Gotha: Team Thüringen jubelt über Silber

Leichtathletik ist überwiegend eine Einzelsportart. Es gibt jedoch Ausnahmen, darunter die Staffeln, die Mannschaftswettbewerbe sind, Team-Europameisterschaften, Deutsche Team-Meisterschaften und Ländervergleiche. Wie am Samstag im Gothaer Volksparkstadion, wo der 5-Ländervergleich der Jugend U14 zwischen Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Gastgeber Thüringen ausgetragen wurde. Die Thüringer erkämpften sich vor heimischer Kulisse den Silberpokal. Als beste Thüringer Athleten wurden Zoe Schütz und Oskar Schumann geehrt.

Großer Jubel bei Team Thüringen: Beim 5-Ländervergleich am Samstag in Gotha lieferte sich der Gastgeber ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den zweiten Platz mit Sachsen-Anhalt. Am Ende sollten beide Teams zwei Punkte trennen. Das bessere Ende verbuchte Thüringen mit 247 Punkten für sich. Überlegen gewann das Team aus Sachsen mit 263,5 Zählern. Auf den Rängen vier und fünf folgten Brandenburg (203 P.) und Mecklenburg-Vorpommern (145,5 P.). „Es ist schon ein tolles Gefühl Zweiter geworden zu sein. Unter den Kollegen wusste es keiner, wann uns das zuletzt gelungen ist. Es macht uns auf jeden Fall sehr stolz, und zeigt, obwohl er nicht mehr als Sichtungstrainer in Thüringen aktiv ist, die Arbeit von Tobias Groenewold“, sagte Steffen Droske, der mit Svenja Engler als Sichtungstrainer für Thüringen die Veranstaltung in der aktuellen Situation „so gewuppt bekommen“ hat.

Oskar Schumann mit starkem Finish

Gleichzeitig richtete er einen großen Dank an die Heimatvereine: „Schön, dass wir es geschafft haben, dass wir die Vereine erreichen und sie mitmachen. Leute, die erkrankt waren, haben wir schnell ersetzt bekommen. So ist es uns gelungen, in allen Disziplinen drei Sportler an den Start zu bringen. Die Staffeln waren alle besetzt. Es zeigt, wir sind mit unserer Arbeit auf dem richtigen Weg. In den Vereinen wird gut gearbeitet. An Nachwuchs mangelt es uns nicht. Das ist ein gutes Zeichen“, sagte Steffen Droske.

So durften einige Einzelsiege bejubelt werden. So wie über 800 Meter. Oskar Schumann (1. TSV Bad Salzungen 1990) hatte 300 Meter vor dem Ziel den entscheidenden Angriff gewagt. Er gewann das Rennen souverän in 2:16,13 Minuten. Im Bahngehen über 2.000 Meter kämpfte Arthur von Obstfelder (ASV Erfurt) um den Sieg, den er sich in neuer Bestzeit von 10:41,07 Minuten sicherte. Im Kugelstoßen gewann Elisar Najjar (SV Sömmerda) mit 13,67 Metern.

Für weitere Podestplatzierungen sorgten in der männlichen Jugend U14 Levi Pitschel (LSV Schmölln), der über 800 Meter in 2:20.91 Minuten Dritter wurde. Julien-Noel Rassbach (ZSG Grün-Weiß Waltershausen) kam über die Hürden in 9,49 Sekunden als Zweiter ins Ziel. Die Thüringer Sprintstaffel 1 mit Lukas Födisch (VfB Schleiz), Tim Skowronnek (FSV Meuselwitz), Mick Naumann (SV Lerchenberg Altenberg) und Elisa Najjar wurde in 37,81 Sekunden Zweiter. Einen weiteren zweiten Platz erreichte John Tyler Dietz (1. SV Gera) im Hochsprung, er meisterte 1,59 Meter. Spannend machte es Oscar Poser (LAV Elstertal Bad Köstritz) im Diskuswurf. Erst im vierten und letzten Versuch gelang ihm ein richtig weiter Wurf auf 37,01 Meter, der ihm Silber bescherte.

Zoe Schütz im Hürdensprint eine Klasse für sich

Ein Auftakt nach Maß gelang der weiblichen Jugend U14: Zoe Schütz (FSV Meuselwitz) gab in ihrer Paradedisziplin dem Hürdensprint ordentlich Gas und wurde in 9,47 Sekunden Erste. „Ich fand es toll, dass ich in die Nähe meiner Bestzeit gekommen bin. Ich mag das Hürdenlaufen. Es macht mit enorm viel Spaß und darin bin ich auch ziemlich gut“, sagte sie. Ohne Hürden kam sie in 9,95 Sekunden auf Rang drei. Dem nicht genug startete sie noch mit der Sprintstaffel über 4x75 Meter. Das Quartett mit Zoe Schütz, Eva Kupfer (WSSV Suhl 1990), Johanna Kuchenreuther (LV Gera) und Inga Ramthun (VFB Schleiz) belegte in 38,53 Sekunden den vierten Platz. Zuvor gab es noch einen Crashkurs. „Ich war ein bisschen aufgeregt, weil ich das erste Mal als Startläuferin unterwegs war. Es war ganz okay und voll cool. Die Wechsel waren im Rennen sogar besser als wie wir sie vorher geübt haben“, sagte Zoe Schütz.

Einen Dreikampf um den Sieg erlebten die Zuschauer über 3x800 Meter. Als Schlussläuferin zog Mathilda Brauer (SV Sömmerda) den Endspurt 100 Meter vor dem Ziel an. Angefeuert von den Teamkollegen sowie Steffen Droske brachte sie die Staffel in 7:42,90 Minuten als Erste ins Ziel. Einen dritten Platz erging sich Lisbeth Heubach (Erfurter LAC) in 11:39,95 Minuten. Rang drei und vier im Diskuswurf: Katharina Müller (LC Jena) und Karlotta Vogel (LAV Elstertal Bad Köstritz) sammelten mit 28,83 und 28,56 Metern wertvolle Punkte für die Gesamtwertung.

Sichtungstrainer Steffen Droske und Svenja Engler mit vollem Programm

Pro Team wurden am Ende noch die zwei besten Leistungen mit Präsenten bedacht. Aus den Thüringer Team durften sich Zoe Schütz und Oskar Schumann über eine zusätzliche Auszeichnung freuen. „Ich fand es richtig cool mal im Team an den Start zu gehen, ansonsten ist man ja immer allein. Jetzt war man Team Thüringen, das war schon echt cool. Ich fand den Wettkampf richtig gut und war froh, dass ich hier dabei gewesen bin“, freute sich Zoe Schütz.

Für die Sichtungstrainer Steffen Droske und Svenja Engler geht es am kommenden Wochenende bereits weiter. Nämlich mit dem TLZ-Wochenende in Nordhausen (19. bis 21. September). Eingeladen sind 100 Nachwuchstalente aus Thüringen. „Das wird eine tolle wie große Herausforderung. Aber wir freuen uns schon drauf. Dennoch haben wir auch ein wenig Respekt“, meinte Steffen Droske. Es folgen das Trainingslager in Zinnowitz (11. bis 18. Oktober), die Zentrale Sichtungsmaßnahme am Landesstützpunkt in Jena (26. Oktober) und Anfang November die Thüringer Meisterschaften im Crosslauf (8. November) in Ohrdruf.

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