Jena: Eine Trainingsgruppe schnuppert in Bremen DM-Luft

Es kommt wahrlich nicht oft vor, dass die gesamte Trainingsgruppe den Weg zu einer Deutschen Meisterschaft einschlägt. Umso stolzer ist Max-Otto Strobel auf seine jungen Athleten, die nun gemeinsam bei den Deutschen U16-Meisterschaften in Bremen (9./10 Juli) an den Start gehen werden. Im Einzel wie auch in der Sprintstaffel.

Für alle ist es eine Premiere: Erstmals dürfen sie DM-Luft in Bremen schnuppern. Einen aus der Gruppe besonders hervorheben, das möchte Max-Otto Strobel nicht. „Sie haben es alle verdient, sie haben alle fleißig gearbeitet und in dieser Breite war eine DM-Teilnahme nicht zu erwarten gewesen. Die Athleten haben eine enorme Entwicklung hinter sich und darauf bin ich unheimlich stolz.“ In der Leichtathletik zählt auch der Teamgedanke. Insbesondere in den Staffeln. Umso glücklicher ist der Trainer, dass sich beide Staffeln für einen DM-Einsatz qualifiziert haben.

Aspasia Winkler mit Fokus auf dem Dreisprung

Diese eine Chance, die sie bei den Mitteldeutschen U16-Meisterschaften in Gotha hatten, wussten sie für sich zu nutzen. Für die Mädchen der Startgemeinschaft Jena-Bürgel stand eine Zeit von 51,28 Sekunden im Ziel zu Buche. „Bei den Mädels war bei der Qualifikation keine reine Sprinterin dabei. Über die Breite, die Entschlossenheit und die guten Wechsel haben sie ihr DM-Ticket gelöst und sich belohnt. Zugleich ist diese Teilnahme in Bremen auch ein Ausdruck wie gut die Trainingsgruppe harmoniert“, fand Max-Otto Strobel anerkennende Worte. Gemeldet sind für die Sprintstaffel Aspasia Winkler, Maya Kühn, Aurora Klotz, Emma Charlott Münnich, Joline Hohlfeld und Lillith Graßhoff. Wer schlussendlich das Staffel-Quartett bildet, entscheidet sich dann vor Ort. „Sie sollen Spaß haben und Erfahrungen sammeln“, lautet seine kurze Zielstellung für Bremen.

Aspasia Winkler (LC Jena) steht wohl kein Doppelstart bevor. Sie hat sich nämlich noch für einen Einzelstart im Dreisprung qualifiziert und wird sich voraussichtlich darauf konzentrieren. Mit einer starken Weite von 11,11 Meter ließ sie in Gotha aufhorchen. „Sie kann springen. Dabei stehen wir bei ihr und dem Dreisprung noch ganz am Anfang. Der Dreisprung muss wachsen, er ist belastungsintensiver und braucht viel Zeit. Dennoch hat sie einen tollen Leistungssprung vollzogen und gezeigt, was sie kann. Mein Wunsch für sie wäre der Endkampf“, sagt Max-Otto Strobel.

Staffel-Quartett brillierte in Gotha

Richtig viel Freude bereitete zuletzt auch das Staffel-Quartett der Jungs. Sie gaben richtig Gas auf der Stadionrunde und empfahlen sich mit 46,36 Sekunden für einen DM-Einsatz. Gemeldet sind Moritz Konstantin Weiß, Morten Aaron Kutzner, Luca Büttner, Max Arnold, Mika Dedekind und Jakob Hüttner. „Moritz und Luca gehören noch zur Trainingsgruppe von Romy Gürbig. Vier der Jungs sind in Gotha wirklich eine tolle Staffel gelaufen und nicht umsonst Zweiter geworden. Mit Max und Morten haben wir zwei Sportler, die noch zwei weitere Normen erfüllt haben.“

Bei beiden Athleten liegt der Fokus auf der Kurzhürde. In Gotha blieb Morten Aaron Kutzner bei den Mitteldeutschen U16-Meisterschaften erstmals unter der 11-Sekunden-Marke, er steigerte sich auf 10,97 Sekunden. „Dieses Saisonziel hat er bereits erreicht. Morten hat eine enorme Leistungsentwicklung über das Jahr genommen. Wir verfolgen aber das Ziel eines langfristigen Leistungsaufbaus. Bei ihm würde ich mich sehr freuen, wenn er den Vorlauf über 80 Meter Hürde übersteht und seine Leistung aus Gotha bestätigt.“ Außerdem ist er noch über 100 Meter gemeldet.

Max Arnold über Kurz- und Langhürde

Max Arnold reist mit einer Bestzeit von 11,15 Sekunden an. „Das Ziel wird bei ihm sein, unter die 11-Sekunden-Grenze zu laufen. „Bei Max lassen wir die Langhürde nebenherlaufen. Sie ist nur äußerst selten Trainingsbestandteil, sie wird beiläufig im Kurzhürdentraining mitentwickelt“, erklärt Max-Otto Strobel. Dafür glänzte sein Athlet in diesem Sommer mit einer tollen Zeit von 41,71 Sekunden. Noch mehr besticht Max Arnold mit seiner Vielseitigkeit. Nur knapp verpasste er im Weitsprung den geforderten Richtwert von 6,25 Meter, seine Bestweite steht bei 6,18 Meter. „Im Block lieferte er ebenfalls einen starken Wettkampf ab. Er hat sich alles hart erarbeitet und das ist jetzt sein Lohn dafür“, freut sich Max-Otto Strobel über die Leistung.

Sowohl Max Arnold als auch Morten Aaron Kutzner werden im schulischen Spezialsport von Heike Röppnack und Romy Gürbig unterrichtet. „Es ist nicht das Werk eines einzelnen Trainers, sondern ein Gemeinschaftswerk. Es sind die Ergebnisse des Trainerteams.“ Und diese Gemeinschaftsarbeit bringt nun den bestmöglichen Erfolg, dass sich jetzt eine gesamte Trainingsgruppe auf den Weg in Richtung Bremen macht. -sam-