Erfurt: Friedrich Dietz überrascht über 200 Meter

Die vierte und letzte Runde der Thüringer Hallenmeisterschaften brachte am Samstag eine Reihe von Überraschungen hervor. Ebenso wie erneut starke Leistungen in allen Altersbereichen. In der U20 startete Mehrkämpferin Serina Riedel in drei Disziplinen und nutzte die Titelkämpfe als Test. Über 60 und 200 Meter begeisterten Johannes Fleicher und Friedrich Dietz sowie David Krivan im Weitsprung. Emma Herwig und Robin Müller dominierten über 800 Meter.

Eine Corona-Infektion hatte Johannes Fleischer (Erfurter LAC) vor Weihnachten ausgebremst. Sein Saisoneinstieg verschob sich. Nun meldete sich der Schützling von Trainer Tobias Schneider mit Hallen-Bestzeit über 60 Meter zurück. Er gewann das Finale in 7,06 Sekunden. „Auf dem Weg nach Sindelfingen sehe ich bei ihm noch Luft nach oben“, sagte sein Trainer, der sich positiv überrascht vom Auftritt eines weiteren Athleten aus seiner Trainingsgruppe zeigte. Ein sehr gutes Rennen über 200 Meter lieferte nämlich Friedrich Dietz (Erfurter LAC) in 22,51 Sekunden ab. Diese fabelhafte Hallen-Bestzeit bedeutete zugleich die Hallen-Norm für die Deutschen Jugendmeisterschaften in Sindelfingen (19./20. Februar). Eine zweite Hallen-Bestzeit lief er über 60 Meter (7,17 sec).

Florian Näbelung verbucht kleines Erfolgserlebnis

Von vorn gestaltete Robin Müller (LC TopTeam Thüringen; 1:56,41 min) das Rennen über 800 Meter. Für einen Langstreckler ließ er mit 1:56,41 Minuten als Siegerzeit durchaus aufhorchen. „Ich bin mit ihm sehr zufrieden. Er bereitet gezielt die Deutschen Hallen-Jugendmeisterschaften in Sindelfingen vor und macht momentan Grundlagen-Ausdauer orientiertes Training. Aus dem Training heraus wird er beim Erfurt Indoor über 1.500 Meter starten“, berichtete Trainer Enrico Aßmus. Mit Fabio Schönfeld (Erfurter LAC; 1:59,26 min) blieb ein weiterer Athlet unter der 2-Minuten-Marke. Aber auch dahinter konnten die jüngeren Läufer wie Karl Geburek (ASV Erfurt; 2:01,06 min) und Jonathan Enders (1. TSV Bad Salzungen 1990; 2:01,19 min) ihre Bestzeiten um die sechs Sekunden steigern.

Über die Hürden konnte Florian Näbelung (LC Jena; 8,40 sec) ein kleines Erfolgserlebnis für sich verbuchen. Im Vorlauf gelang ihm zur ersten Hürde sieben Schritte. „Danach tat er sich ein wenig schwer mit den Schritten zwischen den Hürden, um da einen Rhythmuswechsel hinzubekommen, aber er war sehr zufrieden, dass er das jetzt mit den sieben Schritten geschafft hat“, freute sich auch Trainer Tobias Groenewold, der den Athleten von Rico May in Erfurt betreute. Im Finale schien er sehr motiviert, weshalb er zur ersten Hürde zu kurze Schritte machte, die erste Hürde umschubste und dann nichts mehr passte. Die Hochspringer zeigten ebenfalls sehr ansprechende Leistungen. Es gewann Finn Friedrich (WSSV Suhl 1990) mit 1,92 Metern vor Cedric Spieß (Erfurter LAC; 1,85 m) und Tom Recke (KSSV Victoria Weimar/Schöndorf; 1,80 m).

