Erfurt: Maximilian Sluka dampft nur als „Lokomotive“ durch die Hallensaison

Maximilian Sluka hat zu Jahresbeginn ein neues Kapitel aufgeschlagen: Der Mittelstreckler schloss sich der LG Ohra Energie an. Betreut wird der 24-Jährige am Erfurter Stützpunkt von Landestrainer Enrico Aßmus. In der Hallensaison sind für ihn keine Wettkämpfe geplant. Aber hier und da wird er für Tempo sorgen.

Wie zuletzt an seinem Geburtstag, den 6. Januar. Beim TLV-Hallenmeeting in Erfurt spielte der Sangerhäuser die „Lokomotive“ für Robin Müller (LC Top Team Thüringen) über 3.000 Meter. Angestrebt war eine Zeit von 8:15 Minuten. Punktlandung. „Das war genauso abgesprochen, dass ich Tempo für Robin mache. Eine Hallensaison ist für mich nicht geplant, aber ich werde hier und da mal für Tempo sorgen“, blickte er auf die kommenden Wochen voraus.

Von der Tribüne beobachtete Laura Kaufmann ihren Freund, der in einem „Höllentempo“ eine Runde nach der anderen abspulte. Die ehemalige Langsprinterin der LG Ohra Energie hat ihre leistungssportliche Karriere beendet. „Sie ist Erzieherin im Kindergarten. Sie hat richtig viel Spaß bei ihrer Arbeit. Sport macht sie weiterhin täglich, um sich fit zu halten. Das aber nur für sich“, berichtete ihr Freund, der sich im neuen Umfeld schon sehr wohlfühlt.

Wechsel bringt nicht den erhofften Leistungssprung

Doch der Reihe nach. Das Mittelstrecken-Talent feierte im Sommer 2019 seinen größten sportlichen Erfolg, Rang vier bei den U20-Europameisterschaften im schwedischen Boras. Es folgten Abitur, Studium und der nächste große Schritt. Vor drei Jahren suchten beide ihr sportliches Glück beim TV Wattenscheid 01. „Ich habe alles auf eine Karte gesetzt, mich nur auf den Sport konzentriert“, erzählt Maximilian Sluka. Angekommen ist er jedoch nie. Rückblickend waren es für ihn verlorene Jahre. Die erhoffte große Leistungssteigerung blieb aus. „Ich bin in der Zeit auf der Stelle getreten, konnte mich pro Jahr jeweils eine Sekunde über 1.500 Meter verbessern. Das ist nicht die Welt. In dieser Zeit war ich weniger wettkampffähig. Natürlich gab es Bestzeiten, aber in den Meisterschaftsrennen lief es für mich hinten raus nicht so gut.“

Drei Jahre trug er das blau-weiße Trikot des TV Wattenscheid 01, bereits zum Ende des Jahres 2022 entschied er sich mit seiner Freundin die Zelte abzubrechen und wieder in die Heimat zu ziehen. Wenige Wochen zuvor weilte er noch im Höhentrainingslager in Kenia, wo ihm der Verein kurzfristig mitteilte, er müsse sich einen neuen Verein suchen. Das Zeitfenster für einen neuen Verein, der ihn unterstützt, mehr als knapp. „Ein Vertrag für 2023 war zwar ausgehandelt und per Handschlag beschlossen. Nur kam von Vereinsseite nichts mehr Schriftliches zustande, weil ich nicht mehr dort am Stützpunkt trainieren würde und demnach alles vorher besprochene hinfällig sei. Da man das Startrecht für den Verein aber nur bis 30. November wechseln kann, bin ich ein Jahr länger beim TV Wattenscheid geblieben, auch ohne finanzielle Förderung“, berichtet Maximilian Sluka.

Harmonische Zusammenarbeit in Erfurt

Sein neuer Wohlfühlort heißt Gotha. Bis nach Erfurt, wo er trainiert und studiert, hat er es nicht weit. Schon seit einem Jahr wird er von Enrico Aßmus betreut. Der Spaß an der sportlichen Arbeit ist bei Maximilian Sluka zurück. „Wir sind auf der gleichen Wellenlänge. Das Zwischenmenschliche ist mir fast noch wichtiger wie das Fachliche. Außerdem finde ich hier sehr gute Trainingsbedingungen vor. In der Truppe macht es unheimlich Spaß“, beschreibt der 24-Jährige die Zusammenarbeit. Auch in der Feinabstimmung für die Hallensaison waren sich Trainer wie Athlet schnell einig. „Wir hatten die gleiche Idee und waren uns schnell einig. Alles funktioniert ungewöhnlich gut.“

Und so kamen sie auf folgenden Nenner: Aufgrund seines späten Einstiegs in die Saisonvorbereitung, erst im Oktober, wolle er sich keinen Druck machen und sich vorerst auf sein Bauingenieursstudium an der FH Erfurt konzentrieren. Da stehen im Februar wichtige Prüfungen an, die gilt es zu bestehen. Sein Studium ist übrigens dual angelegt, so geht er vorwiegend in den Semesterferien arbeiten.

Sein später Einstieg in die Saisonvorbereitung resultierte aus einer Krankheitsgeschichte, die ihn schon während der Deutschen Meisterschaften in Braunschweig ereilte. Bereits am Wettkampftag ging es ihm nicht gut, er klagte über leichtes Fieber und Schüttelfrost. Später kamen noch Gliederschmerzen hinzu. Der Anfangsverdacht einer Borreliose wurde zunächst bestätigt, dann wieder nicht. Nach fünf Wochen war er wieder symptomfrei. In diesem Sommer konnte er nicht das umsetzen, was er sich im Training erarbeitet hatte.

Aufhören erst, wenn er eine bestimmte Zeit erreicht hat

„Ich kann nicht mit dem Sport aufhören, bevor ich nicht unter 3:40 Minuten über 1.500 Meter gerannt bin. Ich bin der Meinung, das wäre im vergangenen Sommer schon möglich gewesen. Das Training war extrem gut, Enrico hat wirklich gute Arbeit geleistet“, blickt er zurück. Sein Hausrekord steht bei 3:42,25 Minuten. Was im vergangen Jahr noch nicht sein sollte, gelingt womöglich in diesem Jahr. „Man hat es doch irgendwo in den Beinen.“ Und in Richtung Sommer gedacht, will er sich „darauf konzentrieren, dass zu machen, was ihm Spaß macht und nicht auf das, was Sinn macht“. Auch wenn es dem Trainingsplan widersprechen würde.

Es gehe schließlich darum, im Sommer ein neues Niveau zu erreichen. Bisher sei ihm das noch nicht gelungen. „Ich komme leicht auf ein hohes Niveau, aber nicht richtig hoch. Sobald die Wettkämpfe beginnen, rauben mir die Wettkämpfe etwas von der Grundlage. Dann fange ich in der Vorbereitung wieder bei einem niedrigen Niveau an. Jetzt wollen wir versuchen bis März, April konzentriert durchzuarbeiten“, erklärt Maximilian Sluka, der demnach nur sporadisch durch die Hallensaison dampft. -sam-