Gotha: Sprinterin Iris Opitz überrascht, Rudolf König trifft richtige Entscheidung

Sehr emotional wurde der Abschlusstag der Deutschen Meisterschaften der Masters im Gothaer Volkspark-Stadion für Sprinterin Iris Opitz. In einem ihrer letzten Wettkämpfe auf nationaler Ebene in der W55 stürmte sie zum Titel über 200 Meter. Rudolf König traf die richtige Entscheidung zugunsten der 200 Meter, die er in der M70 für sich entschied. Karsten Friedrich warf den Diskus zu Gold.

Mit feuchten Augen endete für Iris Opitz (LAV Elstertal Bad Köstritz) der letzte DM-Tag. Diesen emotionalen Moment bescherte ihr das Rennen über 200 Meter, den sie nicht hat so kommen sehen. Favorisiert über diese Strecke war Tatjana Schilling (TSV 1850/09 Korbach), die seit Jahresbeginn auf nationaler Ebene in der W55 startet. Für die gebürtige Nordhessin war es an diesem Wochenende bereits ihr fünfter Start, am Sonntag hatte sie bereits den Weitsprung und die 80 Meter Hürden in den Beinen. Währenddessen ging Iris Opitz mit frischen Beinen in die Konkurrenz über 200 Meter.

Nach Silber über 100 Meter und Bronze über 400 Meter fehlte ihr in ihrer DM-Sammlung nur noch Gold. Eine Medaille, von der sie nur zu träumen wagte. „Ehrlich gesagt, habe ich die Nacht davon geträumt und es doch Hammer wäre, wenn ich mein Trio vom Medaillensatz komplett habe. Es wäre schon schön, wenn ich auf meiner Lieblingsstrecke gewinnen würde. Mit Tatjana Schilling wusste ich, sie hat noch niemand geschlagen, und warum sollte ich das schaffen? Ich habe den Traum immer wieder weggeschoben – und irgendwie war er doch da“, erzählte die Thüringerin. Doch dann wurde eben jener Traum tatsächlich Wirklichkeit, Iris Opitz stürmte in 27,68 Sekunden zum Meistertitel. Die Gratulanten standen Schlange, gefühlt jeder gönnte ihr diesen Sieg von Herzen. Selbst ihr Mann Olaf hatte nach diesem Goldlauf feuchte Auge. Es waren am Ende Tränen des Glücks. Auf nationaler Ebene war dies einer ihrer letzten Wettkämpfe in der W55, sie startet nächstes Jahr in der W60. International steht noch ein schöner Höhepunkt mit den Masters-Europameisterschaften auf Madeira (Portugal; 8. bis 19. Oktober) im Wettkampfkalender.

Rudolf König muss alles investieren

Die richtige Entscheidung traf Rudolf König (Saalfelder LV): Er hatte sich am Samstag dazu entschieden auf die 400 Meter in der M70 zu verzichten, stattdessen den Fokus auf die 200 Meter am Sonntag zu legen. Im Nachgang war dies die richtige Taktik. Er sollte die starke Konkurrenz in 27,52 Sekunden gewinnen, aber alles andere als klar und deutlich. Er musste wirklich alles für den Titel investieren. „Auf den letzten Metern bin ich ein bisschen fest geworden. Vielleicht auch geschuldet, ich habe vorher noch Speer gemacht, dass ich den ganzen Tag im Standion bin. Das macht auch müde, zudem hat sich der Ischias ein bisschen gemeldet. Kurzum, ich bin sehr zufrieden. Die Zeit hatte ich auch so auf dem Schirm“, blickte er auf das Rennen zurück. Mit dem Speer wurde es mit 37,59 Metern Rang vier.

In 14 Tagen startet der Saalfelder beim 53. Mehrkampfmeeting - Jedermann-Zehnkampf 2025 im sächsischen Niesky (6./7. September). „Da mache ich mit, aber ganz entspannt. Mal schauen, was da so an Punkten herauskommt. Dann muss ich mich entscheiden, was mache ich bei der EM? Mache ich den Zehnkampf oder die 100 und 200 Meter. Die Staffeln sind gesetzt“, blickte er auf die kommenden Wochen mit dem internationalen Höhepunkt voraus. Den dritten Titel an diesem Tag für Thüringen holte Karsten Friedrich (TSV Zeulenroda) in der M45 mit dem Diskus, den er auf 42,09 Meter schleuderte.

