Rochlitz: Der Mut einer Chantal Rimke

Rochlitz. Die ersten Zeilen ihrer Einschätzung galt dem Organisationsteam in Rochlitz. „Ihnen muss man ein großes Lob aussprechen. Die haben das alles super organisiert und durchgeführt. Nach einem negativen Corona-Test durften wir die Halle betreten“, schrieb Petra Felke.

Zum Kugelstoßmeeting reiste die Trainerin des LC Jena mit Chantal Rimke. Die Entscheidung einer Teilnahme überließ die Trainerin der Nachwuchs-Kugelstoßerin und -Kaderathletin. „Sie ist seit Mitte Dezember zu Hause und nicht mehr im „normalen“ Trainingsprozess“, berichtete Petra Felke. Ihr Zuhause ist Nordhausen. Gute 150 Kilometer von ihrem gewohnten Jenaer Trainingsumfeld entfernt. Chantal Rimke bewies Mut und sagte ihrer Trainerin zu. Nicht selbstverständlich in dieser herausfordernden Corona-Zeit. Ihre positive Nachricht bewegte ihre Trainerin: „Respekt für ihren Mut, es trotzdem zu versuchen.“

Erleichternder Moment zum Auftakt

Der Mut einer Chantal Rimke wurde belohnt. Für die 15-Jährige standen zum Auftakt 14,42 Meter im Protokoll. Ein erleichternder Moment. Wenngleich unter einem durchgängigen Wintertraining sicherlich mehr möglich gewesen wäre. „Chantal hat sie sich super verkauft. Aus dem Gesichtspunkt des fehlenden planmäßigen Trainings war das eine super Leistung. An ihrer Serie sieht man aber auch, das es eine Leistung ist, die sie erreicht hat mit dem guten Wintertraining - bis sie in den Lockdown musste, obwohl sie Bundeskader ist! und ihrem Talent“, schätzte Petra Felke ein.

Sechs Versuche, drei gültige. Von den Weiten rangierten diese in der U18-Konkurrenz zwischen 12,52 und 14,42 Meter. „Das Bild mit den Weiten und einigen ungültigen Stöße zeigt ganz deutlich, dass sie enormen Trainingsrückstand im speziellen Bereich hat. Es fehlt der 1 Meter, den sie weiter gestoßen hat, bevor das Training unterbrochen wurde“, schrieb Petra Felke und fand abschließend noch ein paar nachdenkliche wie deutliche Worte: „Das ist meiner Meinung nach eben sehr schade, da wir ja auch immer die Jahreszielstellung im Auge haben. Die ist für Chantal mit der Qualifikation für die U18-EM sehr hoch und weder Athleten noch wir Trainer sind Zauberer. Um ihre Zielstellung weiter im Auge zu haben, brauchen wir schnellstmöglich einen planmäßigen Trainingsablauf.“