Kienbaum: Vier Sprungtalente beim Bundes-Kaderlehrgang

Kürzlich weilten vier Nachwuchs-Sprungtalente des Thüringer Leichtathletik-Verbandes für vier Tagen im Olympischen und Paralympischen Trainingszentrum in Kienbaum. Eingeladen wurden Annabell Recke, Marie Herre, Benedikt Wallstein und Valentin Brenner zum Bundeskader-Lehrgang. Mit dabei die jeweiligen Nachwuchs-Bundestrainer sowie ihre Heimtrainer Rico May und Tobias Schneider.

Diese Tage kamen Annabell Recke (LC Jena) sehr vertraut vor. Im Vorjahr nahm die Hochspringerin bereits an einem solchen Bundes-Kaderlehrgang teil. Die Vorträge über die Duale Karriere und das Athleten-Monitoring kamen ihr daher sehr bekannt vor. Das Training fand etwas reduzierter statt. Umso mehr gab es Vorträge und Gespräche wie mit Nachwuchs-Bundestrainer Jan-Gerrit Keil, der im Einzel-Gespräch mit ihr und ihrem Heimtrainer den Fokus auf das kommende Jahr lenkte. „Leider gibt es für uns keine EM. Insgeheim ist die WM-Teilnahme mein kleines Ziel“, sagt Annabell Recke, die dafür 1,83 Meter hoch springen muss. Ihr Bestleistung hatte sie in der abgelaufenen Saison auf 1,77 Meter gesteigert.

Dafür gilt es in den kommenden Wochen an ihren Schwächen wie die Maximalkraft sowie der Geschwindigkeit am Anlauf zu arbeiten. Der Fokus soll bei ihr auf dem Hochsprung liegen. Doch es gibt noch eine zweite Disziplin, die ihr unheimlich viel Spaß bereite – Weitsprung. „Für mich wäre es zu langweilig, nur eine Disziplin zu machen. Zumal ich Weitsprung noch ziemlich cool finde.“ Das Training läuft bei ihr seit der letzten Augustwoche wieder. Aber noch eher zurückhaltend. Eine Verletzung bremste sie in der Aufbauphase aus. Die linke Ferse bereitete Probleme, so dass nur alternatives Training wie Fahrradfahren möglich war. „In Kienbaum hatte ich kaum noch Probleme“, berichtet die 18-Jährige.

Für das Erfurter Trio fühlten sich die Tage spannend, aufregend und informativ an. Für sie war es die erste Einladung zu solch einem Lehrgang. „Ich fand die Tage in Kienbaum echt toll. Es war schön alle aus dem Sprungkader kennenzulernen und gemeinsam zu trainieren. Wir hatten zwar einen vollen Zeitplan, aber ich habe auch einiges neues dazugelernt“, sagt Marie Herre. Die Dreispringerin des Erfurter LAC hatte in ihrem letzten U18-Jahr zwar die Norm für die U18-EM in Rieti erfüllt, aber pandemiebedingt kam der internationaler Höhepunkt für diese Altersklasse nicht zur Austragung.

Das Training leiteten die Nachwuchs-Bundestrainer Jens Hoyer und Massala Felski. „Im Training wurden mir viele hilfreiche Tipps von den Bundestrainern für meine Dreisprung- Technik und den Anlauf gegeben“, brachten die Einheiten viele neue Impulse. Außerdem gab es Vorträge unter anderem über die Duale Karriere, wo ihnen aufgezeigt wurde, welche Perspektiven sie für eine Zukunft in Verbindung mit Sport haben. „Am Freitag wurden wir in das Athleten-Monotoring eingeführt. Das ist eine App, in der wir wöchentlich unseren Gesundheitszustand und Befinden dokumentieren können, um das möglichst beste Zusammenspiel von Sport und Erholung zu erreichen“, berichtet Marie Herre.

Am Folgetag schloss sich ihre ComplexCore Untersuchung an. Es wurde genau geschaut, wo meine Defizite liegen. „Um diese zu beheben, bekommen wir noch eine Auswertung und Übungen für unsere „Problemstellen“ zugeschickt. Zweimal hatten wir abends um 20 Uhr ComplexCore Training, dort haben wir Stabi – das war ganz schön anstrengend - und Dehnung gemacht.“ Viel gelernt hat in diesen Tagen auch Benedikt Wallstein (Gothaer Leichtathletik Centrum). Herausragend seine Leistung im Weitsprung bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock, wo er sich mit 7,63 Meter den Titel in der U18-Wertung holte.

„Für mich war es ganz schön, die Sprungkader sowie die Trainer kennenzulernen“, sagt der 16-Jährige. Für die Nachwuchs-Weitspringer ist Mario Kral verantwortlicher Trainer. Von den Vorträgen und Trainingseinheiten zeigte er sich ebenfalls sehr angetan. Bei schönem Wetter wurden Tests im Kugelschocken sowie ein Fünfer-Sprunglauf durchgeführt. Es gab ein Kraft- und Techniktraining sowie die ComplexCore Untersuchung. Mit dem Ziel Schwachstellen aufzudecken und neue Impulse für die entsprechenden Einheiten im Heimtraining zu geben. Auch für ihn sollte abschließend noch ein Zielgespräch mit Mario Kral folgen. „Der Lehrgang hat gezeigt, dass ich noch viel lernen muss. Er war sehr schön wie lehrreich“, sagt Benedikt Wallstein. -sam-