Gotha: Vorfreude bei Thüringer Masters spürbar

Für den Thüringer Leichtathletik-Verband sind die Deutschen Meisterschaften der Masters im Gothaer Volkspark-Stadion vom 22. bis 24. August der Höhepunkt im Wettkampfkalender. Ebenso für die 38 Thüringer Athletinnen und Athleten, bei denen die Vorfreude hörbar wie lesbar spürbar ist. Thüringer Medaillenhoffnungen sind unter anderem Kugelstoßer wie Lokalmatador Andy Dittmar, Kugelstoßerin Carmen Hildebrandt, Anja Schüppel im Hammerwurf, Mehrfachstarter Rudolf König sowie Sprinterin Iris Opitz.

„In Gotha kann man weit stoßen.“ Wer könnte das besser wissen als Deutschlands „Masters-Leichtathlet des Jahres“ Andy Dittmar (BIG Basketball in Gotha). In der M50 geht der Lokalmatador auf Weitenjagd und wird sicherlich vom „Familien“-Fanclub erneut kräftig unterstützt. Die Trainingseinheit am Montag, nach einer Woche Erholung an der Ostsee, gibt ihm Zuversicht für seinen Wettkampf. „Wir haben als Trainingsgruppe ein sehr gutes Training absolviert, welches sehr optimistisch Richtung Wochenende schauen lässt. Ich habe über Wochen gut und konstant trainiert, so dass jetzt bewusst durch die Woche Ostsee und den Kopf- frei-machen eine Art Kompensation erfolgen soll. Nix tut weh. Ich habe richtig Lust auf das runde Eisen“, merkt man ihm die Vorfreude regelrecht an. In seinem „Wohnzimmer“ möchte er gern „ein Stück über 18 Meter stoßen“ und „mit den M50-Jungs einen guten, anfeuernden Wettkampf haben“.

Titelverteidigerinnen mit Ambitionen

Die Anlage kennt Carmen Hildebrandt (Eisenacher LV) ebenfalls bestens. Schließlich ist die W55-Athletin die Trainingspartnerin von Andy Dittmar. „Ich freue mich total auf die DM auf der Heimanlage und hoffe fest, dass ich meinen Titel verteidigen und nach Hause holen kann. Das Training läuft recht gut und lässt Andy und mich optimistisch sein“, blickt sie voraus. Aus Thüringer Sicht ist die W55 eine der am stärksten besetzten Altersklasse. In der Sprinterin Iris Opitz (LAV Elstertal Bad Köstritz) gleich drei Mal an den Start gehen wird. Gemeldet ist sie über 100, 200 und 400 Meter. „Die Anspannung steigt ein wenig. Ich freue mich sehr auf Gotha. Ziel wäre es definitiv meine Titel über alle drei Strecken zu verteidigen, aber es wird schwer. Ich bin jetzt die Älteste in der Ak55 und jüngere, stärke Athletinnen rücken nach. Ganz vorn Tatjana Schilling. Nix ist unmöglich, Ziel ist definitiv ein Platz in den Medaillenrängen“, blickt sie voraus.

Im Vorjahr war Marion Stedefeld (SV Concordia Großengottern) erfolgreich über die Kurz- und Langhürde unterwegs. In Gotha nimmt sie die 200 und 400 Meter in Angriff und gehört wie Iris Opitz zu den Ältesten in der W55. Neu aufgerückt ist hingegen Anke Seise (SV Concordia Großengottern) in diese Altersklasse, die versuchen wird ihre Bestzeiten anzugreifen. Vor einem Doppelstart steht Manuela Hartung (LC Jena): Sie startet über 800 und 1.500 Meter und freue sich auf beide Rennen. Noch dazu mit Heimvorteil: „In meiner Altersklasse W55 sind sehr starke Athletinnen zu erwarten. Ich fühle mich dank meines Trainers Sebastian Harz sehr gut vorbereitet. Ich möchte das Tempo mitgestalten und hoffe, den Heimvorteil mitnehmen zu können. Realistisch betrachtet geht es mir bei beiden Disziplinen viel wichtiger um eine gute Zeit als die Platzierung. An einer guten Zeit könnte ich sehen, ob ich meine Leistungen in 2025 erneut verbessern konnte.“

