Kienbaum: Neue Impulse beim Fair-Play-Camp

Sportliche Aktivitäten, Tests und Wissensvermittlung: Genau jenen Mix vermittelte das mehrtägige ,,Freunde der Leichtathletik”-Fair-Play-Camp in Kienbaum. Mit dabei Nachwuchs-Bundestrainer Rico May sowie drei Thüringer Nachwuchstalente. Nach ihrem Aufenthalt im Olympischen und Paralympischen Trainingszentrum setzten Karl Geburek, Jonathan Enders und Nick Klenert ihre Reise ins Trainingslager nach Zinnowitz fort.

Das war mal ein anderer Ferienauftakt für die drei jungen Thüringer Sportler, die aufgrund ihrer erfolgreichen Sommersaison eine Einladung für das Fair-Play-Camp erhielten. In großer Runde mit weiteren Athleten sowie den Nachwuchs-Bundestrainern waren die Tage abwechslungsreich gestaltet. Das jeweilige Training wurde in den einzelnen Disziplingruppen durchgeführt. Jonathan Enders (1. TSV Bad Salzungen) und Karl Geburek (ASV Erfurt) erhielten von Manja Berger (Gehen) und Benjamin Stalf (Mittelstrecke männlich) neue Impulse.

Vielseitiges Programm beim Fair-Play-Camp

An den Tagen wurden drei Einheiten in unterschiedlicher Form durchgeführt. Rico May als verantwortlicher Nachwuchs-Bundestrainer für den männlichen Hürdensprint und sein Pedant Björn Sterzel betreuten im Bereich Sprint/Hürden insgesamt 14 Athleten. Mit dabei Nick Klenert (LC Jena), der in diesem Sommer mit zwei Titeln bei der U16-DM im Block-Mehrkampf Sprint/Sprung sowie im Hürdensprint glänzte. „Unser Schwerpunkt lag auf der Rhythmusschulung, der Hürdentechnik, das Vorbereiten der zukünftigen U18-Athleten auf die Hürdenhöhe, Athletiktraining und Spiel“, berichtete Rico May.

An Tests gab es drei: den FMS-Test, er gibt Aufschluss über mögliche muskuläre Dysbalancen oder Defizite des Bewegungsapparates und dient als Grundlage zur Anleitung entsprechender Trainingsempfehlungen. Dieser beinhaltet recht anspruchsvolle Übungen. Ein zweiter war das Wiener-Testsystem, wo unterschiedliche psycholgische Tests in einer Plattform zusammengefasst sind. Der Haupttest ähnelte dem erst kürzlich durchgeführten Landeskader-Test in Erfurt. Die Werte werden mithilfe des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften in Leipzig ausgewertet.

Angeboten wurden zudem Workshops zu Themen wie „Fair Play“, „Doping“ und „Medienkompetenz“. Nicht nur die Athleten durften den Worten der jeweiligen Referenten lauschen. Auch die Trainer waren angehalten, die Workshops zu besuchen. Ergänzt wurde das Camp durch Teambuilding-Maßnahmen. „Ich hatte einen sehr positiven Eindruck von der Veranstaltung. Die Sportler waren aufgeschlossen, wissbegierig und diszipliniert“, resümierte Rico May, der sich sehr angetan zeigte.

Der Rückblick der Athleten

Ebenso wie die Sportler selbst. Nick Klenert mit einem sehr ausführlichen Rückblick auf seinen Aufenthalt in Kienbaum. Freitag war Ankunftstag, der noch ziemlich entspannt ablief „Ich habe mein Zimmer mit zwei anderen Hürdenläufern bezogen, und danach ging es zum Abendessen. Später hatten wir ein paar Spiele zum Kennenlernen.“ Der nächste Tage stand ein wenig im Zeichen von Tests, er begann mit einem Beweglichkeitstest, es folgte ein Gespräch mit dem Nachwuchs Bundestrainer. „Nachmittags haben wir dann ähnliche Tests wie beim Kadertest durchgeführt. Nach dem Abendessen gab es noch ein Fairplay Workshop.“

Sonntags, direkt nach dem Frühstück, war ein Workshop zum Thema „Doping-Prävention“ angesetzt. „Im Anschluss musste ich das Wiener Testsystem durchführen. Am Nachmittag hatte ich dann meine erste richtige Trainingseinheit, wir machten uns sehr ausführlich warm und arbeiteten danach an unserem Rhythmus an Minihürden. Abschließend folgte ein Kraftkreis.“

Die neue Woche startete mit einem weiteren Workshop zum Thema „Medienkompetenz“, welcher ihm persönlich am besten gefiel. „Direkt im Anschluss ging ich dann zum Training, ich trainierte die Hürdenüberquerung über die neue Höhe. Am Nachmittag trafen wir uns dann nochmal in der Spielhalle zum Abschluss-Training, wir spielten Basketball und machten danach einen weiteren Kraftkreis. Somit waren dann alle Trainingseinheiten erledigt.“ Spielend verlief der Abschluss-Abend unter anderem mit Tic-Tac-Toe, Memory und Wandsitzen.

Am Dienstag erfolgte dann direkt nach dem Frühstück der letzte Workshop „Perspektive in der Nachwuchsleichtathletik“, und damit endeten die schönen Tage in Kienbaum. „Ich hatte in diesen Tagen eine Menge Spaß, ich lernte viele neue Leute kennen und freue mich sie bei einem Wettkampf wiederzusehen. Das Training hat mir viel Spaß gemacht. Ich habe viel Neues bei den Workshops gelernt“, fasste er zusammen.

Sehr positiv: Workshops und das Training mit den Disziplintrainern

„Die Tage in Kienbaum waren toll. Die Unterkunft, also Kienbaum 2, war sehr schön, nur leider einen Kilometer von der Mensa und vielen anderen wichtigen Orten entfernt. Das Essen in der Kantine war sehr gut. Das Training wurde im Stil eines "Leistungstest" durchgeführt. Die Workshops waren informativ und interessant gehalten, und wir haben viele wichtige Informationen gelernt. Es gab auch Angebote für unsere Freizeit, denen wir nachgehen konnten, dies aber nicht mussten“, beschrieb Karl Geburek, der Vierte der U16-DM im 1.500 Meter Hindernislauf, seinen Aufenthalt.

Bei der Deutschen U16-Meisterschaften überraschte Jonathan Enders mit zwei Medaillen. Der Allrounder krönte sich erst über 1.500 Meter Hindernis zum Meister, anschließend ließ er Bronze im Dreisprung folgen. „Es war ein tolles Erlebnis, das erste Mal im Trainingszentrum in Kienbaum trainieren zu dürfen. Es war wirklich sehr gut, alles was man zum Trainieren braucht an einem Platz zu haben. Außerdem fand ich es toll, gemeinsam mit all den anderen Kader-Athleten aus den anderen Disziplinen aus ganz Deutschland versammelt zu sein. Ich konnte viele neue Infos aus den Workshops mitnehmen. Das Blockspezifische Training mit den Nachwuchs-Bundestrainern, genauem Erklären und Technik anwenden war mit das beste“, blickte er auf die Tage zurück. -sam-