Regensburg: Wagner kratzt an Hausrekord, Wallstein mit dritter EM-Norm (Update)

Aller guten Dinge sind drei: Nach den Disziplinen Weitsprung und 100 Meter erfüllte Benedikt Wallstein am Samstag bei der Sparkassen-Gala in Regensburg über 200 Meter die dritte Norm für die U18-EM. Derweil kratzte Julian Wagner über 100 Meter an seinem Hausrekord. Außerdem gab es zahlreiche neue Bestleistungen für die Aktiven wie Nachwuchs-Athleten.

Während zum Auftakt der Sparkassen-Gala am Freitag vornehmlich die Team-Staffeln im Blickpunkt standen, rückten am Samstag die Einzelstarts in den Vordergrund. Nach seinem „missglückten Start“ zum Auftakt in Dessau trumpfte Julian Wagner (LC Top Team Thüringen) nun in Regensburg mit zwei rasanten Zeiten auf. Als Sieger seines Vorlaufs in 10,22 Sekunden zog er souverän ins Finale ein. Der Endlauf bot eine zusätzliche Schrecksekunde, als am Start der Startblock von Julian Wagner verrutscht war. „Er hat Nerven bewiesen, sich hingestellt und das Ding gewonnen. Das hat mich für ihn sehr gefreut“, zeigte sich auch sein Trainer Tobias Schneider erleichtert.

"Kampfansage" von Julian Wagner, Lukas Peter mit Premiere im Nationaltrikot

In Finale folgte die Steigerung auf 10,12 Sekunden, womit Julian Wagner nur eine Hundertstelsekunde über seinem Hausrekord aus dem Vorjahr blieb. „Das ist eine absolute Kampfansage an die anderen schnellen Jungs, die am Freitag schon vorgelegt haben“, meinte sein Trainer Tobias Schneider. Gemeint sind hier insbesondere die schnellen Hamburger Jungs wie Owen Ansah (10,08 sec) und Lucas Ansah-Peprah (10,11 sec). Mit seiner Topzeit reihte sich Julian Wagner dahinter als Dritter in deutsche Bestenliste ein. Mit erfüllter EM-Norm für München (15. bis 21. August) bekräftigte er seinen Anspruch auf einen Einzelstart über 100 Meter im Olympiastadion. Tags zuvor war er bereits in der Sprintstaffel des DLV II im Einsatz gewesen. Er lief an Position zwei. Das Quartett belegte in 38,67 Sekunden den zweiten Platz. Mit der DLV-Staffel und im Einzel geht es für Julian Wagner am kommenden Samstag in Genf (Schweiz; 11. Juni) weiter.

Erstmals streifte sich Lukas Peter (LC Jena) das Nationaltrikot über. Er startete in der DLV Staffel III über 4x400 Meter. Und die Premiere verlief in 3:06,65 Minuten recht zufriedenstellend. Über die Hürden geht es dann für ihn am Pfingstsonntag beim Pfingstsportfest in Rehlingen. In seinem zweiten 400 Meter Rennen hinterließ Malte Stangenberg (LC Top Team Thüringen) einen starken Eindruck, was wiederum seinen Trainer Rico May freute. „Er ging das Rennen beherzter an als noch in Hannover und brachte auch die Geschwindigkeit durch. Er lief erstmals eine 47er Zeit. Das war das große Ziel unter 48 Sekunden zu laufen. Trotzdem waren noch ein paar Nuancen dabei, wo man noch schneller laufen kann“, sagte Rico May. Die Uhr stoppte bei 47,86 Sekunden, die eine neue Hausmarke bedeutete.

Bei Eleni Frommann (LC Jena) läuft es momentan über 200 Meter noch nicht so rund. Sie kam in 24,30 Sekunden ins Ziel. „Eleni kann im Moment noch nicht ihre guten Trainingsleistungen auf die Bahn bringen. Mit ihrer Zeit war sie zwar einen ticken schneller als noch in Weinheim, aber das ist bei weitem nicht das, was sie zu leisten imstande ist“, meinte ihr Trainer Rico May.

Benedikt Wallstein überragend

Im Nachwuchsbereich gab wieder einige Topleistungen. Eine Gala-Vorstellung lieferte Benedikt Wallstein (Gothaer LAC) über 100 und 200 Meter ab. Er startete wie die Wochen zuvor in der U20-Altersklasse und ließ als älterer U18-Jahrgang die Konkurrenz mit schnellen Zeiten deutlich hinter sich. Die erste Topzeit trommelte er über 100 Meter auf die Bahn. Nach zunächst 10,81 Sekunden im Vorlauf folgte im Finale die fulminante Steigerung auf 10,46 Sekunden! „Ich muss erst in den Wettkampf reinkommen. Im Vorlauf hatten wir leichten Gegenwind und ich habe die Böe gemerkt. Der Start macht bei mir auch viel aus“, erklärte der 17-Jährige. Mit dieser Spitzenzeit aus dem Endlauf blieb er nur zwei Hundertstelsekunden über dem U18-Landesrekord. „Ich habe mich sehr über seine 10,46 Sekunden gefreut. Das zeigt, was er doch für ein unglaublicher Wettkampftyp ist“, zeigte sich sein Trainer Tobias Schneider über das Auftreten begeistert.