Stephan Vogel kontert erfolgreich

Einen packenden Kampf um Bronze gab es im Kugelstoßen der M40. Mittendrin Stephan Vogel (LAV Elstertal Bad Köstritz), der sich im sechsten und letzten Versuch auf starke 12,25 Meter steigerte und Bronze mit nach Hause nahm. Nach der Siegerehrung zeigte er sich über diese Leistung mehr als zufrieden. „Mit der Kugel habe ich mit der Medaille nicht gerechnet. Es war immer ein hin und her ab dem vierten Versuch. Dann habe ich wieder gekontert und dann nochmal. Es macht immer viel Spaß. Gerade wenn man sich so ein bisschen batteln kann. Die ersten beiden waren weit weg, aber dahinter wurde es richtig spannend.“ Mit dem Diskus hatte Stephan Vogel am Vortag bereits Rang vier belegt. „Ich habe mich vor drei Wochen ein bisschen an der Wade verletzt und da konnte ich drei Wochen nicht werfen, trotzdem hat es gepasst. Mit der Leistung war ich zufrieden, es hätte dennoch ein paar Meter weitergehen können, dann wäre es der dritte Platz geworden.“

Im Stabhochsprung gab es Silber und Bronze für Eberhard Löbel (LC Jena) in der M70, der seine Saisonbestmarke von 2,70 Metern einstellte, und Wolf-Dietrich Roehr (SV Sömmerda) in der M65, der sich in dieser Saison auf 3,20 Meter steigerte. Im Hürdensprint der M65 war Uwe Türk-Noack (Apoldaer LV 90) erfolgreich. Er kam als Zweiter in neuer Saisonbestzeit von 18,09 Sekunden ins Ziel. Eine weitere Bronzemedaille erlief sich Franziska Brünner (LC Jena) über 800 Meter. Nach Bronze über 1.500 Meter vom Freitag war dies bereits ihre zweite DM-Medaille in der W45. Eine aufkommende Erkältung bremste sie etwas ein. Sie lief kontrolliert und taktisch klug, so dass sie nach zwei Stadionrunden in 2:27,92 Sekunden als Dritte ins Ziel kam.

Martin Hohmann hadert mit Zeit

In der W35 startete Anja Schüppel (ASV Erfurt) im Kugelstoßen und beendete die Konkurrenz mit 9,89 Metern als Sechste. Über 800 Meter kam Katrin Puth (LV Gera) in der W40 in 2:35,53 Minuten als Fünfte ins Ziel. Ebenfalls Rang fünf erlief sich Manuela Hartung (LV Jena) in der W55 in 2:44,74 Minuten. Anke Seise (SV Concordia Großengottern) wurde in neuer persönlicher Bestzeit von 2:58,97 Minuten Zehnte. In der W55 ging der siebte Platz über 200 Meter von Marion Stedefeld (SV Concordia Großengottern) in 30,70 Sekunden durch den Sieg von Iris Opitz etwas unter.

„Der Platz ist okay, die Zeit weniger“, resümierte Martin Hohmann (Erfurter LAC) nach seinem Start über 200 Meter in der M40. Er wurde in 24,90 Sekunden Sechster. Im Weitsprung startete er gemeinsam mit Karsten Klose (KSSV Victoria Weimar/Schöndorf). Karsten Klose landete mit 5,69 Metern auf Rang sieben, Martin Hohmann belegte mit neuer Bestmarke von 5,49 Metern den achten Rang. Die 200 Meter in der M45 beendete Michael Krauße (Saalfelder LV) in neuer Bestzeit von 26,60 Sekunden als Zehnter. Für Florian Kolb (LC Jena) wurde es in der M50 mit neuer Bestzeit von 26,92 Sekunden der zwölfte Platz. Ein paar Meter mehr lagen vor Jens Schwotzer (KSSV Victoria Weimar/Schöndorf), der in der M45 über 800 Meter teilnahm. Er wurde in 2:14,17 Minuten Fünfter. Rang elf belegte Frank Ortmann (LC Jena; 2:53,58 min) in der M65 über 800 Meter.

Ergebnisse

Beitrag MDR Thüringen Journal (Martin Hohmann): Leichtathletik Masters: Auch nach der Karrierehochzeit noch im Sport aktiv | MDR.DE