David Krivan mit Topweite und Topzeit

Eine absolut zufriedenstellende Leistung lieferte Davin Krivan (LC Jena) im Weitsprung mit 7,10 Meter als besten sowie 6,99 Meter als zweitbesten Versuch ab. Ebenfalls für Freude sorgte seine Zeit über 200 Meter (22,84 sec). Konstant über sechs Meter: Nils Ferber (LC Jena) überzeugte mit 6,24 Metern. Einen gültigen Versuch brachte Valentin Brenner (LC TopTeam Thüringen) im Dreisprung auf das Brett. Er gewann die Konkurrenz mit 13,34 Metern. „Er ist noch nicht da, wo wir ihn sehen. Seine Zubringerleistungen sind alle sehr gut, aber er konnte nicht das auf das Brett bringen, was er auf jeden Fall kann“, sagte sein Trainer Tobias Schneider. Nur knapp unter seiner Hallen-Bestleistung mit der 6-Kilo-Kugel blieb Johann Drilltzsch, der das Kugelstoßen mit 16,89 Metern gewann.

Eine Mehrkämpferin mischte in drei Einzeldisziplinen mit: Serina Riedel (TSV Zeulenroda) startete über 60 Meter, 60 Meter Hürden und im Weitsprung. „Im Prinzip war das ein guter Test für die Deutschen Hallen-Mehrkampfmeisterschaften in der nächsten Woche in Leverkusen“, sagte ihr Trainer Tom Mäusebach. Das Warmlaufen begann im Sprint mit 7,78 Sekunden als Vorlaufzeit, die sie im Finale auf 7,75 Sekunden verbesserte. Derweil kratzte Mia Kirchner (ASV Erfurt) weiterhin an ihrer persönlichen „Sprint-Schallmauer“, die sie mit 8,03 und 8,02 Sekunden nur knapp verfehlte. Alina Sophie Lorbeer (SV Empor Bad Langensalza; 8,24 sec) wurde Dritte. Über 200 Meter erlief sich Mia Kirchner den Titel in 26,39 Sekunden.

Mehrkampf-DM als Zwischen-Hihlight

„Emma ist vielleicht etwas zu schnell losgelaufen. Die ersten 200 Meter in 30 Sekunden, da hat sie vielleicht ein bisschen zu viel Gas gegeben, was sich hinten ein wenig gerächt hat“, mutmaßte Trainer Enrico Aßmus. Dennoch holte sie sich den Titel in 2:17,6 Minuten. Über 1.500 Meter war Nadja Schmidt (LV Gera; 5:21,46 min) die Schnellste. Im Hürdensprint setzte sich Serina Riedel in 8,76 Sekunden durch. „Im Vorlauf gefiel mir ihr Start besser, der Endlauf war aber deutlicher besser. Insbesondere von der Aggressivität“, berichtete Tom Mäusebach. Im Weitsprung standen für seine Athletin 6,08 Meter im Protokoll. In Richtung Leverkusen stimmen die Resultate optimistisch. „Wir hängen die Erwartungen aber nicht zu hoch. Die Hallen-Mehrkampf-DM ist für uns ein kleines Zwischen-Highlight“, sagte Tom Mäusebach. Mit diesem Ergebnis machte Serina Riedel den Titel-Hattrick perfekt.

Im Hochsprung setzte sich Charlotte Beck (LG Ohra Energie; 1,50 m) durch. Ein Aufwärtstrend ist bei Marie Herre (LC TopTeam Thüringen) im Dreisprung zu sehen. Im sechsten und letzten Versuch wurden für sie 12,15 Meter vermessen. „Es ist wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Bei den Mitteldeutschen Hallenmeisterschaften am nächsten Wochenende kann sie sich hoffentlich wieder steigern“, hofft ihr Trainer Tobias Schneider auf den nächsten Step. Wieder zur 4-Kilo-Kugel in der höheren Altersklasse griff Chantal Rimke (LC Jena), sie kam mit 13,50 Metern ihrer Hallen-Bestmarke sehr nahe. -sam-

Ergebnisse