Dabei war zuvor die Überlegung auf das Finale über 100 Meter zu verzichten. „Es war dann doch die beste Entscheidung, es zu laufen“, sagte Benedikt Wallstein, der am späten Nachmittag über 200 Meter seinen dritten Start des Tages folgen ließ. Es war zugleich sein Auftakt über die halbe Stadionrunde, den er mit 21,15 Sekunden sowie der dritten Norm für die U18-Europameisterschaften in Jerusalem (Israel; 4. bis 7. Juli) veredelte. „Ich war vor meinem Start höllisch aufgeregt. Ich wusste nicht warum“, sagte er nach dem Bestzeit-Rennen. Mit beiden Zeiten setzte er sich an die Spitze der deutschen wie europäischen U18-Bestenliste. Dem nicht genug, blieb er auch unter den Normen für die U20-WM in Cali. Starten wird und darf er international nur für einen Höhepunkt und sein Fokus liegt auf der U18-EM.

Schneller Nachwuchs - stolze Trainer

„Er hat hier gezeigt, dass er ein Sprinttalent der kommenden Jahre ist. Für uns macht es die Wahl deutlich schwerer, was wir bei der U18-EM machen. Das werden wir dann zusammen entscheiden“, sagte sein Trainer. Mit Lob sparte er weiterhin nicht. Im Sprintfinale überzeugte mit Johannes Fleischer (Erfurter LAC) ein weiterer junger Athlet aus seiner Trainingsgruppe. Er lief in 10,74 Sekunden zu einem neuen Hausrekord. „Ich bin sehr stolz wie sich der Junge in den letzten anderthalb Jahren doch als Quereinsteiger entwickelt hat. Das freut mich sehr für ihn.“ Ebenfalls einen guten Eindruck hinterließ Friedrich Dietz (Erfurter LAC), der über 100 Meter (11,15 sec) im Bereich seiner Bestzeit einlief. „Ich bin rundum zufrieden. Es sind fast alle Sachen aufgegangen und wir können zuversichtlich in die nächsten Wochen schauen“, zog Tobias Schneider ein sehr positives Fazit.

Zufrieden blickte auch Rico May auf die Leistungen seiner Nachwuchs-Athleten zurück. So konnte sich im Hürdensprint Florian Näbelung (LC Jena) im Finale auf 14,55 Sekunden steigern. „Er ist dort gegen richtig starke Konkurrenz, die ganz vorn mit Aaron Giurgian U20-WM-Norm laufen, angetreten und verbessert seine persönliche Bestzeit um eine Zehntel.“ Für ihn sorgte Paula Barthel (LC Jena) für die „größte Überraschung des Tages“. „Sie war zu Beginn der Woche umgeknickt, so dass wir nicht wussten, ob sie überhaupt laufen kann. Vorgesehen war sie für die 100 und 200 Meter. Wir haben uns dann entschieden, dass sie nur die 200 Meter läuft“, berichtete Rico May. Sie erwischte einen guten Lauf und war mit 24,86 Sekunden fast eine Sekunde schneller wie noch eine Woche zuvor in Dresden unterwegs. Zudem steigerte sie ihre Bestzeit um eine halbe Sekunde. „Es war eine gute Leistung von ihr, weshalb ich sehr zufrieden bin“, sagte Rico May.

Lob von Langstreckler Simon Boch

Die Mittelstreckler sorgten für den Schlusspunkt der zweitägigen Veranstaltung. Für Helena Manzke (LSV Lok Arnstadt) endete ihr Start über die 800 Meter mit einer neuen Hausmarke. Sie verbesserte sich auf 2:17,30 Minuten und blieb wie bereits schon über 3.000 Meter unter der geforderten Mindestleistung für die U16-DM in Bremen (9./10. Juli). Zudem startete die vierzehnjährige Sandrin Czogalla (Erfurter LAC), im Mittelfeld liegend ließ sie eine kleine Lücke nach 250 Metern reißen und verlor so den Anschluss zur Spitzengruppe. Vergleichend mit ihren Trainingsleistungen ist mit einer beherzten zweiten Runde noch Luft nach oben für die kommenden Rennen. Mit 2:31,61 Minuten schrammte sie knapp an einer neuen Bestzeit vorbei.

Im 800-Meterlauf der Männer gab es für drei Athleten des Erfurter LAC Grund zur Freude über eine neue persönliche Bestleistung. Severin Niklas Benischke (Erfurter LAC) startete im dritten von vier Zeitläufen startete in seinem ersten 800-Meterrennen in dieser Freiluftsaison 2022. 2:06,53 Minuten bedeuteten ebenfalls eine neue persönliche Bestleistung für Severin. Pablo Martin 2:13,21 Minuten und Ben Arthur Burkhardt 2:15,16 Minuten. In einem leider etwas schwächer besetzten Zeitlauf setzte sich Pablo an die Spitze des Feldes und schlug ein schnelles Tempo an. Ben versuchte zu folgen. Mit einer Durchgangszeit von 61 Sekunden, bewiesen beide ihren Willen, bekamen das hohe Tempo aber gegen Endes des Rennens zu spüren. Dennoch großer Respekt, unter diesen Bedingungen noch zur Bestzeit zu laufen. Von den Lokalmatadoren wurden auch die Nachwuchsläufe genau verfolgt, so gab es im Ziel noch ein Lob für Pablos mutigen Lauf und seinen guten Laufstil von Langstreckler Simon Boch. -sam/Astrid Hartenstein-

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