Rückblick: Ein Trainingslager im Schnee mit enormer Herzlichkeit (+ Video)

Der Schnee und die Loipen lockten: Anfang Dezember zog es mehr als 30 Leichtathleten ins tiefverschneite Balderschwang, wo sie sie bei traumhaften Bedingungen ihr Winter-Trainingslager durchführten. Bereits zum elften Mal reiste ein Tross aus Gehern, Mittel- und Langstrecklern in Bayerns kleinste Gemeinde, wo oft mehr Schnee liegt als in so manchem Gletscherskigebiet. Betreut wurden die Aktiven unter anderem von Nachwuchs-Bundestrainer Alexander Fromm, der als Lehrertrainer am Erfurter Sportgymnasium lehrt. Mit dabei neun Thüringer Leichtathleten wie Vize-Olympiasieger Jonathan Hilbert.

Dieses Balderschwang hat einiges zu bieten. In den Wintermonaten vor allem reichlich Schnee. Es ist eben ein Schneeloch. Und diese Bedingungen machen sich die Leichtathleten seit gut einem Jahrzehnt in der Vorbereitung zu Nutze und genießen die Vorteile der Umgebung sowie die Herzlichkeit der Gastgeber im Bio-Berghotel Ifenblick. „Wir fühlen uns dort einfach wohl“, bringt es Alexander Fromm mit wenigen Worten auf den Punkt. „Das Hotel mit seinem Personal bietet uns die nötige Flexibilität beispielsweise beim Essen. Wir können die Einheiten so gestalten, dass wir nicht an die festgelegten Essenszeiten gebunden sind. Da wird das Frühstück oder das Mittagessen auch mal einige Stunden nach hinten verlegt. Diese Flexibilität – nicht nur beim Essen - war für uns ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl des Hotels“, erklärt Alexander Fromm.

Balderschwang bietet Top-Bedingungen

Vor zehn Jahren war es Steffen Große, einst Leistungssportkoordinator des Thüringer Leichtathletik-Verbandes, der die Gegend kannte und gemeinsam mit Alexander Fromm dieses Form der Vorbereitung erstmals plante und durchführte. Seither zieht es die Geher wie Mittel- und Langstreckler im letzten Monat des Jahres in das kleine bayerische Schneeparadies. „Wir hatten auch in diesem Jahr wieder Top-Bedingungen zum Skilanglaufen“, macht der Erfurter Trainer deutlich. Das Wohlfühlen setzte sich ferner im Hotel fort, denn es bot optimale Bedingungen zur Regeneration wie Sauna, Entspannungsbecken und Infrarotkabine. Insbesondere nach den Einheiten eine Wohltat für den Körper. Ebenso wie die Behandlungen durch einen DLV-Physiotherapeuten.

Das Reizvolle an dieser Form des Trainingslagers im Schnee erklärt Alexander Fromm so: „Wir können praktisch größere Gesamttrainingsumfänge realisieren, die du bei normalen Dauerläufen und beim Gehen nicht erzielen kannst.“ Einer der Dauerbrenner in der Loipe war Langstrecken-Geher Karl Junghannß (LC Top Team Thüringen), er legte 100 Kilometer am Stück auf Skiern zurück. Wohlgemerkt an einem Tag. Normale Umfänge an einem Tag beinhalteten: 30 bis 40 Kilometer auf Skiern und 15 bis 20 Kilometer Gehen beziehungsweise Laufen.

Training, Lernen und reichlich Spaß

Der Bundeskaderlehrgang des Deutschen Leichtathletik-Verbandes ist offen für Bundeskaderathleten und für den Nachwuchs der Bundeskaderstufe 1. Darüberhinaus waren zuletzt auch immer einige Landeskader mit dabei. Am elften Lehrgang nahmen aus Thüringer Sicht Geher Jonathan Hilbert (LG Ohra Energie), Karl und Ada Junghannß (Erfurter LAC) sowie die Läufer Tim Stegemann (LC TopTeam Thüringen), Patrick Karl (TV Ochsenfurt), Emma Herwig (SV 1899 Mühlhausen), Jann Lohse (Erfurter LAC), Felix Höfer (Erfurter LAC) und Robin Müller (LC TopTeam Thüringen) teil.

Betreut wurden die Aktiven durch Steffen Große, Alexander Fromm und Georg Lehrer. Letztere beiden sind Lehrertrainer. Der eine in Erfurt, der andere am Sportgymnasium in Frankfurt am Main. Eine gewinnbringende Kombination für das Trainingslager, denn die jüngeren Aktiven hatten Aufgaben von ihrer Schule mitbekommen und mussten sogar für Klausuren büffeln. In den zweieinhalb Wochen wurden vor Ort um die 60 Klassenarbeiten geschrieben. „Das war natürlich ein erheblicher Mehraufwand, aber es hat trotzdem alles gut funktioniert“, zeigt sich Alexander Fromm erleichtert.

Zwischen all dem Training und dem Lernprogramm kam der Spaß ebenfalls nicht zu kurz. Auf dem Flachdach des Restaurants hatte sich eine dicke Schneedecke gebildet. Um die weiße Winterpracht zu beseitigen hatte der Hotel-Chef einige fleißige Helfer, die mit Freude den Schnee vom Dach lösten. Auch zum Ende diesen Jahres wird es wieder einen Lehrgang geben. Und mit Sicherheit wieder mit reichlich Schnee und ordentlich Spaß. -sam-

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