Jena: Thomas Röhler begrüßt Weltklasse in seinem „Wohnzimmer“

Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler wirbt als Plakatmotiv für das zweitägige Speerwurf Festival (17./18. September) in der Jenaer Oberaue. Selbst wird der 29-Jährige nicht starten. Eine noch nicht zu 100 Prozent auskurierte Rückenverletzung sowie seine Funktion als Macher des Meetings sowie des vorgelagerten einwöchigen Trainingscamps lassen einen Start nicht zu. Dafür darf er in seinem „Wohnzimmer“ die deutsche Nachwuchselite begrüßen, ebenso wie ein starkes internationales Feld bei den Männern und Frauen.

Coronabedingt musste das Speerwurf Festival im Vorjahr ausfallen. Im Frühjahr dieses Jahres setzte sie sich das Organisationsteam um Thomas Röhler abermals zusammen und machte den Termin für Mitte September fix. Trotz der Corona-Unsicherheit. Jetzt rücken diese Tage mit großen Schritten näher. Viel Zeit und Kraft investierte das Team, führte zahlreiche Gespräche und wird nun für seinen Mut belohnt. Thomas Röhler zeigt sich dankbar. „Es ist eine unheimliche Wertschätzung von unseren Partnern wie auch neuen Partner und unseren Ehrenamtlichen, die sich trotz der Unsicherheit entschieden haben, wir machen das.“

86 Teilnehmer aus 17 Nationen

Dass es diesen Termin Mitte September gibt, hatte Gründe. Damals ging der Rio-Olympiasieger noch davon aus, dass er bei den Olympischen Spielen in Tokio starten kann. Eine Rückenverletzung sollte den Jenaer auf diesen Weg stoppen. Jetzt erweist er sich als guter Mittelweg. „Dieser Termin ist ein Stück weit Auftakt und Abschluss zugleich. Für die jungen Sportler hat die Schule wieder begonnen. Es ist es natürlich spannend zu sehen, wie sie sich mental auf den Wettkampf einstellen und sich dann zeigen.“

Mit ein wenig Stolz in der Stimme verkündet Thomas Röhler die Teilnehmerzahl von 86. „Vor zwei Jahren, in einem Jahr, wo die Welt noch in Ordnung war, waren es 83. Da liegen wir ungefähr auf demselben Level. Natürlich sind wird auch eingeschränkt, was das Camp mit den Teilnehmern angeht. So können beziehungsweise dürfen Briten, Tschechen und Amerikaner nicht zu uns kommen. Das macht es sehr schwer, aber dennoch haben wir an beiden Wettkampftagen 17 Nationen am Start“, verdeutlicht Thomas Röhler die Situation.

U20-Weltmeisterin Adriana Vilagoš kommt nach Jena

Überrascht zeigte er sich über die Breite der niederländischen Starter. Aber auch der Zuspruch an deutschen Startern im Jugendbereich, die Profis befinden sich im Urlaub, lässt ihn mit einem sehr positiven Gefühl auf die Wettkampftage blicken. „Im Jugendbereich ist die deutsche Spitze komplett am Start. Dazu dürfen wir mit der Serbin Adriana Vilagoš eine Nachwuchs-Weltklassewerferin bei uns begrüßen. Einen kombinierten Wettkampf bieten wir bei den Frauen und Männern an. Wir haben Olympia-Teilnehmer wie Andrian Mardare, Madara Palameika, Jo-Ane van Dyk und Lina Muze dabei. Das sind spannende Felder“, macht Thomas Röhler Lust auf einen Besuch an den Wettkampftagen.

Zur Einordnung: Adriana Vilagoš gewann zuletzt bei den U20-Weltmeisterschaften in Nairobi den Titel mit neuem U20-Landesrekord von 61,46 Meter. Die 17-Jährige steigerte zuvor ihre eigene U18-Weltbestleistung in diesem Sommer mit dem 500-Gramm-Speer auf 70,10 Meter. Das ist absolute Weltklasse in diesem Altersbereich. Glücklich zeigte sich Thomas Röhler nicht nur über die Verpflichtung dieser starken Athleten. Er gab auch einen kleinen Einblick in das Trainingscamp, das am Montag (13. September) gestartet ist. „Wir sind erstmal froh und glücklich darüber, dass wir das Sommercamp durchführen können.“ Das Durchschnittsalter dieser Teilnehmer liegt bei 18 Jahren.

In diesen Tagen erwartet die Athleten, die größtenteils mit ihren Coaches angereist sind, ein intensives Programm mit sieben Einheiten, Vorträgen und dem Coaching durch Thomas Röhler. Input soll es aber nicht nur durch ihn geben. So wird es eine Einheit mit Physiotherapeut Tobias Jahrmarkt geben, geplant ist ein Vortrag mit einem Referenten zum Thema Faszien. Für ein wenig Abwechslung sorgt ein kleines kulturelles Programm. „Häufig sind die Athleten es gar nicht gewohnt zwei Mal am Tag zu trainieren. So ist es auch wichtig, Erholungspunkte zu setzen, um dann am Wettkampftag positive Ergebnisse abliefern zu können“, meint Thomas Röhler.

Alle Infos zum Speerwurf-Festival finden Sie hier

Offene Ballwurf Kids Cup - "Komm und wirf" (18. September) von 12 bis 15 Uhr

MDR-Beitrag (Vorbericht) // Beitrag Jena TV