Jena: Holprige Vorbereitung – Vorfreude auf die ersten Wettkämpfe

Wieder ins Fliegen kommen. Für Annabell Recke stehen die ersten Höhenflüge beim 2. Fly – up and far Meeting - Nationales Einladungssportfest für Berufs- und Spitzensportler - am Wochenende in Frankfurt/Main bevor. Trainer Rico May ist ebenso wie seine Athleten voller Vorfreude auf die ersten Wettkämpfe. Die Vorbereitung verlief bei dem einen oder anderen seiner Athleten etwas holprig. Dennoch blickt er zuversichtlich dem Sommer entgegen.

In der Hallensaison konnte sich Annabell Recke (LC Jena) nur einmal zeigen. Sie startete beim Erfurt Indoor und übersprang 1,70 Meter. „Sie freut sich auf weitere Wettkämpfe“, weiß Rico May. Und den ersten gibt es zum Auftakt in die Sommersaison in Frankfurt/Main (2. Mai). Die deutsche U18-Hochsprungmeisterin startet zwei Wochen später in Leverkusen (16. Mai). In diesem Jahr erstmals in der Jugendklasse U20. „Gern möchten wir auch an Wettkämpfen im Weitsprung und Hürdenlauf teilnehmen“, blickt Rico May voraus.

Ein eher unruhiger Winter- und Frühjahrsaufbau liegt hinter Luise Herdegen (LC Jena). „Zwei Mal musste sie jeweils 14 Tage in Quarantäne verbringen“, erklärt Rico May den Hintergrund. Die Langhürdlerin zeigt sich dennoch in einer guten Verfassung. Ihr momentanes Leistungsvermögen sei durchaus vielversprechend. „Die Trainingsleistungen in den Unterdistanzen sind gut“, zeigt sich Rico May erleichtert über den derzeitigen Stand. Einsteigen in die Saison wird sie am 8. Mai in Pliezhausen und über die 300-Meter-Hürden testen. Ebenfalls nicht außer Acht lassen will das Trainer-Athleten-Gespann die 200 und 400 Meter flach.

Keinen offiziellen Wettkampf in der Hallensaison bestritt Malte Stangenberg (LC Jena). Rico May bedauert dies, weil sich der U23-Sprinter in einer „ganz tollen Form“ befand. „Auch zum jetzigen Zeitpunkt befindet er sich in einer guten Verfassung und wartet sehnsüchtig auf die ersten Wettkämpfe“, sagt Rico May. Der Sommer-Startschuss fällt für Malte Stangenberg über 100 Meter beim Jugendmeeting in Dresden (8. Mai). Großes Potenzial sieht sein Trainer bei ihm über die 200 Meter. Wie es im Mai für ihn mit Wettbewerben weitergeht, ist noch ungewiss. Das Ziel für den Sommer sind die Deutschen U23-Meisterschaften in Koblenz (26./27. Juni). „Vielleicht erhält er sogar die Chance, sich in der Nationalstaffel zu beweisen“, hofft Rico May auf einen internationalen Start.

In der Hallensaison tauchte einige Male der Name von Max-Ole Klobasa (LC Jena) in den Ergebnislisten auf. In seinem ersten U23-Jahr hatte der Dreispringer aufgrund von aufkommenden Fußproblemen die Hallensaison vorzeitig beendet. Daraufhin erfolgte Anfang März für den zweifachen deutsche U20-Hallenmeister eine Umstellung des Hop-Beines auf links. „Max-Ole springt nun in der Reihenfolge links-links-rechts. Von Woche zu Woche wird das Technikbild stabiler“, berichtet Rico May über die Fortschritte im Training.

Ebenso konnte er sich in den vergangenen Monaten insbesondere im Kraft- und Schnelligkeitsbereich steigern. Für ihn beginnt die Sommersaison beim Jugendmeeting in Dresden (8. Mai), laufen wird er 100 Meter. Eine Woche später folgt der erste Wettkampf in seiner Paradedisziplin bei einem Wettkampf in Leverkusen (16. Mai). Als Nahziele stehen die Deutschen Meisterschaften der Aktiven in Braunschweig (5./6. Juni) und der U23 in Koblenz auf dem Zettel. „Man wird sehen, ob es für einen internationalen Start bei den U23-Europameisterschaften in Bergen reicht.“ Gefordert sind 15,95 Meter.

Momentane Trainingssituation und Ausblick auf neues Leichtathletikstadion

Durch den Umbau des Ernst-Abbe-Sportfeldes gestaltet sich die Trainingssituation etwas schwierig. Nach Lösungen wurde gesucht und Alternativen gefunden. „Wir pendeln aktuell zwischen mehreren Orten. Zum einen die Laufhalle Oberaue und zum anderen Laufbahnen in Jena und Umgebung. Das Ernst-Abbe-Sportfeld hat nach dem Abriss der Nordtribüne nur noch knapp 300 Meter und die Weitsprunggrube zu bieten. Für komplette Runden nutzen wir entweder die Bahn im Universitätssportzentrum oder in Neustadt/Orla“, beschreibt Rico May die momentane Lage.

Bis zum Sommer 2023 soll aus dem einstigen Ernst-Abbe-Sportfeld eine neue funktionale und zweitligataugliche Fußball-Arena entstehen. Die Leichtathleten erhalten in der Wöllnitzer Straße ihr eigenes neues Stadion. Und das liegt gleich am Sportgymnasium. Zurzeit wird dort fleißig gebaut. „Momentan wird die Tribüne errichtet, sie soll später einmal 700 Personen Platz bieten. Die Zielgerade wird so gebaut werden, dass in beide Richtungen gesprintet werden kann. Es wird eine A-Anlage entstehen mit acht Rundbahnen und die Weit-/Dreisprunganlagen werden vor der Tribüne außerhalb der Laufbahn zu finden sein. Wir hoffen auf Trainings- und Wettkampfbetrieb ab dem Frühjahr 2022“, gibt Rico May einen Ausblick. -sam-

In den vergangenen Wochen erschienen schon Beiträge über Weitspringer Kevin Brucha und Langhürdler Lukas Peter.