Nordhäuser Wurfgruppe in Jena erhält Verstärkung

Aus Zwei mach Drei: Nach Josh Anhalt und Chantal Rimke wechselte mit Finn Fischer das nächste Nordhäuser Wurftalent nach Jena. Für den 15-Jährigen begann nach den sechswöchigen Sommerferien ein neues sportliches Kapitel. Der Schritt wohlüberlegt. „Mein Trainer hat mich irgendwann mal darauf angesprochen. Von den bisherigen Wettkämpfen kannte ich schon die Jenaer Trainer und einige Sportler, so dass ich mich letztlich zu diesem Schritt entschieden habe, um mich weiter verbessern zu können“, erklärte Finn Fischer den Wechsel.

Kugel, Diskus, Speer – mit allen Wurfgeräten kann Finn Fischer (HSG Nordhausen) gut umgehen. Aus dem Geräte-Trio hat es ihm eins besonders angetan. „Meine Spezialdisziplin ist der Speerwurf, da bin ich einfach am erfolgreichsten“, sagte er lächelnd. Erst vor drei Jahren begann er mit der Leichtathletik. Sein Weg führte ihn zunächst zur LV Altstadt 98 Nordhausen. „Meine Mutter hatte gehört, dass Klassenkameraden von mir bei der Leichtathletik sind und im Verein trainieren. Sie meinte, ich solle es doch auch mal ausprobieren und hat mich dann beim LV Altstadt angemeldet.“

Als sich Jons Anhalt immer mehr dem Wurftraining bei der HSG Nordhausen widmete und auch vereinsübergreifend die Sportler trainierte, sah er bei Finn Fischer recht schnell Potenzial. Aber das Training funktionierte nur bis zu einem bestimmten Punkt. Wie eben schon bei seinem Sohn Josh und Chantal Rimke, die den Weg nach Jena schon gegangen sind. „Finn hat in der Zeit bei mir top trainiert und Leistung abgeliefert. Jetzt war einfach für ihn die Zeit gekommen, um den nächsten Schritt zu gehen. Wir verabschieden ihn zwar aus der Gruppe, aber nicht aus unseren Köpfen“, sagte sein Heimtrainer zum Abschied und gab ihm noch einige Wünsche mit auf den Weg: „Er soll gesund bleiben, sich nicht verletzen. Vom Training wird es in Jena entscheidend mehr werden und die Einheiten werden für ihn abwechslungsreicher.“

Einerseits war da dieses weinende Auge, einen Sportler ziehen lassen zu müssen. Anderseits auch das lachende Auge, ihn in guten Händen zu wissen. Nämlich bei Olympiasieger-Trainer Harro Schwuchow, der die junge Truppe um den erfahrenen wie erfolgreichen Speerwerfer Thomas Röhler leitet. „Ich freue mich auf das Training mit ihnen und darauf, Thomas Röhler im Training dabei zu haben. Das wird bestimmt sehr cool“, sagte Finn Fischer mit leuchtenden Augen. Mit großer Vorfreude sah er diesem neuen Schritt entgegen. Nun sind mehr als vier Wochen vergangenen, er ist in Jena angekommen. „Er fühlt sich sehr wohl“, wusste Jons Anhalt zu berichten.

Zuletzt konnte Finn Fischer sogar eine neue Bestmarke für sich verzeichnen. Beim Jenaer Speerwurf-Festival warf er sein Arbeitsgerät nah ran an die 50-Meter-Marke. Für ihn wurden 49,68 Meter vermessen. Seinen letzten Wettkampf der Saison bestritt er beim Herbstwerfertag der LG Göttingen. Die ganz großen Weiten und die Hoffnung auf seinen ersten Wurf über die 50-Meter-Marke sollten sich nicht erfüllen. Zu sehr steckte das Freitagstraining Crossfit in seinen Knochen. In der ersten Runde ließ er den Speer auf 41,20 Meter segeln. Nach drei ungültigen Versuchen beendete er den Wettkampf vorzeitig. Mit der Kugel standen 12,29 Meter im Protokoll. Beide Weiten reichten für jeweilige Einzelsiege in der M15. Die Diskusscheibe segelte auf 31,80 Meter, Rang drei.

Der Wettkampf in Göttingen besticht durch eine spezielle Disziplin: Schleuderball. Mit 43,03 Meter kam Finn Fischer auf Platz zwei. „Mit diesem Wettkampf, so denke ich, haben wir Finn auch vom Wettkampfgeschehen der HSG würdig verabschiedet“, sagte sein Trainer abschließend. -sam-