Hannover: Leni Frische krönt Marathon-Debüt mit DM-Bronze

Endlich U23. Für Lauf-Ass Leni Fritsche bedeutete der Wechsel in die neue Altersklasse zugleich ihr Marathon-Debüt. Zuvor hatte ihr Trainer Ralf Hafermann ein Start nicht erlaubt. „Den Wunsch einen Marathon zu laufen, trage ich schon zwei, drei Jahre in mir. Bisher war ich zu jung, so dass mein Trainer mir es nicht erlaubt hat. Er hat zu mir gesagt, dass ich ihn erst ab der U23 laufen darf“, sagt die 19-Jährige, die die Königsdistanz über 42 Kilometer beim Hannover-Marathon in Angriff nahm. Darin eingebettet die Deutschen Meisterschaften. In der U23-Wertung durfte sie sich über Bronze freuen - weniger begeistert zeigte sie sich über ihre Zeit.

Vorbereitet auf ihren ersten Marathon hat sich Leni Fritsche (Ohrdrufer LV) mit zwei Rennen über die Hälfte der Distanz. Nämlich bei den Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon in Frankfurt/Main, sie beendete ihn in neuer Bestzeit von 1:31:20 Stunden, und den Landesmeisterschaften in Apolda (1:44:11 h). „Von den Wettkämpfen im Vorfeld hat der Marathon jetzt perfekt gepasst“, berichtet die Debütantin. Tausende Teilnehmer starteten beim Laufspektakel an der Leine. Bei Leni Fritsche überwog die Angst. Die Angst vor einer Kilometerzahl, die „ich einfach nicht realisieren konnte“. Nämlich 42 Kilometer. „Einerseits freut man sich die neue Herausforderung anzugehen, anderseits weiß man, wie vernichtend diese Kilometer sein können.“ Sie hat es trotz aller Bedenken geschafft: ihr Marathon-Debüt endete nach 4:24:53 Stunden – und DM-Bronze in der U23-Wertung.

Leni Fritsche: "Nur noch durchkommen"

Wenngleich sie nach mehr als der Hälfte des Rennens unheimlich kämpfen musste. Der schnelle Angang rächte sich, sie hangelte sich nur noch von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation. „Mein Trainer hat gesagt, ich soll ihn gediegen angehen. Was mache ich? Ich bin zu schnell losgelaufen. Bis zur Hälfte lief alles gut, ich war perfekt in der Zeit und bin dann aber hinten raus mächtig eingebrochen“, blickt sie zurück. Aussteigen war keine Option. „Ich wollte es mir selbst beweisen – ich kann das. Im Laufe des Rennens habe ich den Fokus nur noch auf das Durchkommen gelegt. Die Zielzeit wurde irgendwann zweitrangig“, berichtet Leni Fritsche, die gern unter vier Stunden geblieben wäre. Sie hat in diesen Stunden viel gelernt - für sich und kommende Rennen.

Ob es in diesem Jahr noch einen zweiten Marathon geben wird, ließ sie offen. Womit es weitergeht, das weiß sie genau: es geht zurück von der Straße auf die Bahn. Starten wird sie bei den Thüringer Landemeisterschaften über 5.000 Meter in Bad Salzungen (25. April). „Für mich sind die kürzeren Strecken nach dem Marathon erstmal ein Systemschock. Das ist mental gar nicht so einfach, sich dann wieder auf die kürzen Strecken umzustellen. Wir werden jetzt verstärkt an der Schnelligkeit im Training arbeiten und dort ordentlich zulegen.“ Aber mit DM-Bronze läuft es sich sicherlich um einiges leichter.