601 Läuferinnen und Läufer sorgten bei der 24. Auflage am Sonntag (14.06.) in Kleinfahner erneut für einen Teilnehmerrekord, obwohl es das Wetter diesmal nicht gut mit den Veranstaltern meinte. Trotzdem kamen am Starttag noch 75 Nachmelder - so wie Robin Zehner, der sich erst am Vorabend spontan für einen Start entschieden hat. „Mein Trainer hat gesagt, ich solle mal was kurzes knackiges machen“, sagte der Dritte des diesjährigen Rennsteigmarathons. Dem Mann vom Südthüringentrail e.V. lag der anspruchsvolle Kurs natürlich und so siegte er bei seiner Premiere an der Fahner Höhe souverän auf der 4,5 Kilometer Kurzstrecke in 17:03 Minuten vor Hannes Oelmann vom SV Blau-Weiß Bürgel (18:15 min.) und Martin Werner Wilck
(19:10 min.). Bei den Frauen konnte sich Sandrine Hilke vom SV Gera in 20:20 min. gegen Kristin Hempel vom gastgebenden USV Erfurt durchsetzen. Die achtfache Kirschlaufsiegerin hatte in diesem Jahr nach überstandener Verletzung auf einen Start über die lange Distanz verzichtet und wollte eigentlich nur ihre Zwillinge begleiten. Am Ende hatte sie aber dann doch der Ehrgeiz gepackt und so sicherte sie sich in 20:42 min. den zweiten Platz auf dem Podium vor der Arnstädterin Victoria Jacob (22:26 min.).
Spannung versprach die Besetzung des Rennens auf der 14 Kilometer Hauptlaufstrecke. Kommt der Vorjahressieger Samsom Tesfazghi Hayalu und wenn ja, wie ist seine Form? Beim Rennsteiglauf fehlte er in diesem Jahr krankheitsbedingt. Doch der Läufer vom SV Sömmerda ließ vom Start weg keine Zweifel aufkommen, wer die Nummer 1 im Kirschlauffeld ist. „Der ist losgelaufen wie eine Rakete und war nach 500 Metern schon ein ganzes Stück vorneweg“, staunte Verfolger Marcel Bräutigam. Auch die schwierigen Streckenbedingungen konnten den aus Eritrea stammenden Läufer nicht bremsen. Er bewältigte sowohl den aufgeweichten Anstieg hinauf zur Fahner Höhe, wie auch die schlammigen Bergab Passagen im letzten Teil der Strecke mit Bravour. „Dabei habe ich gar keine passenden Schuhe für so einen Laufuntergrund“, grinste der 32-Jährige, nachdem er in 47:11 Minuten mit deutlichem Vorsprung ins Ziel gestürmt kam.
Der Regen der letzten Wochen hat die Strecke an einigen Stellen aufgeweicht, aber alle Läufer waren vorsichtig und folgten der Warnung von Streckenchef Ingo Weidenkaff, so dass sich niemand verletzte. Auch der beste USV-Läufer Adrian Panse hatte diesmal einen Kontrollposten im Wald übernommen, von dem er die Laufkollegen warnte und anfeuerte. Marcel Bräutigam vom GutsMuths-Rennsteiglaufverein kam in 49:53 min. als Zweiter ins Ziel.
Der zehnfache Kirschlaufssieger Marcel Krieghoff konnte sich in 51:53 min. den dritten Platz sichern. Knapper ging es bei den Frauen zu. Katharina Litz vom Lauftreff Breitungen holte sich in 1:05:05 Stunden knapp den Sieg vor Catrin Jacob (1:05:36 min.) und Christin Gebhardt vom SV Sömmerda (1:07:01 min.). Insgesamt kamen 232 Läufer in die Wertung, darunter der Gothaer Landrat Onno Eckert, der sich als Schirmherr erstmals selbst der Herausforderung stellte und im Ziel beeindruckt von der Strecke zeigte, die im zweiten Teil etwas verändert werden musste. So hatten er und die anderen Teilnehmer oberhalb von Bienstädt einen beeindruckenden Ausblick auf den Landkreis, den Thüringer Wald und alle Veranstaltungsorte des erstmals in diesem Jahr veranstalteten Gothaer Laufcups „Vier Jahreszeiten“, bei dem alle Teilnehmer des Hauptlaufs in die Wertung kamen. Beim Kirschlauf konnten in diesem Jahr aber auch auf beiden Strecken wieder Punkte für den thüringenweiten „TLV-Lauf- und Nordic Walking Cup“ gesammelt werden. 103 Teilnehmer nutzten dafür die Kurzstrecke. 47 Nordic Walker waren auf der Langstrecke dabei. „382 Finisher können so für den Cup gewertet, wenn sie einem TLV-Mitgliedsverein angehören“, freute sich Jens Panse, der sich auch als Vorsitzender der Breitensportkommission im Leichtathletikverband engagiert.
Ganz im Sinne des Breitensports hatten um 9 Uhr die XXL-Läufer den ersten Start vollzogen. Eine 7-köpfige Gruppe um den Erfurter Ultraläufer Swen Thorhauer machte sich ohne Zeitmessung und Streckenmarkierungen auf eine individuelle 28 Kilometer-Runde über die Fahner Höhe. Im folgte der Läufernachwuchs mit seinem Rennen über 1 Kilometer durch die Kirschplantage. Wegen der großen Nachfrage hatten die Veranstalter zwei getrennte Läufe für Jungs und Mädchen, die eindeutig in der Überzahl waren, hintereinander gestartet. 159 Teilnehmer konnten im Ziel ihre Medaille von der Kirschkönigin Julia Scheitler und der Kirschprinzessin Maja Ramoth in Empfang nehmen. Die Podiumsplätze in den Altersklassen sicherten sich vor allem Kinder von den Grundschulen „Geschwister Scholl Dachwig“ und Großfahner sowie von den Erfurter Leichtathletikvereinen. In der U10 setzten sich die Hempel-Zwillinge Richard und Oskar vom USV gegen Leon Bräutigam vom Erfurter LAC durch. Auch die Allerjüngsten absolvierten beim Bambinilauf eine Runde über das Mühlengelände und erhielten dafür eine Medaille. Zum 25. Kirschlauf am 13. Juni 2027 sollen wieder alle Teilnehmer eine Jubiläumsmedaille bekommen. „Dann wird auch wieder die Sonne über der Fahner Höhe scheinen“, hoffte der Organisationschef.
Alle Ergebnisse: https://timing.sportident.com/de/results/2026/kirschlauf
Alle Foto's: Jens Panse



