Mönchengladbach Tag 2: Weite Würfe und manch Überraschung

Ein kleiner, sanfter Medaillenregen ergoss sich am zweiten Tag der Deutschen Meisterschaften der U18 und U23 in Mönchengladbach über die Thüringer Athleten. Sie holten drei Medaillen. Darüber hinaus gab es manch Überraschung.

Auf den Winterwurftitel mit dem Speer in der U18 ließ Zeno-Rafael Musso (Eisenacher LV) nun Bronze mit 65,95 Metern folgen. Nach den zuletzt gezeigten Leistungen war diese Medaille keine Selbstverständlichkeit und mehr als hart erarbeitet. Selbst im Vorfeld wies sein Trainer Tobias Schrock auf die großen wie kleinen Hindernisse der bisherigen Saison hin, und hatte sich für seinen Schützling eine Top-8-Platzierung erhofft. „Sein Saisonverlauf war mit Schwierigkeiten behaftet. Er war mit einem schwankenden Leistungsbild unterwegs gewesen, was sich auf technische Fehler zurückzuführen lässt. Der Endkampf, also Top 8, wäre das Mindestziel.“

Zeno-Rafael Musso übertrifft Erwartungen, Lena Benne überrascht

Dass es nun die Bronzemedaille wurde, durfte Athlet wie Trainer mehr als glücklich stimmen. „Ich bin auf jeden Fall zufrieden, weil ich eine sehr holprige Saison hatte. Ich gehöre immer noch zum jüngeren U18-Jahrgang, so dass der dritte Platz sehr gut ist“, sagte Zeno-Rafael Musso nach seinem Wettkampf. Für eine große Überraschung sorgte Lena Benne (LC Jena) in ihrer Speerwurf-Konkurrenz. Sie schnupperte mit persönlichen Bestleistung von 47,06 Metern, geworfen in der sechsten und letzten Runde, sogar an den Medaillenrängen. Im Gesamten lieferte sie einen starken Wettkampf ab, der mit Rang vier belohnt wurde. „Ich bin mega glücklich mit meiner Leistung. Ich wollte auf jeden Fall Bestleistung werfen, aber mit den 47 Metern und Platz vier bin ich sehr glücklich mit“, sagte Lena Benne.

Für einen Moment keimte etwas Hoffnung auf eine weitere Medaille im Wurf auf: Im Hammerwurf lag Alexander Brehm (Erfurter LAC) nach zwei Versuchen mit 59,55 Metern auf dem Bronzerang. Einer der Medaillenkandidaten André Rommel (SC Berlin) hatte sich zwei Fehlversuche geleistet. In der dritten Runden zeigte der Berliner sein Potenzial und beförderte seinen Hammer auf 66,84 Meter. Damit verdrängte er Alexander Brehm von einem Podestplatz. Dieser konnte sich im weiteren Verlauf nicht mehr steigern, behauptete sich auf dem vierten Platz und blickte mit gemischten Gefühlen auf seinen Wettkampf zurück: „Ich hätte gern die 6 ganz vorn stehen gehabt, aber das hat nicht ganz geklappt. Ich habe ein wenig mit dem Oberkörper versucht Tempo zu machen, was eigentlich nicht so gut ist und habe das Knie relativ weit hoch genommen und damit ein bisschen die Drehung durchgesetzt.“ Trainingskollege Bruno Wedemann (Erfurter LAC) kam mit 53,41 Metern auf Rang acht.

Mika Dedekind stürmt ins Finale, Andor Rik Schumann untermauert Ambitionen

Einer schaffte es ins Sprintfinale: Mika Dedekind (LC Jena) löste das Ticket über drei Runden. Mit einem großen Q ging es vom Vorlauf mit 10,86 Sekunden ins Halbfinale, wo er abermals mit einem großen Q und 10,85 Sekunden den Endlauf erreichte. Dort belegte er in 11,08 Sekunden den achten Platz. Für Pepe Krause (1. SV Gera) als jüngeren U18-Jahrgang war die Reise im Halbfinale mit 10,99 Sekunden zu Ende. Nur eine Runde absolvierten Jakob Hüttner (LC Jena; 11,29 sec) und Linus Ebhardt (SV Sömmerda), der seine Bestzeit auf 11,17 Sekunden verbesserte.

Souverän ins Finale über 800 Meter: Andor Rik Schumann (Erfurter LAC) löste als Schnellster seines Vorlauf das direkte Ticket ins morgige Finale (16:15 Uhr). Er kam in 1:57,55 Minuten ins Ziel und untermauerte seine Medaillenambitionen. Etwas Pech hatte Ben Arthur Burkhardt (Erfurter LAC), er wollte seine starke Saison ebenfalls mit dem Finalticket krönen, verpasste den Einzug ins Finale nur denkbar knapp um acht Hundertstelsekunden. Er wurde in seinem Vorlauf mit 2:00,31 Minuten Vierter.

