Jena: Langhürdler Lukas Peter tankt Selbstvertrauen

Diese Zeit war wie ein Befreiungsschlag: 51,94 Sekunden ist Lukas Peter über 400 Meter Hürden gerannt. Am Freitag, beim 2. Sommer Run&Jump in Berlin-Charlottenburg. Diese Zeit brachte ihm den Tagessieg. Und noch mehr. Nämlich eine neue Bestzeit. Erstmals blieb er unter der 52-Sekunden-Marke. „Das Hauptziel für diese Saison war eine neue Bestzeit. Das habe ich nun erreicht. Aber ich fühle, es ist mit einem perfekten Rennen noch mehr drin“, sagt der 22-Jährige.

Ein Blick zurück: Vor fast zwei Jahren stürmte der Jenaer Langhürdler im Berliner Olympiastadion ins DM-Finale. Danach standen 52,59 Sekunden in der Bestenliste. Danach tat sich nichts mehr. Bis zum Freitag. Das gute Gefühl aus dem Training übertrug er auf den Wettkampf – und zeigte an diesem Tag, dass es in diesem Sommer richtig schnell werden kann. Wenngleich das Rennen vom Rhythmus noch nicht ganz optimal verlief. Realistisch wäre im weiteren Saisonverlauf eine Zeit um die 51,50 Sekunden. Dafür muss dann alles zusammenpassen.

Mannheim sorgt für ersten Lichtblick

Bestärkt haben ihn das Training wie auch die 400 Meter aus der Vorwoche in Mannheim. „Die 400 Meter flach bin ich zuletzt bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig (2020) gelaufen. Mein letztes Freiluftrennen liegt noch länger zurück. Das war 2017. In Mannheim hat vieles gepasst. Das Stadion ist cool und es war ein gutes Feld am Start“, blickt Lukas Peter zurück. Mit diesem Rennen tankte er neues Selbstvertrauen, schöpfte neue Kraft und Mut für das zweite Saisonrennen über 400 Meter Hürden.

Das Gegenteil erlebte er nur wenige Tage zuvor beim Saisoneinstieg in Pliezhausen. Bis zur fünften Hürde war er noch gut mit dabei. Aber er merkte schon, dass es vom 14er Rhythmus nicht ganz passte. „Ich bin zu nah an die fünfte Hürde rangelaufen und danach fast gestürzt. Vom Kopf war das Rennen für mich dann gelaufen. Über die letzte Hürde bin ich dann nur noch gejoggt“, berichtet Lukas Peter. Die Zeit nebensächlich. Besser machte er es nun in Berlin.

Mehr Mut auf den letzten Metern

Doch selbst in diesem schnellen Bestzeit-Rennen sah er für sich Optimierungsbedarf. Speziell vom 14er Rhythmus. „Von den Hürden waren bis auf die letzte alle akzeptabel. Ich muss mir hinten raus einfach das kleine Quäntchen mehr zutrauen.“ Wenn das noch passt, dann kann seine neue Bestzeit in den nächsten Wochen schon wieder der Vergangenheit angehören. Zumal er sich als jemand beschreibt, der über die Anzahl er Rennen kommt. „Ich bin ein Typ, der ein bisschen Zeit braucht, um in die Saison reinzukommen. Das gelingt dann von Rennen zu Rennen immer besser, wo ich mir die nötige Wettkampfhärte hole.“

Zwei Wochen verbleiben ihm und seinem Trainer Rico May bis zu den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig (5./6. Juni). Jetzt folgt erstmal ein ordentlicher Trainingsblock. Genutzt wird dafür auch das kommende Wochenende, um es dann in der Woche vor den nationalen Titelkämpfen etwas ruhiger angehen zu lassen. Das nötige Selbstvertrauen ist jetzt definitiv da. Dafür haben die Rennen in Mannheim und Berlin gesorgt. Und vielleicht erweist sich dann Braunschweig als ein weiterer großer Lichtblick. -sam-