Medaillen nicht im Vordergrund

Schnelle Konkurrenz über 100 und 200 Meter erwartet Kati Nover (SV Concordia Großengottern) in der W45. Im Vorjahr gab es für sie Bronze über 200 Meter in neuer Bestzeit. Über drei Strecken ist Franziska Brünner (LC Jena) gemeldet. Sie hat sich qualifiziert über 400, 800 und 1.500 Meter. Sie ist durchaus eine Medaillenhoffnung. Doch darum soll es ihr vorrangig nicht gehen: “Um Medaillen geht es mir in dem ausgesprochen starken W45-Starterinnen-Feld nicht, sondern darum, gemeinsam mit Kampfrichtern und Zuschauern eine DM in der Heimat zu erleben. Ich möchte vor allem meine Freude am Laufen zum Ausdruck bringen.“ Den Start über 400 Meter widmet sie dabei einer ganz bestimmten Person: „Das ist meine Lauffreundin Stefanie Sindel aus Bayern, die gerade mutig und lebensfroh gegen den Brustkrebs kämpft.“ Über 1.500 Meter steht noch der geplante W45-Landesrekord aus. „Hoffen wir, dass es kein taktisches Bummelrennen wird!“

Angriff auf die Bestzeiten: Das könnte für Katrin Puth (LV Gera) in der W40 über 800 und 1.500 Meter gelten. Im Wurf liegen die Hoffnungen auf Anja Schüppel (ASV Erfurt), die ihren Titel im Hammerwurf sicherlich gern verteidigen möchte. Außerdem stehen Kugel und Diskus bei ihr noch auf dem Programm. Neu aufgerückt in die W85 ist Christa Bensch (SV Blau-Weiß Auma), die im Speerwurf starten wird.

Uwe Türk-Noack und Rudolf König mehrfach gefordert

Bei den Senioren gibt es neben Andy Dittmar weitere Medaillenhoffnungen: In der M35 hat Marcus Brieger (SV Lerchenberg Altenburg) mit Diskus und Speer durchaus Chancen das Podest zu erklimmen. Ebenso wie Stephan Vogel (LAV Elstertal Bad Köstritz) in der M40, wo er mit Kugel und Diskus auf Weitenjagd geht. Als Zweiter ist Karsten Friedrich (TSV Zeulenroda) in der M45 im Diskuswurf gemeldet. Seine Meldeweite von 42,36 Metern erzielte er bei den Deutschen Winterwurfmeisterschaften in Frankfurt. Michael Stephan (Erfurter LAC) möchte im Hochsprung hoch hinaus, er steht als Vierter in der Meldeliste und die 1,64 Meter sicherlich noch steigerbar.

Langlauf-Spezialist Jens Peter (LTV Obereichsfeld) startet in der M55 über 1.500 Meter, wo er schnelle Konkurrenz vor sich hat. Vier Starts, vier Disziplinen: Der Fokus liegt bei Uwe Türk-Noack (Apoldaer LV) in der M65 auf Hürde und Sprung. Über die Kurz- und Langhürde sowie im Weit- und Dreisprung ist er stets unter den Top 5 gemeldet. Im Stabhochsprung liegen Wolf-Dietrich Roehr (SV Sömmerda) und Dirk Eckardt (TSV 1914 Berlstedt/Neumark) mit 3,30 und 3,00 Metern auf Rand drei und vier der Meldeliste.

Es gibt einen Thüringer, der ist gleich in fünf Disziplinen gemeldet – ein Fünfkampf sozusagen. Nämlich Rudolf König (Saalfelder LV) in der M70. Auf dem Programm stehen für den national wie international sehr erfolgreichen Masters-Athleten 100, 200 und 400 Meter sowie Kugelstoßen und Speerwerfen. Im Vorjahr gab es vier DM-Medaillen davon zwei Titel (200 m und Kugel). Durchaus ins Medaillenrennen eingreifen könnte Eberhard Löbel (LC Jena), der im Stabhochsprung als Vierter mit 2,70 Meter in der Meldeliste steht. Ebenfalls als Vierter gemeldet ist Heribert Krebs (TSV Zella-Mehlis) im Hochsprung der M75.

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