC) ist keine Sportschülerin, sie kommt aber wöchentlich zwei Mal zum Sprint-Training nach Erfurt. Sie hat die Norm über 200 Meter erfüllt. Für sie ist es die erste DM, bei der sie Erfahrungen sammeln soll. Die Jüngste im Feld über 400 Meter ist Victoria Keksel (Gothaer LAC), sie reist mit einer Bestzeit von 57,65 Sekunden. Ein Erfurter Top-Duo mit Helena Guttke und Cäcilia Weimann (beie Race Erfurt) startet über 800 Meter. Die Erste und Zweite der deutschen U20-Hallenbestenliste bekommen gute Konkurrenz. „Sie sind gut in Form. Zunächst gilt es für beide einen sauberen Vorlauf zu gestalten. Sollte ihnen der Finaleinzug gelingen, kommt es auf eine gute Teamtaktik an, um den anderen Läuferinnen das Leben so schwer wie möglich zu machen. Aus meiner Sicht gute Konkurrenz kommt aus Berlin durch Mila Klein“, blickt Enrico Aßmus voraus. Angesichts ihrer Erfahrung und den Titeln aus dem Sommer gehören sie zum engen Favoritenkreis.
Helena Manzke mit Rückenwind zur DM, Aurora Klotz will sich für starke Hallensaison belohnen
Im Sommer noch über 800 Meter unterwegs, nimmt Leni Hanselmann (Race Erfurt) nun die 1.500 Meter ins Visier. Auch für sie gilt, zunächst den Vorlauf überstehen. „Im Finale wäre ich mit einer Platzierung in den Top 6 mit einer kleinen Chance auf Bronze zufrieden. Für die Medaille muss aber alles passen an diesem Meisterschafts-Wochenende“, sagt Enrico Aßmus. Über 3.000 Meter schickt er Helena Manzke (Erfurter LAC) ins Rennen. Sie ist als viertbeste Läuferin gemeldet. „Für mich ist sie eine der Gewinnerinnen der Hallensaison. Sie hat die Tage weiter gut trainiert. Ich hoffe bei ihr auf eine neue Bestzeit unter 9:50 Minuten sowie einer Platzierung in den Top 5.“ In dieser Hallensaison blieb sie in 9:53,23 Minuten erstmals unter der Zehn-Minuten-Marke, und präsentierte sich darüber hinaus in einer Top-Verfassung. In ihrem ersten U18-Jahr und als Jüngste im Feld darf sich Lucie Schmied (SV Empor Bad Langensalza) mit der älteren Konkurrenz erstmals messen. „Ich bin optimistisch, dass Lucie ihre Bestleistung nochmal steigern kann“, sagt Enrico Aßmus, der Lucie mit Ihrem Trainer Ronald Schulze beratend zur Seite steht.
Die Chance auf den Endlauf hat sich Hürdensprinterin Aurora Klotz (LC Jena) mit einer starken Leistungssteigerung auf 8,43 Sekunden in dieser Hallensaison erarbeitet. „Durch ihr gesteigertes Leistungsvermögen hoffen wir auf das Finale“, sagt ihr Trainer Rico May. Erst seit einigen Monaten in der Jenaer Trainingsgruppe ist Magdalena Huhn, sie kommt aus Schwarzenberg (Erzgebirge). Angepeilt ist ein Platz im Halbfinale sowie einer Verbesserung ihr Bestzeit.
Dreispringerin Aspasia Winkler mit Endkampf-Potenzial
Ein gewachsenes Leistungsvermögen hat Rico May auch bei Dreispringerin Aspasia Winkler (LC Jena) ausgemacht. „Nur konnte sie dieses im Wettkampf noch nicht zeigen – außer in den Sprintwettbewerben. Das große DM-Ziel für sie ist der Endkampf mit Angriff auf die persönliche Bestleistung.“ Mit einem weiten Satz auf 12,23 Meter sprang sich Marlene Otto (LC Jena) Mitte Januar in die Top 5 der deutschen U18-Hallenbestenliste. Für sie werden es die ersten Deutschen U20-Hallenmeisterschaften. „Sie hatte zuletzt ein paar Probleme mit dem Fuß. Vordergründig soll sie drei solide Sprünge in die Grube bringen und möglichst schmerzfrei“, sagt ihr Trainer Rico May.
Für Helena Naussed (LC Jena) wird es in der Kugelstoß-Konkurrenz darum gehen, sich einen Platz unter den besten Acht zu erkämpfen sowie ihre Hallen-Bestleistung von 12,16 Metern anzugreifen. Das gab ihre Trainerin Petra Felke als Ziel aus.



