Jena/Zeulenroda: Zwischen Weite und Balance

Slackline, Hangelgerüst (Monkeybar), LKW-Reifen: Vielleicht nicht das Erste, was man in einer Laufhalle erwartet. Nicht so in Jena, wo diese Geräte in das tägliche Training integriert werden. Kürzlich durfte sich die Zeulenrodaer Trainingsgruppe um U18-Siebenkämpferin Serina Riedel hangelnd und balancierend an den etwas anderen Geräten ausprobieren.

Geplant war dieser Abstecher so nicht. Eigentlich hatte Nachwuchs-Bundestrainer Kai Dockhorn (Siebenkampf, Frauen) zur Teamwoche nach Kienbaum eingeladen. Diese wurde abgesagt. Trainer Tom Mäusebach musste umplanen und suchte nach einer Alternative. „Dass wir unseren Plan umschmeißen mussten, war nicht schlimm. Aufgrund der Entwicklung der Coronazahlen waren wir ein bisschen vorbereitet und haben mit der Absage gerechnet.“ Nur daheim in der Wohlfühloase trainieren, das kam für ihn auch nicht in Frage. „Natürlich fühlen wir uns daheim pudelwohl, aber wir schauen schon, dass die Athleten auch mal etwas anderes sehen.“

Abstecher nach Jena: dem geschulten Auge entgeht nichts

Die zweiwöchigen Ferien waren eine gute Gelegenheit, um das Training etwas vielseitiger zu gestalten. Also ging es in dieser Zeit für zwei Tage nach Jena. „Wir stehen in sehr gutem Kontakt zu Harro Schwuchow und Petra Felke, tauschen uns gegenseitig aus. Wenn es ihre Zeit erlaubt und in ihre Trainingsplanung passt, können wir nach Jena kommen. Natürlich ist es für uns ein logistischer Aufwand, aber diese Einheiten bringen unsere Sportler wiederum voran und wir setzen neue Reize“, berichtet Tom Mäusebach und verwies sogleich darauf, dass diese Fahrten nach Jena schon unter seinem Vorgänger Peter Fleißner durchgeführt wurden. An jenem Donnerstag waren Serina Riedel, Jannis Mäusebach und Luisa Lochner mit an Bord. Außerhalb der Ferienzeit kommen sie meistens samstags zum Stützpunkttraining in die Oberaue.

Vormittags nahm sich Harro Schwuchow der Gruppe an. „Es ist einfach toll, dass wir bei ihm Speerwurf trainieren können und er mit seinem geschulten Auge auf die Würfe schaut. Die Wurfeinheit verlief großartig. Harro hat sich sehr angetan gezeigt“, teilt Tom Mäusebach mit. Anschließend schloss sich etwas Athletik in der Halle an. Es wurde gehangelt einerseits, anderseits auf der Slackline das Gleichgewicht trainiert.

Drei Wochen Trainingspause - Ende September fiel Startschuss für neue Saison

Zurück im Training ist Siebenkämpferin Serina Riedel seit gut sechs Wochen. Nach den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften in Vaterstetten und ihrer Titelverteidigung in der U18 gab es eine längere Pause für die deutsche Siebenkampf-Meisterin. „Sie hat drei Wochen frei bekommen. Für sie waren die Wochen auch ganz wichtig, um zu regenerieren und locker zu werden. Außerdem ist sie schulisch in die Abiphase gestartet“, erklärt Tom Mäusebach.

Seine Trainingsgruppe ist gut aufgestellt, er betreut um die zehn Athleten. Im Kern sind es Serina Riedel, Jannis Mäusebach, Luisa Lochner, Birgit Riedel, Michelle Riedel und Maike Gamenik. „Es ist wirklich ein tolles Team. Die Athleten spornen sich gegenseitig an. Für mich als Coach ist es ein super Arbeiten", betont Tom Mäusebach, der die Einheiten intensiv und mit Spaß gestaltet. "Das Training ist zweifelsohne anstrengend, aber wir sind darauf bedacht, freudbetont zu trainieren. Das ist mir ebenfalls ganz wichtig."

In den einzelnen Trainingsgruppen beobachtete er in den vergangenen Monaten einen regen Zulauf. Kaum den Rhythmus aufgenommen, bremste sie der November-Lockdown wieder aus. Untätig ist man nicht. Greift Plan A nicht, gibt es immer noch einen Plan B und C. Und den haben die Zeulenrodaer irgendwie immer in der Tasche. Auch wenn es dafür – wie schon im Frühjahr - zurück auf die Feldwege der Region geht.