Jugend-DM: Eileen Seebon will ihre Bestzeit angreifen

Es war ein erfolgreicher Auftakt: Anfang Juli beim Einladungswettkampf des Erfurter LAC steigerte Eileen Seebon (1. SV Kraftverkehr Heiligenstadt) ihre Bestzeit über 3.000 Meter auf 10:11,85 Minuten. Damit liegt die 2003 geborene Mittelstreckenläuferin momentan auf Rang 14 der deutschen U18-Bestenliste. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften der U18/U20 in Heilbronn (4. bis 6. September) darf es gern noch etwas schneller werden. Es wäre nach Ulm (2019) und Neubrandenburg (2020) ihr dritter Start bei einer Jugend-DM.

Sie hatte sich vor ihrem Lauf im Erfurter Steigerwaldstadion schon gut gefühlt. Im Rennen lief es ebenfalls bestens, was sich wiederum in schnellen Rundenzeiten ausdrückte. „Als ich die Rundenzeiten von meinem Trainer hörte, habe ich schon gedacht, dass könnte vielleicht was werden mit einer neuen Bestzeit. Im Endeffekt sieht man es aber erst im Ziel, ob es wirklich geklappt hat“, meinte die junge Athletin, die sich anschließend mehr als glücklich zeigte, ob der neuen Bestmarke.

Starke Konkurrenz über 3.000 Meter

Bei der Jugend-DM will sie diese nun angreifen und verbessern. „Außerdem kommt es für mich darauf an, dass ich mich gut im Feld platzieren kann. Wenn dann am Ende eine neue Bestzeit rausspringen würde, dann wäre das schon toll“, blickt sie hoffnungsvoll nach vorne. Das hängt auch ein Stück weit von der Konkurrenz ab. Und diese ist in diesem Jahr besonders stark und schnell. „In manchen Jahren kam man mit der Zeit von Eileen in die Top 5 oder ist sogar bis fast an die Medaille gelaufen. Dieses Jahr glaube ich, wenn sie ihre Zeit aus Erfurt nochmals bestätigt, dass sie eher in Richtung Top 8 schielen muss. Mal schauen, ob sie sich nochmals steigern kann“, hofft Trainer Enrico Aßmus.

Und dafür läuft das Training nach einer kurzen Urlaubspause nun langsam wieder an. Auf dem Plan stehen viele Dauer- und vereinzelte Tempoläufe. Mal in Erfurt, mal in Heiligenstadt. „Wenn ich die Chance habe in Erfurt mit Trainingspartnern zu trainieren, dann nutze ich das Angebot. Wenn keiner da ist, fahre ich einfach zum Trainieren nach Hause“, erklärt Eileen Seebon das Pendeln zwischen Trainings- und Wohnort.

Ein Gewinn für die Trainingsgruppe

Seit einem Jahr besucht sie das Erfurter Sportgymnasium. Es bedurfte anfangs einiger Überredungskunst, um sie für das Projekt Sportschule zu begeistern. „Im alten Schuljahr war ich zu einer Probewoche an der Schule, konnte mir alles anschauen und das hat mir in meiner Entscheidung sehr geholfen. Als ich dann hier war, Leute kennengelernt und schnell Freunde gefunden habe, war ich mir sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben“, sagt sie mit einem Lächeln auf den Lippen. Unterstützung erfuhr sie von ihren Eltern, die sie ermutigten, den neuen sportlichen Weg zu gehen.

Für die Erfurter Trainingsgruppe ist Eileen Seebon ein absoluter Gewinn, wie Enrico Aßmus herausstellt: „Mir gefällt an ihr, dass sie so eine Frohnatur ist und immer mit einem Lächeln zum Training kommt. Sie hat sich in diesem einen Jahr in allen Bereichen stark gesteigert. Was ich mir von ihr für die nächsten Jahren wünschen würde, wäre eine Brise mehr Selbstvertrauen. Ansonsten macht es sehr viel Spaß mit ihr zusammenzuarbeiten.“ Und auch seine Athletin fühlt sich bestens aufgehoben. „Eine, die mir im Training gut helfen kann, ist Langstreckenläuferin Cora Blaue. Wir machen alles zusammen und sind gut befreundet. Zu unserer Gruppe gehören noch Lisa Lankes und Anastasia Tronicek.“

Laufen, das ist ihr Ding

Ihre sportliche Liebe zu den 3.000 Metern begann schon früh. Oder viel mehr die Liebe zu den längeren Distanzen. Laufen, das ist einfach ihr Ding. „Das hat mir von Anfang an den meisten Spaß gemacht. Ich habe eher die Ausdauer für die längeren Läufe. Wurf und Sprung lagen mir nicht so richtig“, erinnert sich Eileen Seebon, die auf ihrer Paradestrecke weiter Gas geben möchte. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich bei der Jugend-DM.

Und das mit einem familiären Glücksbringer: Um den Hals trägt sie eine Kette, ein Geschenk ihrer Oma. Vielleicht nimmt ihr diese etwas die Nervosität. „Einerseits freut man sich sehr auf seinen DM-Start, anderseits ist man auch sehr aufgeregt, weil viele starke Leute dabei sind.“ Aber vielleicht erinnert sie sich vor ihrem Start einfach an ihren Auftakt in Erfurt und dem Moment der Zielankunft. Dieses Gefühl könnte sie in Heilbronn womöglich zu einer neuen Bestzeit tragen.