Unter ihren Erwartungen blieb Aspasia Winkler (LC Jena) im Dreisprung, wo es für sie eigentlich in den Bereich von 12,00 Metern gehen sollte. Das Ziel verpasste sie mit 11,69 Metern, ebenso wie den Endkampf der besten acht Springerinnen. Helena Manzke (LSV Lok Arnstadt) war eine der letzten, die am zweiten Wettkampftag ihre Runden über 1.500 Meter drehte. Allerdings nicht so wie erhofft. Sie war im ersten von zwei Halbfinals gefordert, und blieb mit 5:00,55 Minuten deutlich über ihrer bisherigen Bestzeit. Dafür gab es kein Weiterkommen. Eva Kaebitz (SSV Schiller-Gymnasium Eisenberg; 12,57 sec) und Emma Charlott Münnich (LC Jena; 12,56 sec) kamen nicht über ihren Vorlauf über 100 Meter hinaus.

"Katastrophale" Saison mit Silber gerettet

Optimale Ausbeute für die Hochspringer: Finn Friedrich (WSSV Suhl 1990) und Cedric Spieß (Erfurter LAC) durften sich über Silber und Bronze in der U23 freuen. Nach einer Verletzung, Finn Friedrich zog sich diese bei den Landesmeisterschaften in Gotha zu, war eine Prognose bei ihm schwierig. Sein Trainer Rico May sprach von einer „Wundertüte“. Dass was er dann zu sehen bekam, sollte ihn durchaus zufrieden stimmen. Finn Friedrich leistete sich lediglich bei 1,95 Meter einen Fehlversuch, ansonsten meisterte er alle Höhen bis 2,04 Meter im ersten Versuch. Diese Höhe reichte für Silber. Ein kleiner Wermutstropfen, der Titel ging mit 2,04 Meter weg, weil Nicolas Gelbarth (LG VfL/SSG Benheim) ohne Fehlversuch blieb.

„Die Saison braucht man in keinster Weise schönreden, sie war eine Katastrophe. Ich meine, meine Hallensaison lief mit 2,09 Metern wirklich gut. Sobald wir dann draußen waren, war irgendwo der Wurm drin“, sagte der Zweitplatzierte, der etwas haderte mit den 2,08 Metern. „Das war natürlich schade, dass ich diese Höhe nicht gepackt habe. Es wäre das i-Tüpfelchen geworden, aber vor allem im Hinblick auf die Verletzung hätte es nicht besser laufen können. Ich bin am Montag erst wieder ins Sprungtraining eingestiegen, die letzten zwei Wochen quasi gar nicht.“ Dreigeteilt Bronze: Cedric Spieß war einer der Glücklichen, er meisterte 2,00 Meter und auch die Höhen zuvor ohne Fehlversuche.

Spontan ins Finale

Sie wollten spontan nach dem Vorlauf über 100 Meter über den weiteren Weg entscheiden. Und dieser führte Marlene Körner (LC Top Team Thüringen) bis ins Finale, das sie in 11,70 Sekunden als Sechste beendete. Der Hauptfokus liegt auf den morgigen Rennen über 200 Meter (Halbfinale: 12:15 Uhr). Dass es für Friedrich Dietz und Johannes Fleischer (beide Erfurter LAC) schwer werden würde, die nächste Runde über 100 Meter zu erreichen, hatte sich angesichts der schnelleren Konkurrenz schon im Vorfeld angedeutet. Friedrich Dietz sprintete ins 11,00 Sekunden ins Ziel, etwas schneller war Johannes Fleischer in 10,95 Sekunden.

Bereits bei einer DM zu starten, ist für einige Athleten schon ein voller Erfolg. Dann in diesem Feld zu stehen, ist dann nochmal eine ganz andere Situation. Für die Stadionrunde hatten sich Maria Schröder (LC Jena) und Anna Amalia Riechel (LG Ohra Energie) qualifiziert. Sie kamen in 59,54 und 59,07 Sekunden nicht über das Halbfinale hinaus. Erst auf den letzten Drücker hatte Tom Flöter (ASV Erfurt) das DM-Tickt im Hammerwurf gelöst. In seinem ersten U23-Jahr kam er mit dem schwereren 7,26-Kilo-Gerät und 49,30 Meter auf Rang 14. -sam-

Ergebnisse

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