Wenn am Donnerstag die viertägigen U20-Europameisterschaften im finnischen Tampere beginnen, dürfen sich drei Thüringer Athleten mit der europäischen Konkurrenz messen. Leni Hanselmann startet über 800 Meter, Lena Benne ist im Speerwurf gemeldet und Karl Geburek tritt über 3.000 Meter Hindernis an.
Bei den Deutschen Meisterschaften in Dresden hatten Leni Hanselmann (Erfurter LAC) und Karl Geburek (ASV Erfurt) mit den Jugendstaffeln der StG Team Thüringen am Sonntag noch den Titel geholt. Nur einen Tag später brachte sie der Zug nach Frankfurt/Main. Von dort aus ging es am Nachmittag weiter ins finnische Tampere. Ihr EM-Ticket hatte Leni Hanselmann erst bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid gelöst. Sozusagen auf den letzten Drücker. „Eigentlich war die Chance nicht so groß, dass ich es noch schaffe, aber ich habe trotzdem immer daran geglaubt. Schließlich musste ich gleich zwei Sachen auf einmal schaffen. Das war die Norm und ein Platz unter den Top 3“, berichtet die Läuferin über 800 Meter. Umso größer war dann im Ziel die Erleichterung über das Erreichte – mit der Norm und der Bronzemedaille.
Sie kam auch erst spät in der Saison an, weil sie verletzt war. „Ich hatte am Schienbein so eine Stressreaktion, das war eine Vorstufe zum Ermüdungsbruch“, erklärt Leni Hanselmann, die sich nun auf ihren internationalen Start freut. Die europäische Konkurrenz auf ihrer Strecke ist stark, sie ist mit ihrer Meldezeit im hinteren Drittel platziert. „Bisher sind zwei Runden angesetzt. Ich hoffe auf drei. Das Finale zu erreichen, erscheint mir eher utopisch“, blickt die Athletin aus dem Trainergespann um Enrico Aßmus und Nils Schumann voraus. Mit einer schnellen ersten Runde wäre durchaus eine neue Bestzeit denkbar. Speerwerferin Lena Benne (LC Jena) hatte bei den Halleschen Werfertagen die Norm für die U20-EM abgehakt und mit einer neuen Bestmarke von 50,84 Metern das Ticket gelöst. Nun startet der Schützling von Trainerin Petra Felke erstmals international. „Die Vorbereitung lief gut. Ziel ist es, eine gute Qualifikation zu machen und mit etwas Glück unter die besten Zwölf zu kommen“, schaut ihre Trainerin voraus.
Ohne Plan nach Tampere: Zumindest ließ es Karl Geburek (ASV Erfurt) nach seinem Titelgewinn mit der Jugendstaffel in Dresden so anklingen. „Ich schaue im Vorlauf wie es läuft. Wenn es ein schnelles Rennen wird, versuche ich vorn mitzulaufen und kann hoffentlich eine neue Bestzeit erreichen. Einen kleinen Blick habe ich auf den U20-Landesrekord von 8:55 Minuten geworfen. Es kommt natürlich immer darauf an wie der Vorlauf abläuft. Reicht es für das erhoffte Finale, dann wäre ein Platzierung unter den Top 10 prima“, sagt der Erfurter, der in diesem Sommer seine Abiturprüfung bestanden hat. Nach seiner Rückkehr aus Finnland beginnt für ihn die ersehnte Off-Season, verbringen wird er sie an der Ostsee.
Mehr Informationen zur U20-EM auf leichtathletik.de oder auf European Athletics U20 Championships | Tampere, Finland





