Halle/Saale: 5.625 Punkte und EM-Norm für Serina Riedel

Einen Siebenkampf als Saisoneinstieg. Warum nicht? Ja, warum denn eigentlich nicht. Bei den Offenen Mitteldeutschen-Mehrkampfmeisterschaften in Halle/Saale eröffnete Siebenkämpferin Serina Riedel (TSV Zeulenroda) am vergangenen Wochenende ihre Saison. Und das nicht in ausgewählten Disziplinen, sondern in allen sieben. Sie sammelte 5.625 Punkte, siegte in der U20-Wertung und überbot nebenbei noch die EM-Norm für Tallinn. In der Jugend W14 und W15 lieferten Frieda Kupfer und Mia Kirchner starke Leistungen im Siebenkampf ab.

Mit solch einem Start ins erste U20-Jahr und in den Sommer hatte das Trainer-Athletin-Gespann aus Zeulenroda eigentlich nicht geplant. Viel mehr sollte es in ausgewählten Disziplinen eine erste Standortbestimmung geben. Durch abgesagte Wettkämpfe spitzte sich alles auf das Wochenende in Halle/Saale zu. „In Rücksprache mit dem Nachwuchs-Bundestrainer (Kai Dockhorn) hat Serina das Ding in Halle durchgezogen“, berichtet ihr Trainer Tom Mäusebach. Dass das am Ende richtig viel Punkte brachte und obendrein noch die Norm für die U20-Europameisterschaften in Tallinn (Estland, 15. bis 18. Juli) umso erfreulicher.

Schmerzvoller Hürdeneinstieg

„Für mich war es richtig cool mal wieder einen Wettkampf zu machen. Mein letzter war im September. Nur trainieren und warten bis es wieder losgeht, das waren keine einfachen Wochen. Umso schöner war es jetzt, mit der sehr guten Konkurrenz aus den anderen Bundesländern wieder im Wettkampf zu stehen und sich gegenseitig zu fordern. Mir hat es richtig viel Spaß gemacht“, sagt Serina Riedel, die seit diesem Jahr in der Jugendklasse U20 startet.

Und mit neuen Herausforderungen klarkommen muss. Wie eine neue Hürdenhöhe. Der Einstieg verlief über die Hürden (100 Meter) mit 14,68 Sekunden recht solide – und schmerzvoll. „Sie ist sehr gut reingekommen. Ich bin mit ihrem Lauf sehr zufrieden. Nur ihre Knie waren danach blau, sie war zwei Mal an der Hürde hängengeblieben“, berichtet Tom Mäusebach. Im Hochsprung standen 1,72 Meter im Protokoll. Diese Höhe soll sie in den kommenden Wettbewerben stabil bringen. Im Kugelstoßen konnte sie sich in ihren drei Versuchen stets steigern. Bis auf 12,22 Meter, die als neue Bestmarke mit der 4-Kilo-Kugel ins Protokoll einging. „Wir wissen, dass wir da eine kleine Baustelle haben. Da fehlt über den Winter das entsprechende spezielle Training. Wie auch im Speerwurf“, macht Tom Mäusebach deutlich.

Risiko beim Weitsprung wird belohnt

Die Zeit über 200 Meter von 24,84 Sekunden waren ein solider Abschluss des ersten Tages. Ihrem Trainer gefiel, dass sie „hinten raus ordentlich Druck gemacht hat“. Das brachte ihre eine neue Bestleistung ein. Der zweite Tag begann mit einer Einstellung ihrer Bestmarke: Das Risiko im dritten Versuch wurde mit 6,17 Meter belohnt. Im ersten Versuch verschenkte sie ordentlich, sprang weit vor dem Brett ab und landete dennoch bei 5,93 Meter. Knapp an die 40-Meter-Marke segelte anschließend der Speer, sie setzte sich mit 38,98 Meter durch. Die abschließenden 800 Meter meisterte sie in neuer Bestzeit von 2:26,76 Minuten. Dabei machte ihr der Wind gehörig zu schaffen. Durch die offene Anlage unterstützte sie auf der Zielgerade der Rückenwind, auf der Gegengerade blies er ihr kräftig entgegen.

Mit dieser Leistung im Kopf und in den Beinen kann sie nun etwas beruhigter in die nächsten Wettkämpfe gehen. Drauf ankommen wird es beim Quali-Wettkampf in Bernhausen (5./6. Juni). „Bis dahin haben wir Zeit, um an unterschiedlichen Dingen zu arbeiten“, sagt Tom Mäusebach. Der nächste Wettkampf ist am kommenden Freitag beim Springermeeting in Chemnitz geplant. „Wir müssen mal schauen, wie sich ihre Beine über die Woche anfühlen.“

Starke Leistungen: Frieda Kupfer und Mia Kirchner

Herausragend war nicht nur die Leistung von Serina Riedel. Nur hauchdünn verfehlte Frieda Kupfer (Erfurter LAC) das Podest in der Jugend W14. Sie sammelte 3.291 Zähler und wurde Vierte. Zur Halbzeit lag sie nach vier von sieben Disziplinen mit 1.953 Zählern noch auf den dritten Rang. Über 100 Meter gab es eine neue Bestzeit von 13,40 Sekunden. Zweite wurde sie im Hochsprung mit 1,36 Meter, im Weitsprung konnte sie sich jeweils steigern und hatte 4,69 Meter im Protokoll stehen. Den Speer ließ sie auf 29,35 Meter segeln. Der zweite Tag startete über 80 Meter Hürden, ihre Zeit 13,77 Sekunden. Im Kugelstoßen wurde sie mit 8,68 Meter Dritte. Abschließend folgte der Lauf über 800 Meter in einer Zeit von 2:45,76 Minuten.

In der Jugend W15 wurde Mia Kirchner (ASV Erfurt) mit 3.540 Zählern Sechste. Ihr Start in den ersten Wettkampftag verlief über 100 Meter mit einer neuen Bestzeit von 13,17 Sekunden. Im Weitsprung standen exakt 5,00 Meter im Protokoll. Eine neue Bestmarke gab es mit 1,44 Meter im Hochsprung sowie im Speerwurf mit 31,91 Meter. Der zweite Tag brachte eine neue Bestzeit über 80 Meter Hürden (12,93 sec), eine Bestmarke im Kugelstoßen mit 9,92 Meter sowie zum krönenden Abschluss eine Bestzeit über 800 Meter in 2:40,96 Minuten. -sam-

Ergebnisse