Hallen-Jugend-DM: Starke Leistungen der Thüringer Athleten

Ob Topplatzierung, neue Bestleistung oder dem Erreichen des persönlichen Ziels, bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften mit Winterwurf (U18/U20) in Halle wussten die Thüringer Nachwuchsathleten zu begeistern. Elf Medaillen gingen an Thüringer Athleten. Im Dreisprung gab es einen Thüringer Doppelerfolg, während Luis Brandner mit zwei DM-Titeln die Saalestadt verließ. Noch dazu lockten Tickets für den Hallen-Länderkampf im französischen Nantes (3. März), für den sich der Erst- und Zweitplatzierte qualifizierte.

Der erste Wettkampftag begann schon recht vielversprechend. Als Jahresbester angereist, als Deutscher Jugendmeister verließ er die Halle: Luis Brandner (LAC Erfurt Top Team) holte mit einem ganz starken Finish über 60 Meter die Goldmedaille. Auf den ersten Metern hatte Teamkollege Hagen Träger noch in Führung gelegen, doch auf den letzten Metern zog Brandner vorbei. Ebenso wie Joshua Braun (SR Yburg Steinbach; 6,84 sec), der gegen den Erfurter hauchdünn das Nachsehen hatte. Luis Brandner siegte in 6,82 Sekunden und stellte seine Jahresbestzeit ein. Hagen Träger wurde Sechster in 6,90 Sekunden. Für Hans-Arthur Margraf (LAC Erfurt Top Team; 6,98 sec) war im Halbfinale Endstation. Als Vorbelastung für den Dreispung nutzte Max-Ole Klobasa (LC Jena; 7,16 sec) den Hallensprint.

 

Thüringer Staffeln holen sich den Titel

Das zweite DM-Gold folgte am Sonntag mit der 4x200-Meter-Staffel. In der Besetzung - Luis Brandner, Hans-Arthur Margraf, Hagen Träger und Joscha Bretschneider (Startgemeinschaft LAC Erfurt) -  stand im Vorlauf eine Zeit von 1:28,26 Minuten auf der Uhr. Im Finale verbesserte das schnelle Quartett seine Jahresbestzeit auf 1:26,78 Minuten. Staffel-Gold die Zweite folgte bei den Männern über 3x1000 Meter. Vor einer Woche bei den Deutschen Meisterschaften in Dortmund jubelte Sebastian Keiner (LAC Erfurt Top Team) über den DM-Titel (1.500 m), am Sonntag bestätigte er seine Leistung und führte die Staffel (Startgemeinschaft Erfurt-Jena) zum Sieg in 7:23,39 Minuten. Mit ihm freuten sich Tim Stegemann (LAC Erfurt Top Team) und Philipp Reinhardt (LC Jena).

Mit Hop, Step, Jump zu Gold: Colin Sauerbrei (1. TSV Bad Salzungen) galt als großer Favorit auf den Titel im Dreisprung. 14,99 Meter brachte er als Vorleistung mit. Für ihn waren es die ersten Deutschen Jugendmeisterschaften. Und sein erster Sprung über die 15-Meter-Marke. Im ersten Versuch ging es weit: 15,10 Meter standen auf der Anzeige. Das gesteckte Ziel für die Jugend-DM war erreicht. "15 Meter ist wirklich richtig geil", freute sich der neue U20-Meister über sein Meisterstück. Wie er am Mikrofon von leichtathletik.de berichtete, sei er erst vor einem halben Jahr zum Dreisprung gekommen. Zuvor war er Weitspringer, da lief es nicht so gut. Noch dazu war er verletzt. "Da haben wir uns gedacht, fangen wir mal mit Dreisprung an. Liegt offensichtlich in der Familie", erklärte er den Wechsel.

 

DM-Silber und neue Bestweite: Max-Ole Klobasa macht´s im sechsten Versuch

Den Thüringer Doppelerfolg machte Max-Ole Klobasa (LC Jena) mit 14,53 Meter perfekt. Vor dem sechsten und letzten Versuch hatte der 16-Jährige noch auf dem Bronzerang gelegen. Doch wie bei den Mitteldeutschen in Chemnitz war es auch in Halle der letzte Versuch, der ihm DM-Silber und eine neue Bestweite bescherte. Überglücklich fielen sich beide Thüringer nach dem letzten Sprung von Colin Sauerbrei in die Arme. Im Bahngehen über 5.000 Meter gab es Silber und Bronze: Jan Stramka und Otto Junghannß (beide Erfurter LAC) holten sich die Medaillen in 23:03,21 beziehungsweise 23:56,83 Minuten.

Ins Finale über 400 Meter schafften es Joscha Bretschneider (Erfurter LAC) und Lukas Peter (LC Jena), sie wurden Vierter und Fünfter. Vier Hallenrunden hatten Max Körner (LAC Erfurt Top team) und Tobias Rex (Erfurter LAC) zu absolvieren. Letzterer verbesserte seine Bestzeit im Vorlauf auf 1:55,76 Minuten. Im Endlauf wurde Max Körner (1:53,34 min) Vierter und Tobias Rex in 1:59,28 Minuten Siebter. Zwei Thüringer waren über 3.000 Meter gemeldet. Franz Rott (LAC Erfurt Top Team; 8:40,04 min) kam auf Rang sieben und Tim Schneegaß (Erfurter LAC; 9:12,95 min) beendete das Rennen auf Platz 14. Nicht über den Vorlauf hinaus kamen die Hürdensprinter Leon Schellenberg (LC Jena; 8,37 sec), der seine Bestzeit um zwei Hundertstel steigerte, und Sebastian Häußler (LC Jena; 8,34 sec).

 

Alina Schönherr unerwartet zum DM-Titel über 1500 Meter

Die U20-Athletinnen wussten ebenfalls zu begeistern. Eigentlich sind 800 Meter ihre Disziplin. Doch Alina Schönherr (LAC erfurt Top Team) nahm die 1.500 Meter in Angriff. Recht überraschend und unerwartet holte sie sich den DM-Titel. Ein schöner Erfolg, gerade auch nach den gesundheitlichen Problemen im Sommer, wo sie die U18-WM in Nairobi verpasste. Doch sie kämpfte sich zurück - und holte sich mit einer taktischen Meisterleistung den Titel in 4:32,39 Minuten. Über 800 Meter gab es Bronze für Lena Posniak (LAC Erfurt Top Team; 2:10,36 min), Elisa Thomas (LG Ohra Energie; 2:17,81 min) wurde Sechste.

Das Bahngehen scheint eine sichere Medaillenbank: Carolin Kirchner (ASV Erfurt; 14:43,5 min) holte Silber vor Teamkollegin Lena Riedel (15:57,9 min). Sina Riedel (ASV Erfurt; 16:02,6 min) wurde Vierte. Die Konkurrenz ist einfach stark über 60 Meter. Bis ins Halbfinale schaffte es Charlotte Fromm (Erfurter LAC; 7,78 sec). Einen starken Eindruck hinterließ Hürdensprinterin Anna Irmscher (LC Jena) im Vorlauf, sie gewann ihn in 8,69 Sekunden. Danach konnte sie sich zeitmäßig nicht mehr verbessern. Dafür erreichte sie ihr selbstgesteckten Ziel: Finale. In diesem wurde sie in 8,78 Sekunden Siebte.

Beim Winterwurf (U18) mit dem Hammer erreichte Jannis Hoidn (ASV Erfurt) mit 56,32 Metern den fünften Platz. Speerwerferin Katharina Müller (TSV Zella-Mehlis) wurde mit 33,48 Metern Zwölfte.

 

Videos: https://www.leichtathletik.de/tv/die-neuesten-videos/

 

Ergebnisliste: www.dlv-xml.de/Storage/EventFiles/18L00000001605101/410087.pdf